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Literatur / Archiv | Beitrag vom 15.01.2013

Wasguckstdu - Migranten in der deutschsprachigen Literatur

Eine Spurensuche

Von Detlef Grumbach

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Erst bei jüngeren bekommt die alltägliche Begegnung mit dem anderen eine Normalität. (AP)
Erst bei jüngeren bekommt die alltägliche Begegnung mit dem anderen eine Normalität. (AP)

Sie gehören zum Bild in unseren Straßen, sie sind präsent in unserem Alltag, denn heute beträgt der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund knapp 20 Prozent. Schaut man allerdings in die Werke von Autoren mit deutschen Wurzeln, wurde diese Erfahrungswelt lange ausgeblendet.

Das Staunen über die Fremdheit, Reibungen oder vorsichtige Annäherungen, die Begegnung der Kulturen werden in den Romanen deutscher Autoren vergleichsweise selten thematisiert.

Zu den Ausnahmen zählen Uwe Timms Debüt "Heißer Sommer" oder Ralf Rothmanns Roman "Milch und Kohle". Im Zentrum der Romane "Selim oder die Gabe der Rede" von Sten Nadolny und "Die Schrift des Freundes" von Barbara Frischmuth stehen Friguren, deren Konflikte in den sehr verschieden geprägten Kulturen begründet sind und sich dabei plötzlich selbst in anderem Licht sehen.

Erst bei jüngeren Autoren wie Michael Wildenhain, Helmut Krausser oder Benedict Wells bekommt die alltägliche Begegnung mit dem Anderen eine gewisse Normalität, werden aus Freundschaften, Brüchen und Konflikten literarische Funken geschlagen.


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