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Kulturnachrichten

Mittwoch, 9. November 2016

VG Wort fordert 100 Millionen Euro zurück

Von den Rückforderungen sind rund 4200 deutsche Verlage betroffen

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom April fordert die Verwertungsgesellschaft (VG) Wort von deutschen Verlagen insgesamt rund 100 Millionen Euro zurück. Das teilte das geschäftsführende Vorstandsmitglied Robert Staats mit. Betroffen seien rund 4200 Verlage. Die VG Wort sei durch die BGH-Entscheidung verpflichtet, die Rückforderungen für 2012 bis 2015 geltend zu machen. Der Bundesgerichtshof hatte im April entschieden, dass die Verlage nicht mehr an den Millionen-Einnahmen der VG Wort aus Urheberrechten beteiligt werden dürfen. Bisher wurden die - etwa von Copyshops und Bibliotheken erhobenen - Gelder zwischen Autoren und Verlagen aufgeteilt. Kulturstaatsministerin Monika Grütters sieht vor allem kleine Verlage durch die Rückforderungen in Gefahr. "Mich erreichen alarmierende Berichte aus der Branche, dass trotz des guten Willens der Beteiligten auch Insolvenzen nicht auszuschließen sind", erklärte sie. Nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels sind 20 bis 25 Prozent der Verlage akut existenzgefährdet.

Bowies Kunstsammlung wird versteigert

Kollektion hat laut Auktionshaus Wert von rund 15 Millionen Euro

Die aus mehr als 350 Werken bestehende Kunstsammlung des im Januar gestorbenen Rock-Superstars David Bowie wird ab Donnerstag in London versteigert. Nach Angaben des Auktionshauses Sotheby's hat die Kollektion einen Mindestschätzwert von rund 15 Millionen Euro. Beim Bieterwettbewerb wird mit reger Beteiligung von Kunstsammlern, Galerien, Museen und Fans gerechnet. Einige der wichtigsten Werke der Bowie-Kollektion stammen vom 1931 in Berlin geborenen Briten Frank Auerbach und vom Amerikaner Jean-Michel Basquiat (1960-1988). Dessen Gemälde "Air Power" ist mit einem Mindestpreis von rund drei Millionen Euro das teuerste Angebot. Bowie war am 10. Januar - zwei Tage nach der Veröffentlichung seines Albums "Blackstar" - mit 69 Jahren in seiner Wahlheimat New York an Krebs gestorben.

Neuer Anlauf für Einheitsdenkmal

Haushaltsausschuss hatte 2007 beschlossenen Bau wegen Kostensteigerung gekippt

Der Kulturausschuss des Bundestags will einen neuen Anlauf zu einem Einheits- und Freiheitsdenkmal in Berlin machen. In einem öffentlichen Fachgespräch sollen neue Möglichkeiten des Projekts erörtert werden. "Wir wollen von Beginn an sicherstellen, dass die Öffentlichkeit einbezogen wird", sagte die zuständige Berichterstatterin Hiltrud Lotze. Grüne und Linke unterstützten ihren Angaben zufolge den Vorschlag, die Union reagierte zurückhaltend. Das Denkmal soll an die deutsche Wiedervereinigung erinnern. Der Haushaltsausschuss hatte den 2007 vom Bundestag beschlossenen Bau wegen einer Kostensteigerung von 10 auf 15 Millionen Euro gekippt. Geplant war eine riesige begehbare Waage neben dem wiederaufgebauten Berliner Schloss.

Thomas Gottschalk wird wieder Radio-Moderator

Gottschalk hatte seine Karriere Anfang der 1970er Jahre im Radio gestartet

Thomas Gottschalk kehrt zurück zu seinen Wurzeln und wird wieder regelmäßig Radio-Moderator beim Bayerischen Rundfunk. "Ich freue mich darauf, bei Bayern 1 die Hörer wieder einzusammeln, die mir vor über 30 Jahren abhandengekommen sind", sagte Gottschalk. Von dem 8. Januar 2017 an wird er einmal im Monat auf Bayern 1 zu hören sein. "Natürlich werde ich mich musikalisch vor allem im Classic-Rock-Bereich bewegen, immerhin bin ich ja selber fast schon ein Klassiker", sagte Gottschalk. Wie genau seine Sendungen aussehen werden, wisse er noch nicht, aber das erste Lied, das er spielen werde, stehe schon fest: "Back Home" der Rockband Golden Earring.

Nouvelle Vague Kameramann Raoul Coutard gestorben

Der französische Fotograf und Kameramann wurde 92 Jahre alt

Raoul Coutard arbeitete als Kameramann für Regisseure wie Jean-Luc Godard, François Truffaut, Jacques Demy und Jacques Rivette. Durch seine Arbeit wurden die Filme der Nouvelle Vague entscheidend geprägt. Coutard drehte über 75 Filme, darunter "Außer Atem" von Jean-Luc Godard und "Jules und Jim" von François Truffaut. 1978 wurde er mit dem César in der Kategorie Beste Kamera ausgezeichnet. Bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1982 erhielt für seine Kameraarbeit zu Jean-Luc Godards Film "Passion" den Grand prix technique. 1997 wurde er von der American Society of Cinematographers mit dem International Achievement Award geehrt. Wie französische Medien berichten, starb Coutard am Dienstag in der Nähe von Bayonne.

Privates Übergangsquartier für Berliner Pergamonmuseum

Privat finanziertes Haus soll Originalteile des weltberühmten Altars zeigen

Wegen der jahrelangen Sanierung des Pergamonmuseums soll in Berlin erstmals ein privat finanziertes Ausweichquartier entstehen. Die Stuttgarter Wolff Gruppe will den temporären Ausstellungsbau direkt gegenüber der Museumsinsel auf eigene Kosten bauen und das Geld durch Eintritte wieder hereinbekommen. Der Präsident der für das Pergamonmuseum verantwortlichen Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, sagte, damit bleibe das Thema Pergamon auch während der Sanierungszeit für die Besucher erfahrbar. Das Haus soll ab 2018 ein riesiges Panorama der antiken griechischen Stadt und Originalteile des weltberühmten Altars zeigen. Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass sich die Wiedereröffnung des Altarsaals im Museum um vier Jahre bis 2023 verzögert.

Kabinett beschließt Reform der Limbach-Kommission

Zahl der Kommissionsmitglieder soll erhöht werden

Nach Kritik von internationalen Opfervertretern wird die sogenannte Limbach-Kommission zur Rückgabe von NS-Raubkunst reformiert. Das Bundeskabinett beschloss ein entsprechendes Konzept von Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Am Donnerstag sollen noch die Länder zustimmen. Nach dem Papier wird die Zahl der Kommissionsmitglieder von acht auf zehn erhöht. Unter den neuen Vertretern soll "mindestens" eine jüdische Einzelpersönlichkeit sein. Das Gremium berät in Streitfällen um NS-Raubkunst. Eine Gruppe von Opferanwälten aus Deutschland, Italien und den USA hatte Anfang des Jahres in einem Offenen Brief kritisiert, dem bisherigen Verfahren mangele es an Transparenz, Fairness und Gerechtigkeit.

Walter Sittler: Trump-Sieg kann Chance für Europa sein

Sittler bezeichnete Trump als "amoralischen Spieler"

Der Sieg von Donald Trump bei der US-Wahl kann nach Ansicht des in den USA geborenen Schauspielers Walter Sittler (62, "Der Minister") auch eine Chance für Europa sein. Der Wechsel biete die Möglichkeit, nicht immer nur nach Amerika hochzuschauen, sondern sich "in aller Ruhe zu emanzipieren", sagte Sittler am Morgen nach der Wahl der Deutschen Presse-Agentur in seiner Heimatstart Stuttgart. Mit einem Sieg von Trump hatte Sittler, der in Chicago geboren wurde, niemals gerechnet. "Aber manchmal tun Amerikaner sowas." Auch 2004 habe niemand mit der Wiederwahl von George W. Bush gerechnet. Womöglich seien viele Amerikaner "einfach satt", sagte Sittler. "Das Neue hat sie fasziniert." Und während die Trump-Anhänger aufgeputscht gewesen seien, seien viele, die Clinton hätten wählen sollen, daheim geblieben.

Spektakuläre Iran-Ausstellung in Berlin verschoben

Grund sind Veränderungen im iranischen Kulturministerium

Die groß angekündigte Ausstellung von Schlüsselwerken einer spektakulären iranischen Kunstsammlung in Berlin wird verschoben. Die verantwortliche Stiftung Preußischer Kulturbesitz bestätigte, die jüngsten Veränderungen im iranischen Kulturministerium hätten zu Verzögerungen geführt. Der ursprünglich geplante Eröffnungstermin am 4. Dezember erscheine nicht mehr gesichert. Man gehe aber fest davon aus, dass die Ausstellung in der Berliner Gemäldegalerie noch im Dezember starten könne. Bei den "Veränderungen" handelt es sich offenbar um den Rücktritt des als liberal geltenden iranischen Kulturministers Ali Dschannti Mitte Oktober. Die Schau in Berlin war noch zu seiner Amtszeit nach der Atom-Einigung mit dem Iran bei einem Teheran-Besuch von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) vereinbart worden. Die lange unter Verschluss gehaltene Sammlung aus der Zeit von Schah Reza Pahlavi gilt als eine der weltweit wertvollsten Sammlungen westlicher Kunst.

US-Kulturschaffende entsetzt über Trumps Wahlsieg

Viele zeigten im Wahlkampf ihre Sympathien für Hillary Clinton

"Peinlich" und "furchteinflößend": Zahlreiche Prominente haben entsetzt auf Donald Trumps Wahl zum US-Präsidenten reagiert. "Was für ein Land, wie peinlich, was für ein Land", schrieb der mexikanische Hollywood-Star Gael Garcia Bernal auf Twitter. Immer wieder hatte Trump angekündigt, eine Mauer an der US-mexikanischen Grenze errichten zu lassen. Sängerin Cher fühlte sich gar an das Deutsche Reich erinnert: "So wie in Deutschland in den 30ern haben Ärger und Wut die USA erfasst." Im Wahlkampf hatte die Demokratin Hillary Clinton deutlich mehr Stars auf ihrer Seite als Trump. Mehrere Promis kündigten sogar an, das Land zu verlassen, falls Trump gewinnt - darunter Sängerin Barbra Streisand und Comedian Amy Schumer, wie CNN berichtete.

Oleg Popow wird heute in Franken beerdigt

Weltberühmter russischer Clown starb mit 86 Jahren

Der weltberühmte russische Clown Oleg Popow wird heute in seiner fränkischen Wahlheimat beerdigt. In der oberfränkischen Gemeinde Egloffstein erwarten die Verantwortlichen eine große Trauergemeinde. Die Abschiedszeremonie für den in der vergangenen Woche mit 86 Jahren Verstorbenen ist öffentlich zugänglich. Popow hatte seit Anfang der 90er Jahre mit seiner zweiten Frau Gabi in der Gemeinde in der Nähe von Nürnberg gelebt. Die Zirkuslegende befand sich aber bis zu seinem Tod über längere Zeiträume auf Tournee. Er starb an den Folgen eines Herzstillstands auf Tour im russischen Rostow am Don.

Autor Ror Wolf bekommt Schiller-Gedächtnis-Preis

Schriftsteller zeichnet sich durch Vielfalt aus

Der Schriftsteller Ror Wolf ist in Stuttgart mit dem Schiller-Gedächtnis-Preis des Landes Baden-Württemberg geehrt worden. Für den erkrankten Autor, der nicht an der Verleihung teilnehmen konnte, nahm der Schauspieler Christian Brückner die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung entgegen, teilte das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst mit. Förderpreise über je 7.500 Euro erhielten die Dramatiker Miroslava Svolikova und Stefan Hornbach. Kunststaatssekretärin Petra Olschowski (parteilos) nannte Wolf einen "Sprachvirtuosen, der sich in seinem Werk gleichermaßen scharfsinnig wie poetisch zwischen allen Genres bewegt". Seine Arbeiten seien von einer großen kreativen Vielfalt geprägt. Der Schiller-Gedächtnis-Preis zählt zu den wichtigsten Literaturpreisen in Deutschland. Die Auszeichnung wurde 1955 zum Andenken an Friedrich Schiller zu dessen 150. Todestag gestiftet. Er wird alle drei Jahre an deutschsprachige Literaten verliehen.

Schriftstellerin Helga Ruebsamen gestorben

2001 war die Niederländerin für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet worden

Die niederländische Schriftstellerin Helga Ruebsamen ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Die Autorin starb in der Nacht zum Dienstag in Den Haag, teilte ihr Verlag Atlas Contact in Amsterdam mit. Ruebsamen war bekannt für Erzählungen über Außenseiter und exzentrische Personen. Preisgekrönt wurden auch ihre Romane, die zum Teil auf ihrer Kindheit in der früheren niederländischen Kolonie, dem heutigen Indonesien beruhten. 2001 war die Autorin für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet worden. "Helga Ruebsamen machte die Welt in ihren Erzählungen und Romanen wie eine Zauberfee schöner", sagte Verlegerin Mizzi van der Pluijm. Ruebsamen war Tochter einer niederländischen Mutter und eines jüdischen deutschen Vaters. Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges war die Familie in die Niederlande gezogen und musste unter der deutschen Besatzung untertauchen.

Frankfurter Museen für unter 17jährige kostenlos

Beschluss gilt ab Januar für 13 städtische Museen

Kinder und Jugendliche bis 17 Jahren können von 2017 an kostenlos die Frankfurter Museen besuchen. Der Beschluss des Magistrats von Ende vergangener Woche gilt für 13 städtische Museen, wie die Sprecherin des Kulturdezernats, Antje Runge, mitteilte. Das pädagogische Angebot in den Museen solle zugleich erweitert werden. Mehrere Zeitungen hatten zuvor darüber berichtet. Die Stadtverordneten müssen noch zustimmen. Die mehr als 46 000 Studenten der Frankfurter Universität haben schon jetzt in diesen Häusern sowie dem Filmmuseum freien Eintritt. Dafür müssen sie einen Euro pro Semester bezahlen. Diese Regelung solle nach einer Probephase nun dauerhaft gelten.

Jan Philipp Gloger wird Schauspieldirektor in Nürnberg

Nachfolge von Klaus Kusenberg zur Saison 2018/2019

Der Schauspiel- und Opernregisseur Jan Philipp Gloger wird neuer Schauspieldirektor am Staatstheater Nürnberg. Gloger soll die Nachfolge von Klaus Kusenberg zur Saison 2018/2019 antreten, wie das Haus mitteilte. Der 1981 in Hagen geborene Gloger arbeitet seit 2007 als Schauspielregisseur. Er inszenierte unter anderem bereits am Bayerischen Staatsschauspiel in München, am Deutschen Theater Berlin, in Augsburg, Essen sowie in Hamburg. Von 2011 bis 2013 war er Leitender Regisseur am Staatstheater Mainz. 2012 eröffnete seine Neuinszenierung von Richard Wagners "Der Fliegende Holländer" die Bayreuther Festspiele.

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