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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 24.12.2011

Von den Brüdern Grimm bis "1001 Nacht"

Die Faszination der Märchen

Gäste: Prof. Dr. Heinz Rölleke, Erzählforscher und Germanist und Hannelore Marzi, Märchenerzählerin- und Übersetzerin

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Hexe (AP)
Hexe (AP)

"Es war einmal ..." oder "Vor langer Zeit ..." – Sätze wie diese entführen ihre Leser in die Fantasiewelt der Märchen. Hierzulande verbinden wir Märchen meist mit den Klassikern der Brüder Grimm wie "Hänsel und Gretel", "Aschenputtel" oder dem "Froschkönig". Andere denken an die Geschichten aus "1001 Nacht" oder an russische Märchenfiguren wie die Hexe "Baba Jaga" oder "Die Schneekönigin". Märchen gibt es in allen Ländern und Kulturen, und so alt sie auch sein mögen, sie haben nichts von ihrer Faszination verloren.

"Märchen können uns bis heute Antworten auf wichtige Lebensfragen geben", sagt Prof. Dr. Heinz Rölleke. "Märchen sind die Aufforderung zur Emanzipation. Sie vermitteln durch den Helden: Nimm dein Schicksal in deine Hand."

Der emeritierte Germanist und Erzählforscher von der Bergischen Universität Wuppertal gilt als der bekannteste Märchenexperte Deutschlands. Sein Spezialgebiet sind die Brüder Grimm; wie kaum ein anderer hat er ihr Leben und Wirken erforscht. Gerade ist sein prächtiger Jubiläumsband "Es war einmal ... Die wahren Märchen der Brüder Grimm und wer sie ihnen erzählte" im Eichborn-Verlag erschienen. Die Grimms hätten den von ihnen gesammelten Märchen eine ganz neue Gestalt gegeben. Ihr Stil sei weltberühmt. "Nicht umsonst ist ihr Hausmärchenbuch das meistübersetzte, meist gelesene und bekannteste deutschsprachige Buch der Welt."

"Warum ich Märchen erzähle? Sie beflügeln die Fantasie. Es ist viel mehr möglich, als wir glauben!", sagt die Märchenerzählerin Hannelore Marzi, die auch durch ihre Übersetzungen von Märchen aus dem arabischen Raum bekannt geworden ist.

"Märchen bieten alles: Liebe, Glück, Eifersucht, Freundschaft, Treue. Es sind einfache Geschichten, und wir können uns mit dem Helden identifizieren." Im Märchen lösten sich Probleme auf wunderbare Weise, "Es passieren sagenhafte Dinge, Tiere beginnen zu sprechen, es ist eine fantastische Welt. Und ein glückliches Ende ist natürlich auch wichtig dabei."

In ihren Programmen setzt sie ganz auf den Text und ihre Stimme – kein Diwan, keine märchenhafte Verkleidung à la 1001 Nacht: "Als Märchenerzählerin habe ich nur die Sekunden vom Mund zum Ohr. Da muss die Sprache präzise sein."


Von den Brüdern Grimm bis "1001 Nacht" - Die Faszination der Märchen - am heutigen Heiligabend von 9 Uhr 05 bis 11 Uhr unternimmt Stephan Karkowsky gemeinsam mit Hannelore Marzi und Heinz Rölleke eine Reise in die fantastische Welt der Märchen. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der Telefonnummer 00800 2254 2254 oder per E-Mail unter gespraech@dradio.de.


Informationen im Internet:

Über Hannelore Marzi
Über Prof. Dr. Heinz Rölleke


Literaturhinweis:

Hannelore Marzi: "Frauenmärchen aus dem Orient", Königsfurt-Urania Verlag

Weitere Märchenbücher von Hannelore Marzi sind ebenfalls im Königsfurt-Urania Verlag erschienen.

Heinz Rölleke und Albert Schindehütte: "Es war einmal ... Die wahren Märchen der Brüder Grimm und wer sie ihnen erzählte", Eichborn Verlag, Frankfurt/Main 2011

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