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Kulturnachrichten

Samstag, 24. Juni 2017

Verlag veröffentlicht politische Grass-Texte

Buch erscheint zum 90. Geburtstag des verstorbenen Literaturnobelpreisträgers

Zum 90. Geburtstag von Günter Grass veröffentlicht der Göttinger Steidl Verlag ein Buch mit politischen Texten des Literaturnobelpreisträgers. Der Band "Ich wohne nicht in stehenden Gewässern" erscheine im August, teilte der Verlag mit.
Grass wäre am 16. Oktober 90 Jahre alt geworden, er starb am 13. April 2015. Das von dem früheren Europa-Abgeordneten Klaus Wettig herausgegebene Buch enthält nach Verlagsangaben Kommentare, Essays und Reden von Grass zum politischen Zeitgeschehen. Grass habe sich "wie kein anderer Schriftsteller in die Niederungen der Politik" begeben. Der Schriftsteller hatte unter anderem die Wahlkämpfe des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt (SPD) unterstützt und sich für Sinti und Roma eingesetzt. Der Steidl Verlag besitzt die Weltrechte am Werk des Autors.

"OST"-Zeichen auf Volksbühne wird abgebaut

Demontage der Ära-Castorf

Am Sonntag ist er weg, der Schriftzug "OST" auf dem Dach der Berliner Volksbühne. Damit verschwindet eine Woche vor dem Ende der Ära Castorf ein weit sichtbares Wahrzeichen. Die Demontage soll während der letzen Vorstellung von "Die Brüder Karamasow" stattfinden, wie das Theater per Twitter wissen ließ. Vor einiger Zeit war mitgeteilt worden, dass auch die bekannte Rad-Skulptur auf dem Platz vor dem Theater abgebaut wird. Die Idee für das Speichenrad mit den Beinen stammte damals von Bühnenbildner Bert Neumann, der das Rad zum Logo für die Volksbühne machte. Die Spielzeit und die 25 Jahre dauernde Intendanz von Frank Castorf gehen am kommenden Samstag mit einem Straßenfest zu Ende. Neuer Leiter des Theaters wird der Belgier Chris Dercon. Er war zuletzt Direktor des Londoner Museums Tate Modern.

Karl-May-Festspiele in Elspe und Bad Segeberg eröffnet

Freilichtbühnen zeigen "Winnetou I" und "Old Surehand"

Die Blutsbrüder reiten wieder: Im sauerländischen Elspe hat die diesjährige Inszenierung der Karl-May-Festspiele "Winnetou I - Die Geschichte einer großen Freundschaft" ihre Premiere gefeiert. Höhepunkt des Stücks ist der Moment, in dem Bösewicht Santer brennend einen 20 Meter hohen Wasserfall hinabstürzt. Neben mehr als 60 Darstellern und 40 Pferden ist diesmal auch ein Weißkopf-Seeadler dabei. In der Rolle des Winnetou ist Jean-Marc Birkholz zu sehen, als Old Shatterhand kämpft Kai Noll für das Gute. Ebenfalls an diesem Wochenende starten auch die Karl-May-Festspiele in Bad Segeberg mit "Old Surehand" in ihre 66. Saison. Titelheld ist diesmal Ex-"DSDS"-Gewinner und Musicaldarsteller Alexander Klaws, den Part des Apachenhäuptlings Winnetou übernimmt erneut Jan Sosniok. Auch Sila Sahin und Mathieu Carrière gehören zu den Gaststars. Bis zum 3. September stehen 72 Vorstellungen in dem Freilichttheater am Kalkberg auf dem Programm.

Kohl-Requiem auf Großbildschirm im Domgarten

Bei der Trauerfeier selbst sind nur geladene Gäste

Auch die Öffentlichkeit darf an dem Requiem für den verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl in Speyer teilhaben. Auf einem Großbildschirm soll der Gottesdienst in den südlichen Domgarten übertragen werden. Das teilte das Bistum Speyer mit. Rund 3.000 Stehplätze stünden zur Verfügung, eine Anmeldung sei nicht erforderlich. Im Inneren des Domes könnten aus Sicherheitsgründen ausschließlich geladene Gäste an dem Requiem teilnehmen. Die genaue Uhrzeit für den Beginn werde bekanntgegeben, sobald der Gesamtablauf der Trauerfeiern feststehe. Laut dem Protokoll der Bundesregierung ist dies für 18.00 Uhr geplant. Der Trauerakt solle voraussichtlich etwa eineinhalb Stunden dauern.

Nachlass von Schalck-Golodkowski versteigert

Über 70.000 Euro für Orden, Agentenbrille und Diplomatenpass

In Hamburg kam DDR-Geschichte unter den Hammer: Für rund 70 000 Euro sind Teile des Nachlasses des früheren DDR-Devisenhändlers Alexander Schalck-Golodkowski versteigert worden. Damit erzielte die Auktion mehr als das Doppelte des Startpreises von 30.000 Euro, der für die rund 40 Gegenstände aufgerufen worden war. Versteigert wurde unter anderem eine Vielzahl von Orden und Auszeichnungen des SED-Wirtschaftsfunktionärs. Ein Karl-Marx-Orden, die höchste Auszeichnung der DDR, erreichte mit 8000 Euro den höchsten Versteigerungswert. Eine Agentenbrille sowie der Diplomatenpass von Schalck-Golodkowski kamen für 3300 Euro unter den Hammer. Neben Saalbietern und Live-Bietern im Internet gab es auch einige Telefonbieter aus Deutschland, den USA und Russland. Der im Juni 2015 mit 82 Jahren verstorbene Schalck-Golodkowski gilt als eine der schillerndsten DDR-Persönlichkeiten.

Mehrheit will nicht in Helmut-Kohl-Straße wohnen

Deutsche lehnen Umbenennungen ab

Helmut-Kohl-Straßen sind keine begherten Wohnlagen. Einer Umfrage zufolge lehnen zwei Drittel der Deutschen die Umbenennung eines Platzes oder einer Straße im eigenen Heimatort zu Ehren des verstorbenen Altkanzlers ab. Lediglich 34 Prozent seien für eine Umbenennung, ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid für das Nachrichtenmagazin "Focus". Die Zustimmung ist erwartungsgemäß am höchsten unter Anhängern von Union und FDP (jeweils 43 Prozent) und am niedrigsten bei Anhängern von SPD und Grünen (jeweils 24 Prozent). 56 Prozent lehnten eine Umbenennung in der Umfrage ab. Zehn Prozent äußerten sich unentschieden. Emnid befragte laut "Focus" rund tausend Deutsche.

Baustellenbesichtigung in Berliner Schloss

Blickfang im künftigen Humboldt Forum ist das historische Eosanderportal

Das künftige Humboldt Forum im rekonstruierten Berliner Schloss hat seine Tore zur Baustellenbesichtigung geöffnet. "Die Berliner nehmen die Besichtigung gut an, mit langen Wartezeiten ist nicht zu rechnen", sagte Bernhard Wolter von der Stiftung Humboldt Forum. Bereits am Freitag konnten 7500 Spender und Förderer einen Blick hinter die Kulissen werfen. Blickfang ist das historische Eosanderportal mit seinen großen Bögen vor der lichtdurchfluteten Eingangshalle. Der 30 Meter hohe Raum verbindet historische und zeitgenössische Fassadengestaltung. An der Nordfassade ist heute schon ein Teil vom hellgelben barocken Lustgarten zu sehen.

Roskilde-Festival startet

180 Konzerte auf neun Bühnen

Das dänische DJ-Duo Emil Lange & Eloq eröffnet am Abend mit dem Genre Jersey Club das dänische Musikfestival in Roskilde. Bis zum 1. Juli stehen 180 Konzerte auf neun Bühnen auf dem Programm. Eines der Highlights ist der Auftritt der US-Rockband Foo Fighters am kommenden Freitagabend. Weitere Topacts sind The Weeknd, Arcade Fire, Lorde und US-Rapper Ice Cube. Neben den Konzerten sind Kunstausstellungen und Lesungen geplant. Die 80 000 Karten für das achttägige Festival sind fast komplett vergriffen, teilten die Veranstalter mit. Aufgrund der Terroranschläge in Europa sollen in diesem Jahr mehr Polizisten auf dem Festivalgelände patrouillieren. Die Meteorologen haben zumindest fürs Wochenende trockenes Wetter prognostiziert.

Wiederaufbau der Garnisonkirche im Oktober

Das erklärte der Sprecher der Stiftung in Potsdam

38 Millionen Euro dürfte der Wiederaufbau des 90 Meter hohen Turmes der Garnisonkirche in der brandenburgischen Landeshauptstadt kosten. Im Oktober soll mit den Arbeiten begonnen werden. Die Finanzierung einer Grundvariante sei über Spenden in Höhe von 27,5 Millionen Euro gesichert, sagte Wieland Eschenburg, Sprecher der Stiftung. In einer zweiten Bauphase soll das Kirchenschiff entstehen. Für die Nutzung gebe aber noch keine Idee. Die Garnisonkirche war 1968 gesprengt worden. Kritikern des Wiederaufbau-Projekts gilt sie als Symbol des Militarismus.

Stefan Rosinski in Halle Mißtrauen ausgesprochen

Das berichtet mdr Kultur

Mattias Brenner, Florian Lutz und Josep Caballé-Domenech, die künstlerischen Leiter der Theater-, Oper- und Orchester GmH in Halle (TOOH), haben Geschäftsführer Stefan Rosinski offiziell ihr Misstrauen ausgesprochen. Außerdem habe man sich an den Aufsichtsrat gewandt, meldet der Mitteldeutsche Rundfunk unter Berufung auf ein vorliegendes Schreiben, datiert auf den 12. Juni. Zitiert wird Brenner mit dem Satz: "Ich werde die angespannte Zusammenarbeit in einer Atmosphäre des Nicht-Vertrauens nicht mehr länger dulden". Lutz sieht die "künstlerischen, organisatorischen und geschäftlichen Planungen der TOOH substanziell behindern und gefährden". Rosinski hatte zuvor im MDR eingeräumt, dass es beim internen Controlling und der Budgetsteuerung Mängel gab. Bei der TOOH soll es aktuell ein Finanzloch von 1,7 Millionen Euro geben.

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