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Donnerstag, 18.01.2018

Konzert zum Nachhören | Beitrag vom 24.12.2017

Vladimir Jurowski und das RSBDer ganze Nussknacker

Aus der Philharmonie Berlin

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Vladimir Jurowski bei seinem Antrittskonzert beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Mutesouvenir/ Kai Bienert)
Vladimir Jurowski leitet das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Mutesouvenir/ Kai Bienert)

Anders als Humperdincks "Hänsel und Gretel", das im Spätsommer spielt und für deutsche Hörer trotzdem das Musik-Weihnachtsmärchen schlechthin geworden ist, gehört Tschaikowskys "Nußknacker" in doppelter Hinsicht wirklich unter den Weihnachtsbaum.

Erstens fiel seine Uraufführung am 18. Dezember 1892 in die Adventszeit – auch wenn das russisch-orthodoxe Weihnachtsfest gegenüber dem westeuropäischen um einige Tage verschoben stattfindet. Eine kuriose musikgeschichtliche Randglosse ist, dass am gleichen Tag, wenn auch einige Tausend Kilometer entfernt, in Wien ein zweites Kernwerk der Spätromantik uraufgeführt wurde: Anton Bruckners 8. Sinfonie.

Zweitens aber – und das ist noch wichtiger – ist hier die Handlung um die Träumereien eines halbwüchsigen, zwischen zucker-vernaschter Kindheit und erwachender Erotik schwankenden Mädchens, den tapferen Nußknacker und den bösartigen Mäusekönig, die auf eine Erzählung aus E.T.A. Hoffmanns "Serapionsbrüdern" zurückgeht, tatsächlich in der Weihnachtsnacht angesiedelt. Eine schöne Stimmigkeit, die dem Stück anfangs leider gar nichts half: es fiel, anders als die damit gekoppelte "Jolanthe"-Oper, bei der St. Petersburger Uraufführung durch und bestärkte den innerlich unsicheren Tschaikowsky in seiner Meinung, eigentlich kein Talent für Ballettmusiken zu haben – worin ihm heute sicher die wenigsten Klassik-Tanzfreunde zustimmen würden.

Inzwischen haben sich diese Verhältnisse gründlich geändert, und Vladimir Jurowski tut bei seiner Aufführung mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester ein Übrigens, in dem er nicht nur die oft als Suiten dargebotenen Paradestücke, sondern tatsächlich die komplette Ballettmusik zu Gehör bringt. Diejenigen aber, die zur Weihnachtszeit partout nicht auf "Hänsel und Gretel" verzichten können, gehen an unserem langen Konzert-Heiligabend ebenfalls nicht leer aus: mit einer witzigen Kammerorchester-Fassung der Humperdinck-Oper durch Andreas N. Tarkmann, die bei der diesjährigen Chor.com in Dortmund aufgeführt wurde.

Hier können Sie das Programmheft zum "Nußknacker" nachlesen: Programmheft 231217

Philharmonie Berlin
Aufzeichnung vom 23. Dezember 2017

Peter Tschaikowsky
"Der Nussknacker", Ballettmusik op. 71

Chöre des Georg-Friedrich-Händel-Gymnasiums Berlin
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Leitung: Vladimir Jurowski

Konzert

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