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Interview | Beitrag vom 12.05.2018

Vor dem Muttertag "Kindererziehung ist Arbeit"

Claire Funke im Gespräch mit Katrin Heise

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Eine Mutter kümmert sich in einem Park um ihren Sohn im Kinderwagen. (imago / BE&W)
Eine Mutter kümmert sich in einem Park um ihren Sohn im Kinderwagen. (imago / BE&W)

Jedes fünfte Kind lebt in Deutschland über mehrere Jahre in Armut. Viele von ihnen leben in Haushalten von Alleinerziehenden, zu 90 Prozent bei den Müttern. Vor dem Muttertag soll eine Demonstration in Berlin auf Kinderarmut aufmerksam machen.

Am Tag vor dem Muttertag wird in Berlin gegen Kinderarmut demonstriert. Die alleinerziehende Mutter Claire Funke hat diese Demonstration mit organisiert  und eine Petition an Bundesfamilienministerin Franziska Giffey gestartet. Dort fordert sie ein Fürsorgegehalt, um die unbezahlte Familienarbeit staatlich zu finanzieren. "Kindererziehung ist Arbeit", sagte Funke im Deutschlandfunk Kultur. 

2438726049_funke2.jpg (Claire Funke )Die Bloggerin Claire Funke schreibt über alle Facetten des Alltags als alleinerziehende Mutter (Claire Funke )

Zwölf Jahre Fürsorgegehalt gefordert

"Wir müssen unseren Kindern essen machen, Wäsche waschen, wir müssen sie  vor allen Dingen erziehen." Dafür benötige man Zeit und es falle schwer, das mit der Erwerbsarbeit zu vereinen. Als Zeitraum stelle sie sich für Eltern zwölf Jahre vor. Bei pflegenden Angehörigen hänge es von der Dauer der Pflege ab. "Die müssen da auf alle Fälle mit rein, weil die das gleiche tun."

Blog als Gegenwehr 

Funke spricht aus eigener Erfahrung. Sie ist alleinerziehende Mutter zweier Kinder und beschreibt ihre Schwierigkeiten, das Familienleben mit ihrer Arbeit in der Erwachsenenbildung zu vereinbaren, in ihrem Blog "Mama streikt".  Als sie sich mit Säugling beworben habe, sei sie zu keinem einzigen Vorstellungsgespräch eingeladen worden. Einen gemeinsamen Urlaub könne sie sich nicht leisten. Eine Zeit lang habe sie sich für ihre Situation geschämt, nun trage sie ihre Situation nach außen, weil sich sonst nicht viel ändere. "Irgendwann habe ich gemerkt, den anderen geht es auch so."  (gem) 

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