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Kulturnachrichten

Dienstag, 27. Juni 2017

Brönner hält an "House of Jazz" fest

Zukunft der "Alten Münze" in Berlin ungewiss

Startrompeter Till Brönner hält an dem in Berlin geplanten "House of Jazz" fest. Die Initiatoren der Idee um Brönner und Vertreter der deutschen Jazz-Szene sprechen sich in einem Konzeptpapier dafür aus, in der Alten Münze in Berlin-Mitte eine "Institution mit Leuchtturmcharakter" für den Jazz zu schaffen. Das Haus soll nicht nur offenes Konzerthaus, Bühne, Forum und Club sein, sondern gleichzeitig auch Produktionsstätte, Bildungseinrichtung und Werkstatt. Damit könne das Haus, laut Brönner, seinen Platz unter den führenden Jazz-Zentren der Welt finden. Das Papier ist für die weitere Beratung im Haushaltsausschuss gedacht. Dieser hatte Ende vergangenen Jahres überraschend 12,5 Millionen Euro für das Brönner-Projekt bewilligt. Berlin hatte allerdings angekündigt, sich für eine Umwidmung der Mittel einzusetzen. Das Land will ein "Haus der Basiskultur" schaffen.

Vatikan bewirbt sich um Oscar

Dokumentarfilm handelt vom Kunstverständnis des Papstes

Der Vatikan schickt für die Oscars 2018 erstmals einen eigenen Beitrag ins Rennen. Für den Wettbewerb soll der 45-minütige Dokumentarfilm "Papa Francesco. La mia idea di arte" (Papst Franziskus. Meine Vorstellung von Kunst) eingereicht werden. Produzenten sind die Vatikanischen Museen und der Vatikanstaat. Für Papst Franziskus sei "Kunst mit seiner Botschaft der Barmherzigkeit verknüpft", sagte Museumsdirektorin Barbara Jatta bei der Präsentation des Films im Vatikan. Der in Kinoqualität gedrehte Film basiert auf dem gleichnamigen Buch der italienischen Journalistin Tiziana Lupi, die den Papst zu seiner Kunstvorstellung befragte. Passend zu den Papst-Zitaten aus dem Buch werden insgesamt zehn ausgewählte Kunstwerke aus dem Vatikan und seinen Museen vorgestellt, die das Kunstverständnis des Papstes illustrieren sollen. Wann der Dokumentarfilm - zu dem bereits deutschsprachige Untertitel existieren - in Deutschland zu sehen sein soll, ist noch nicht bekannt.

Diskussion um Institut für Islamische Theorie

Wissenschaftlerin fordert liberale Muslime in Instituts-Beirat

Die Islamwissenschaftlerin Nushin Atmaca hat den Einbezug liberaler Muslime in den Beirat für das geplante Berliner Institut für Islamische Theologie gefordert. Das Institut soll mit vier Professuren an der Humboldt-Universität errichtet werden. Vorgesehen ist, dass der Lehrbetrieb zum Wintersemester 2018/19 beginnt. Ein Beirat entscheidet über die Studienordnung und die Berufung von Hochschullehrern mit. Dort sind unter anderen fünf muslimische Verbände vertreten, die einer konservativen Auslegung des Islam zugerechnet werden. Dagegen hatte sich bereits die Berliner CDU gewandt und einen Berücksichtigung auch liberaler Muslime gefordert. In enem Gastbeitrag für den Berliner "Tagesspiegel" wies Atmaca zugleich politische Bestrebungen zurück, von Islamischer Theologie von vornherein eine liberale Auslegung zu erwarten. Dies entmündige die Lehrenden und Studierenden und sei der Akzeptanz des Studiengangs in traditionelleren Milieus hinderlich, da es den Eindruck erwecke, die Politik bastle sich "ihren" Islam. Atmaca ist Vorsitzende des LIB und Mitarbeiterin des Berliner Leibniz-Zentrums Moderner Orient.

Türkische Künstler mahnen Regierung

Erklärung im Fall zweier Hungerstreikender

Nach 111 Tagen Hungerstreik zweier Akademiker haben türkische Künstler und Intellektuelle die islamisch-konservative Regierung zum Handeln aufgefordert. "Nuriye und Semih dürfen nicht sterben. Sie sollen ihr Recht auf Arbeit zurückbekommen", hieß es in einer von 111 Künstlern unterschriebenen Erklärung, wie die Zeitung "Hürriyet" berichtete. Zu den Unterzeichnern gehören der Komponist und Autor Zülfü Livaneli, der türkisch-italienische Regisseur Ferzan Özpetek und die Schriftstellerin Elif Safak.
Die Universitätsdozentin Nuriye Gülmen und der Grundschullehrer Semih Özakca waren am 9. März aus Protest gegen ihre Entlassungen aus dem Staatsdienst in den Hungerstreik getreten. Ende Mai wurden die beiden wegen des Vorwurfs der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation verhaftet. Ihr Gesundheitszustand ist kritisch.

Hannover gibt Raubkunst zurück

Aquarell soll zum "Symbol der Verständigung" werden

Die Stadt Hannover hat ein Aquarell von Karl Schmidt-Rottluff an die Erben eines jüdischen Fabrikanten und Kunstsammlers zurückgegeben. Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) überreichte das expressionistische Werk "Marschlandschaft mit rotem Windrad (Das Windrad)" an Professor Vernon Reynolds, den Enkel des Unternehmers Max Rüdenberg. Auch Reynolds Sohn und seine Enkelin waren zur Übergabe von England nach Hannover gekommen. Die drei nahmen das Bild stellvertretend für die Erbengemeinschaft an. Die Übergabe des Werkes von 1922 könne auch "als Symbol der Verständigung" gesehen werden, so Schostok. Die Erben Rüdenbergs hatten schon im April 2013 beantragt, dass das Aquarell als NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut zurückgegeben wird. Die Stadt folgte nun einer Empfehlung der sogenannten Limbach-Kommission. Sie gibt ihre Einschätzung zu Kulturgütern ab, die ihren Eigentümern von den Nazis geraubt oder abgepresst wurden. Das Schicksal von Max Rüdenberg steht für viele Opfer des NS-Regimes. Der Kunstsammler war enteignet und mit seiner Ehefrau nach Theresienstadt deportiert worden. Dort starb das Ehepaar 1942.

Erinnerungsstücke von Signoret und Montand versteigert

Signoret-Biografin kritisiert die Versteigerung

Erinnerungsstücke des legendären französischen Paares Simone Signoret und Yves Montand sind für mehr als 660.000 Euro versteigert worden. Bei der Versteigerung im Pariser Auktionshaus Drouot kamen Schmuckstücke, Liebesbriefe, Drehbücher, persönliche Fotos, Filmpreise, Möbel und Kleider aus dem Besitz der beiden Kinostars unter den Hammer. Die 1985 verstorbene Leinwandlegende und Schriftstellerin Signoret und der 1991 verstorbene Sänger und Schauspieler Montand waren rund 35 Jahre lang ein Paar. Die nun versteigerten Erinnerungsstücke stammen aus dem gemeinsamen Haus der beiden in Autheuil in der nordfranzösischen Normandie. Nach dem Verkauf des Hauses war die Einrichtung zunächst zwischengelagert worden. Dann entschieden sich die Nachkommen, den Nachlass zu versteigern. Bei der Auktion schlugen neben Privatleuten auch Museen zu. Allerdings waren nicht alle begeistert von der Versteigerung: "Es ist bedauerlich, dass diese Sammlung, Zeugnis einer Epoche und eines legendären Paares, so zerstreut wird", sagte die Signoret-Biografin Emmanuelle Guilcher.

Helge Fuhst soll Phoenix mitleiten

Neue Führung für Ereignis- und Dokumentationskanal

Helge Fuhst (ARD) wird von kommendem Jahr an neben Michaela Kolster (ZDF) Programmgeschäftsführer des Ereignis- und Dokumentationskanals Phoenix. Der 33-Jährige werde Nachfolger von Michael Hirz (65), dessen Stellvertreter er bisher war. Dies hätten die ARD-Intendanten beschlossen, wie der zuständige Westdeutsche Rundfunk (WDR) mitteilte. Phoenix hat traditionell eine Doppelspitze mit jeweils einem Vertreter von ARD und ZDF. Zustimmen muss jetzt noch der WDR-Verwaltungsrat.

Künstler kommunizieren nur per Handy-Fotos

Ausstellung im New Yorker Metropolitan Museum

Ausschließlich per Handy-Fotos hat das New Yorker Metropolitan Museum zwölf Künstler ein halbes Jahr lang kommunizieren lassen und zeigt das Ergebnis nun als Ausstellung. "Talking Pictures: Camera-Phone Conversations Between Artists" wird bis zum 17. Dezember in dem Museum in Manhattan direkt am Central Park zu sehen sein. Jeder der zwölf Künstler durfte sich seinen Konversationspartner selbst aussuchen und mit diesem dann sechs Monate lang über jedes mögliche Thema so wenig oder so viel wie gewünscht per Foto oder kurzem Video kommunizieren. Unter den teilnehmenden Künstlern sind der deutsche Illustrator Christoph Niemann, der Autor Teju Cole und die Filmemacherin Laura Poitras.

Alexandra Kassen gestorben

Mitbegründerin des Kölner "Senftöpchens"

Alexandra Kassen, die langjährige Leiterin und Mitbegründerin der Kölner Kabarett-Bühne "Senftöpfchen" ist tot. Wie heute bekannt wurde, starb sie bereits am Sonntag im Alter von 94 Jahren. Nach dem Tod ihres Ehemannes, Fred Kassen, hatte Alexandra Kassen die Kleinkunstbühne allein weitergeführt, die für viele Künstler ein Sprungbrett für ihre Karriere war. In den 50er Jahren hatten die beiden die Künstlerkneipe "Stachelschwein" in München geführt, die zum Auftrittsort von Dieter Hildebrandts "Lach- und Schieß-Gesellschaft" wurde. Für die Förderung junger Talente erhielt Alexandra Kassen 1978 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Mexikanischer Journalist ermordet

Seit 2000 kamen bereits 106 Journalisten ums Leben

In Mexiko ist erneut ein Journalist tot aufgefunden worden. Wie mexikanische Medien berichten, handelt es sich bei dem Opfer um Salvador Adame, der Mitte Mai von einer bewaffneten Gruppe entführt worden sei. Adame war Direktor des lokalen Senders Canal 6TV. Während die Staatsanwaltschaft unter Berufung auf die Aussage eines Verhafteten erklärte, es handele sich bei dem Tatmotiv um persönliche Gründe, widersprach die Ehefrau des Opfers dieser Darstellung. Sie sei überzeugt, dass ihr Mann wegen seiner kritischen Berichterstattung ermordet worden sei. Der Journalistenverband CPJ stützt diesen Verdacht. Im vergangenen Jahr war das Ehepaar verhaftet worden, während sie über Proteste gegen die Regionalregierung berichtete. Adame war nur wenige Tage nach dem aufsehenerregenden Mord an Javier Valdez Cardenas entführt worden. Valdez galt als eine der profiliertesten mexikanischen Journalisten, die über den Drogenkrieg berichteten. Seit 2000 kamen bereits 106 Journalisten ums Leben, seit Jahresbeginn ist es bereits der siebte Mordfall. Die Mehrheit der Morde blieb bislang ungeklärt.

Ausstellung mit Werken aus Gurlitt-Fund

Bundeskunsthalle zeigt erste Einblicke

In Bonn werden ab heute einige Werke aus dem Fund des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt ausgestellt. Es sind vor allem solche, die die Nationalsozialisten meist jüdischen Kunsthändlern und -sammlern geraubt hatten und deren Herkunft ungeklärt ist. Anfang November startet in Bonn eine große Ausstellung mit rund 250 Kunstwerken aus der Sammlung. Zeitgleich werden im Kunstmuseum Bern im November Werke aus dem Gurlitt-Nachlass gezeigt, die als "entartete Kunst" galten. Der 2014 gestorbene Cornelius Gurlitt hatte seine millionenschwere Sammlung dem Kunstmuseum Bern vermacht. Rund 1500 Kunstwerke waren 2012 in seiner Münchner Wohnung und in seinem Haus in Salzburg beschlagnahmt worden. Der spektakuläre Kunstfund, der erst 2013 publik wurde, hatte weltweit Aufsehen erregt.

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Fazit

Netflix-Serie "Berlin-Station"Der Kulturattaché ist ein Spion
US-Botschaft in Berlin mit amerikanischer Fahne. (JOHN MACDOUGALL / AFP)

Berlin als Zentrum der Spionage: Das gab es schon in der US-Serie "Homeland". Doch wo diese auf Abziehbilder setzt, ist die Netflix-Serie "Berlin-Station" um realistischere Bilder bemüht. Ein Zeichen dafür, dass die Macher den europäischen Geschmack treffen wollten.Mehr

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