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Kulturnachrichten

Montag, 16. April 2018

Weibo will homosexuelle Inhalte doch zulassen

Chinesische Internet Plattform hatte zuvor Zensur angekündigt

Nach heftigen Protesten hat der chinesische Kurznachrichtendienst Weibo eine Kehrtwende gemacht und will homosexuelle Inhalte doch wieder zulassen. Die Online-Plattform mit 340 Millionen Nutzern hatte am Freitag angekündigt, dass Comics, Spiele, Texte und Videos über drei Monate genau auf Pornografie, blutige Gewalt und Homosexualität überwacht und gegebenenfalls zensiert würden. Dieser Schritt war selbst von dem kommunistischen Parteiorgan "Volkszeitung" kritisiert worden.

Pulitzer-Preise vergeben

Rapper Kendrick Lamar wurde für sein Album "Damn." geehrt

Die "New York Times", die "Washington Post" und der "New Yorker" haben Pulitzer-Preise für ihre Berichterstattung erhalten. Die Preisträger der renommiertesten amerikanischen Auszeichnungen für Journalismus wurden an der Columbia University bekannt gegeben. Die "Times" und die "Post" erhielten die Auszeichnung in der Kategorie Berichterstattung über das Inland. Ausgezeichnet wurden die beiden Tageszeitungen für ihre Artikel über die Ermittlung wegen möglicher Kontakte zwischen Präsident Donald Trumps Wahlkampfteam und Vertretern Russlands. Die Times hat zudem mit der Intellektuellen-Zeitschrift "New Yorker" die Auszeichnung in der Kategorie Dienst an der Öffentlichkeit erhalten. Geehrt wurden die beiden Medien für ihre Berichterstattung über sexuelle Vergehen. Andrew Sean Greer erhielt für seinen Roman "Mister Weniger" die Auszeichnung in der Kategorie Belletristik. Der Rapper Kendrick Lamar erhielt für sein Album "Damn." den Pulitzer-Preis für Musik.

Kulturrat-Präsident kündigt Rückzug aus Echo-Beirat an

Echo-Verleihung an Kollegah sei "ein Fehler" gewesen

Der Präsident des Deutschen Kulturrates, Christian Höppner, hat seinen Rückzug aus dem Echo-Beirat angekündigt. Die Entscheidung, den Musikpreis Echo an den Musiker Kollegah zu vergeben, sei ein Fehler gewesen, sagte er in Berlin bei der Verleihung des "Kulturgroschens" an den früheren Bundestagspräsidenten Norbert Lammert. "Die Texte finde ich widerlich." Das Format des Echo-Preises sei "so gesellschaftlich nicht mehr tragbar". In der vergangenen Woche hatte sich der Kulturrat "entschieden von Wortwahl und Inhalt" des Albums "JBG3" von Kollegah & Farid Bang distanziert. Auf dem Album befinden sich nach Meinung von Kritikern antisemitische Texte, in denen Holocaust-Opfer verhöhnt werden.

Tschechischer Bratschist Milan Skampa gestorben

Skampa spielte bis 1989 beim Smetana-Quartett

Der Musiker Milan Skampa, langjähriger Bratschist des tschechischen Smetana-Quartetts, ist tot. Er sei bereits am Samstag im Alter von 89 Jahren gestorben, berichtete die Zeitung "Pravo" unter Berufung auf seine Ehefrau Jarmila. Mit dem Quartett absolvierte Skampa von 1956 bis zu dessen Auflösung im Jahr 1989 tausende Konzerte in Europa, den USA und Japan und spielte zahlreiche preisgekrönte Aufnahmen ein. Skampa wurde am 4. Juni 1928 in Prag als Sohn einer Geigenlehrerin geboren. Mit fünf Jahren hatte er seinen ersten öffentlichen Auftritt, mit 16 Jahren wurde er zum Violinen-Solisten des tschechischen Rundfunksymphonieorchesters berufen.

Echo-Preisträger geben Auszeichnung zurück

Reaktion auf Ehrung für umstrittene Rapper Kollegah und Farid Bang

Mehrere Musiker haben ihre "Echo"-Auszeichnungen zurückgegeben, um gegen die Ehrung der Rapper Kollegah und Farid Bang zu protestieren. Der Musiker Klaus Voormann, der vergangene Woche den Echo für sein Lebenswerk erhalten hatte erklärte, er habe sich die Rückgabe seines Echos reiflich überlegt und sich deshalb auch mit den Texten des umstrittenen Albums beschäftigt. "Provokation ist erlaubt und manchmal sogar notwendig, um Denkanstöße zu geben", sagte Voormann, der als Wegbegleiter und Freund der Beatles gilt. Aber die Grenze zu menschenverachtenden, frauenfeindlichen, rassistischen, antisemitischen und gewaltverherrlichenden Äußerungen und Taten dürfe nicht überschritten werden. Auch die Gewinner des „Echo Klassik 2017", das Notos Quartett aus Berlin, gibt seine Auszeichnung zurück. Die Mitgleider des Ensembles erklärten auf Facebook, es sei nicht tragbar, dass der Echo offenen Rassismus toleriere, ihm gar eine Plattform biete und ihn auszeichne. Die Entscheidung der Verantwortlichen nannten die Musiker zutiefst erschütternd.

"Full Metal Jacket"-Kinostar Lee Ermey gestorben

US-Schauspieler wurde 74 Jahre alt

Der amerikanische Schauspieler Lee Ermey ist tot, wie sein langjähriger Manager Bill Rogin mitteilte. Bekannt wurde Ermey durch seine Rolle als brutaler Drill-Unteroffizier in dem Kriegsfilm "Full Metal Jacket" von Stanley Kubrick. Dafür wurde er für den Golden-Globe nominiert. Seine Film-Karriere begann, als ihn Regisseur Francis Ford Coppola wegen seiner Erfahrung als Angehöriger der US-Marine als Berater für den Kriegsfilm "Apocalypse Now" (1979) anwarb und ihm eine Rolle als Hubschrauberpilot gab. Ermey spielte danach in zahlreichen Produktionen mit, darunter in den Filmen "Mississippi Burning - Wurzel des Hasses" und "Switchback - Gnadenlose Flucht". In der Pixar-Animation "Toy Story" gab er dem Anführer der Spielzeugsoldaten seine Stimme. Lee Ermey wurde 74 Jahre alt.

Volksbühnen-Interimschef Dörr will Theater retten

Verantwortung für Neuaufbau sollten mehrere Regisseure übernehmen

Nach dem Abgang von Chris Dercon will Volksbühnen-Interimschef Klaus Dörr eine überstürzte Nachfolge-Regelung unbedingt vermeiden, um weiteren Schaden
abzuwenden. "Für die qualifizierte Vorbereitung einer Intendanz braucht man anderthalb bis zwei Jahre», sagte Dörr der "Süddeutschen Zeitung". Kultursenator Klaus Lederer (Linke) müsse entscheiden, ob die Aufgabe von einer oder mehreren Personen übernommen werden solle. Angesichts "der Bedeutung der Ära Frank Castorfs" halte er es fast für ausgeschlossen, dass ein einzelner Intendant das schaffen könne. Dörr schlug vor, dass mehrere Regisseure, denen man das Haus zur Verfügung stelle, die Volksbühne künftig prägen könnten. "Ich will nicht pathetisch werden, aber es geht jetzt darum, dieses Theater zu retten", so Dörr. Am Freitag hatte die Kulturverwaltung mitgeteilt, Lederer und Dercon hätten sich einvernehmlich darauf verständigt, die Intendanz mit sofortiger Wirkung zu beenden.

Aids-Hilfe sieht Outing von Conchita Wurst zwiespältig

European Song Contest Gewinnerin sollte erpresst werden

Um einer möglichen Erpressung zuvorzukommen, hat die österreichische Dragqueen Conchita Wurst ihre HIV-Infektion öffentlich gemacht. Die Deutsche AIDS-Hilfe sieht dies zwiespältig. Dieser selbstbewusste Umgang mit HIV könne Menschen Mut machen, sagte Pressesprecher Wicht. Aber dass der Künstler offenbar unter Druck gehandelt habe zeige, dass ein selbstverständliche Umgang ohne Diskriminierung noch lange nicht erreicht sei.

Chemnitz mit großer Otto Dix-Schau

Museum Gunzenhauser präsentiert erstmals weltweit größten Werk-Bestand

Fast 400 Bilder des Malers und Grafikers Otto Dix (1891-1969) werden ab Ende April im Chemnitzer Museum Gunzenhauser zu sehen sein. "Wir zeigen den gesamten Dix-Bestand inklusive aller Arbeiten auf Papier, die bisher weniger zu sehen waren", sagte Ingrid Mössinger, die scheidende Generaldirektorin der Kunstsammlungen Chemnitz, zu denen das Museum Gunzenhauser gehört. Für das weltweit größte Konvolut an Kunst des bedeutenden Künstlers des 20. Jahrhunderts wurde das gesamte Haus freigeräumt. Die Ausstellung soll einen repräsentativen Querschnitt durch Dix' künstlerische Entwicklung abbilden. Dazu zählt u.a. dessen expressionistisches Frühwerk aber auch die Auseinandersetzung mit dem Dadaismus und die großen symbolischen Landschaften aus Dix' Zeit der inneren Emigration während der NS-Zeit. Die Schau "300 X DIX" wird vom 29. April bis 2. September gezeigt und soll alle Schaffensphasen, Stile und künstlerischen Techniken umfassen.

Blauzahn-Münzschatz auf Rügen entdeckt

Silberschatz aus dem späten 10. Jahrhundert gefunden

In einem Acker auf der Ostseeinsel Rügen sind Archäologen auf einen wertvollen Silberschatz aus dem späten 10. Jahrhundert gestoßen. Auf einer Fläche von etwa 400 Quadratmetern nahe der Ortschaft Schaprode bargen sie am Wochenende Hals- und Armreife, Perlen, Fibeln, einen Thorshammer, zerhackten Ringschmuck sowie etwa 500 bis 600 teilweise zerhackte Münzen, von denen mehr als 100 Münzen der Regentschaft des legendären Dänenkönigs Harald Blauzahn (910-987) zugeordnet werden können. "Dieser Schatz ist der größte Einzelfund von Blauzahn-Münzen im südlichen Ostseeraum und damit von herausragender Bedeutung", sagte der Archäologe und Grabungsleiter Michael Schirren vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege. Der als Wikinger geborene Blauzahn gilt als Begründer des dänischen Reiches, indem er das Land einte, das Christentum einführte und Reformen durchsetzte. Der umstrittene Herrscher war historischen Quellen zufolge nach der verlorenen Ostseeschlacht gegen seinen Sohn Sven Gabelbart (965-1014) im Jahr 986 nach Pommern geflohen, wo er ein Jahr später auf der Jormsburg (wohl beim heutigen Wolin/Swinemünde) starb.

Bibelturm-Gegner siegen bei Bürgerentscheid in Mainz

Kritik an der geplanten modernen Architektur des Gebäudes

Beim Bürgerentscheid über den Bibelturm für das Gutenberg-Museum in Mainz haben die Gegner des Projekts eine klare Mehrheit erzielt. Sie erhielten bei der Abstimmung am Sonntag 77,3 Prozent der abgegebenen Stimmen, wie Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) mitteilte. Die Befürworter des Bibelturms - benannt nach der von Gutenberg gedruckten Bibel - kamen nach dem vorläufigen Endergebnis auf 22,7 Prozent. Die Gegner hatten vor allem die moderne Architektur des auf dem Domplatz geplanten Gebäudes kritisiert und die Finanzierung angezweifelt. Der Entwurf sah für den eigentlich als Bibliotheksturm bezeichneten Bau eine Fassade aus Kupferblech vor, das mit frei gesetzten Buchstaben perforiert ist. An der Abstimmung beteiligten sich 40 Prozent der stimmberechtigten Mainzer.

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Fazit

"Fashion Drive"Die Geschichte der Mode im Spiegel der Kunst
Édouard Manet (1832–1883) Jeanne Duval, la maitresse de Baudelaire (La dame a l’éventail), 1862 Öl auf Leinwand, 89,5 × 113 cm Museum of Fine Arts, Budapest (Budapest Museum of Fine Arts)

Zerrissene Jeans gehören heute ganz alltäglich zum Straßenbild, aber zerrissene Mode gab es auch schon in der Renaissance. Wie sie damals aussah zeigen prächtige Gemälde aus dem 16. Jahrhundert, die jetzt im Kunsthaus Zürich zu sehen sind – in der neuen Sonderausstellung "Fashion Drive – Extreme Mode in der Kunst".Mehr

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