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Samstag, 20.01.2018

Kulturnachrichten

Montag, 18. Dezember 2017

Verlag klagt gegen Internet-Angebot von Dortmund

Klage bei Dortmunder Landgericht eingereicht

Erstmals geht ein Verlag juristisch gegen eine Stadt wegen ihr Internet-Angebot vor. Das berichtet das Fachmagazin "Medienkorrespondenz". Danach hat das Medienhaus Lensing, das die Tageszeitung "Ruhr Nachrichten" herausgibt und das gleichnahmige Internet-Angebot betreibt, vor dem Landgericht Dortmund Klage gegen die Stadt Dortmund eingereicht. Sie betreibe ein Online-Angebot, das gegen das Grundgesetz verstoße. Es beschränke sich nicht auf "originäre kommunale Informationen", so der Vorwurf des Verlages. "Eine journalistisch aufbereitete Berichterstattung zu Themen, die nicht der kommunalen Informationspflicht unterliegen, sei der Presse vorbehalten", heißt es weiter. Dies sei sowohl online als auch im Printbereich so. Basis der Klage sei die verfassungsrechtlich verankerte Staatsfreiheit der Presse. Die Stadt Dortmund wollte sich zu der Klage nicht äußern. Derzeit streiten Zeitungsverlage und öffentlich-rechtliche Sender über die Digitalaktivitäten von ARD und ZDF.

Trauer um russischen Menschenrechtler Roginski

Er starb mit 71 Jahren

Der international bekannte russische Menschenrechtler Arseni Roginski, Mitbegründer der Gruppe Memorial, ist gestorben. Sein Tod löste nicht nur in Moskau große Bestürzung aus. In Deutschland äußerten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Außenminister Sigmar Gabriel ihr Mitgefühl. Der Oppositionspolitiker Alexej Nawalny schrieb, Roginski sei "ein großer, unbeugsamer Mensch" gewesen. Roginski sei nicht nur intelligent, sondern auch weise gewesen, sagte Oleg Orlow aus der Leitung von Memorial. Roginski wurde 1946 im nordrussischen Welsk geboren. Er saß zu Sowjetzeiten vier Jahre in Lagerhaft. Ende der 1980er Jahre gehörte er zu den Gründern von Memorial, einer Organisation, die sich die Aufarbeitung der Verbrechen unter dem Sowjet-Diktator Josef Stalin verschrieben hat. Roginski starb nach längerer Krankheit in Israel. "Er wird uns fehlen", sagte der Vorsitzende des Menschenrechtsrates beim russischen Präsidenten.

Posthume Ehrung für Stefan Zweig

Brasilien verleiht dem Österreicher höchste Auszeichnung für Ausländer

Der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig ist rund 75 Jahre nach seinem Tod posthum mit dem Orden "Cruzeiro do Sul" geehrt worden. Die österreichischen Botschafterin nahm die höchste Auszeichnung für Ausländer stellvertretend entgegen. Stefan Zweig war vor den Nationalsozialisten nach Brasilien geflüchtet und schrieb dort unter anderem seine weltberühmte "Schachnovelle". Zweig und seine Frau lebten bei Rio de Janeiro, in Petrópolis. Sie nahmen sich dort 1942 das Leben. Der Orden "Cruzeiro do Sul" wurde 1822 vom brasilianischen Kaiser eingeführt. Ordensträger sind unter anderen die britische Queen Elizabeth II, der amerikanische Präsident Eisenhower und Che Guevara.

Mammutskelett zurück in Halle

Komplettsanierung nach neuesten Erkenntnissen

Die Kopie eines Mammutskeletts ist nach seiner Komplettsanierung wieder zurück im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle. "Becken, Wirbel und Fußhaltung wurden nach neuesten anatomischen Erkenntnissen neu geformt", sagte Archäologin Juliane Weiß in Halle. Experten hatten seit Oktober 2016 im Institut für spezielle Zoologie und Evolutionsbiologie in Jena das Skelett aus einer speziellen Plastikmasse gefertigt. Als Vorbild für die Abgüsse dienten die Originalknochen des "Mammuts von Pfännerhall". Ein Baggerfahrer hatte das Mammutskelett 1953 im Braunkohletagebau im Geiseltal bei Merseburg (Saalekreis) entdeckt. Es ist eines der wichtigsten eiszeitlichen Tierskelettfunde in Deutschland. Das Originalskelett befindet sich im Depot. Er war ungefähr 35 bis 40 Jahre alt und lebte vor rund 220 000 Jahren. Mammuts starben vor etwa 120 000 Jahren als Folge des Klimawandels aus.

Filme mit Huppert und Hüller im Bären-Rennen

Berlinale verrät erste Filme für Bären-Wettbewerb

Filme mit Stars wie Joaquin Phoenix, Sandra Hüller und Isabelle Huppert laufen im Wettbewerb der 68. Berlinale vom 15. bis 25. Februar. US-Regisseur Gus Van Sant ist mit seinem neuen Film "Don't Worry, He Won't Get Far on Foot" dabei, in dem Phoenix an der Seite von Jonah Hill, Jack Black und Udo Kier zu sehen ist. Als Weltpremiere wird im offiziellen Wettbewerb auch Benoit Jacquots "Eva" mit Frankreichs Schauspiel-Diva Isabelle Huppert in der Titelrolle gezeigt. Das teilte das Festival heute mit. Außerdem dabei: "In den Gängen", ein Film des deutschen Regisseurs Thomas Stuber mit Sandra Hüller, Franz Rogowski und Peter Kurth, und das Drama "Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot" von Philip Gröning. In der Berlinale-Special-Reihe ist "Das schweigende Klassenzimmer" zu sehen, der neue Film von Lars Kraume. In dem auf Tatsachen beruhenden Drama aus dem Kalten Krieg spielen unter anderem Leonard Scheicher und Burghart Klaußner.

Kölner Dombauhütten-Handwerk soll Kulturerbe werden

Antrag zur Anerkennung als Immaterielles Kulturerbe

Die Kölner Dombauhütte hat die Anerkennung als immaterielles Kulturerbe beantragt. Zusammen mit den Dombauhütten in Freiburg und Ulm wollen die Kölner ins bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen werden, wie Dombaumeister Füssenich mitteilte. Eine Entscheidung falle frühestens im März. Gemeinsam mit Frankreich werde zudem ein Antrag vorbereitet, das Dombau-Handwerk auf europäischer Ebene bei der Unesco als immaterielles Weltkulturerbe anerkennen zu lassen, so Füssenich. Dazu müssten mindestens 15 europäische Dom- und Münsterbauhütten bei der jeweils nationalen Unesco-Kommision eine Anerkennung als immaterielles Kulturerbe erreichen. Der Dombauhütte in Straßburg sei diese Anerkennung bereits gelungen, hieß es.

Jazzsängerin Keely Smith gestorben

Sie starb im Alter von 89 Jahren in Palm Springs.

Die Jazzsängerin Keely Smith ist tot. Sie starb im Alter von 89 Jahren in Palm Springs, Kalifornien. Die US-Amerikanerin gehörte zu den großen Jazzsängerinnen der Fünfzigerjahre und sang mit Frank Sinatra. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Auftritte mit ihrem Ehemann Louis Prima in den Fünfzigerjahren. Legendär sind ihre gemeinsamen Fernsehauftritte, in denen sie sich umgarnten, während sie Klassiker wie "I've got You Under My Skin" sangen. 2001 war sie für einen Grammy für ihr album "Keely Sings Sinatra" nominiert. Einen ihrer letzten großen Auftritte hatte sie 2008, als sie mit dem Rocksänger Kid Rock gemeinsam bei der Grammy-Verleihung "That Old Black Magic" sang. Keely Smith starb bereits am Samstag an Herzversagen.

Iranische Künstlerin wegen Blasphemie angeklagt

Forouhar reist in ihr Land und stellt sich dem Gericht

Die iranische Künstlerin Parastou Forouhar ist im Iran wegen ihrer Kunst angeklagt. Sie reiste für drei Wochen in ihr Heimatland und stellte sich dem Gericht. Es sei eine Entscheidung darüber, ob sie dem System erlaube, ihr das Land wegzunehmen, in dem sie aufgewachsen sei, sagte die Künstlerin der Zeitung "Die Welt". Das Informationsministerium habe sie wegen Blasphemie und Propaganda gegen das Regime angeklagt. Sie könnte demnach mit bis zu zehn Jahre Haft verurteilt werden. Forouhar lebt seit 1991 in Deutschland. Ihre Eltern waren der Künstlerin zufolge bekannte Oppositionspolitiker und wurden vor 19 Jahren vom Regime getötet. Auslöser für die Klage sind Kunstwerke aus den Jahren 2003 und 2008. Sie bestehen aus Sitzmöbeln, die aus religiösen Tüchern genäht sind. Eine Aktivistin postete ein Foto in den sozialen Netzwerken, wie sie mit einem Glas Wein auf einem der Sitzsäcke sitzt. Das Foto verbreitete sich rasend schnell.

Deutsche Journalistin Mesale Tolu kommt frei

Gerichtsentscheidung in Istanbul

Die deutsche Journalistin Mesale Tolu ist am Mittag aus der türkischen Untersuchungshaft freigelassen worden. Sie darf das Land zunächst nicht verlassen und muss sich wöchentlich bei den Behörden melden. Bundeskanzlerin Merkel zeigte sich erleichtert über die Freilassung. Auch Außenminister Gabriel und SPD-Chef Schulz begrüßten das Urteil. Andere Politiker verbanden dies zugleich mit der Forderung, jetzt auch "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel freizulassen. Insgesamt wurden heute sechs Inhaftierte aus der Untersuchungshaft entlassen. Mesale Tolu saß seit mehr als sieben Monaten im Gefängnis. Ihr und 17 weiteren Angeklagten war Mitgliedschaft in einer Terrororganisation und Verbreitung "terroristischer Propaganda" vorgeworfen worden.

Amazon plant eigene Läden in Deutschland

Zeitpunkt offen

Der Internet-Riese Amazon plant jetzt auch in Deutschland eigene Läden zu betreiben. Das berichtet die Funke-Mediengruppe. Das sei keine Frage des Ob, sondern des Wann, zitiert Funke Amazon-Deutschland-Chef Ralf Kleber. Der klassische Handel stehe in Deutschland immer noch für 90 bis 95 Prozent des Handeslumsatzes. Über den Zeitpunkt machte der Manager keine Angaben. In den USA hat Amazon bereits Zeit eigene Lebensmittel- und Buchläden eröffnet. In Deutschland ächzt derweil der klassische Einzelhandel zunehmend unter dem wachsenden Online-Handel über Amazon und andere Anbieter. So beklagen die Händler derzeit die schwindende Kundenfrequenz im Weihnachtsgeschäft.

"Rede des Jahres 2017"

Auszeichnung geht an Präsident der DFG

Die Universität Tübingen verleiht die Auszeichnung "Rede des Jahres 2017" an den Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Peter Strohschneider. Das Seminar für Allgemeine Rhetorik zeichne die Rede Strohschneiders auf der Jahresversammlung der DFG am 4. Juli in Halle (Saale) aus, teilte die Universität mit. Strohschneider habe in seiner Rede engagiert gegen "populistische Vereinfachungen und alternative Fakten" gehalten, begründete die Jury ihre Entscheidung. Dabei gelang es ihm mit populistischen Strömungen abzurechnen und gleichzeitig eine selbstkritische Wissenschaftspraxis anzumahnen. Die Universität würdigt seit 1998 jährlich eine Rede, die die politische oder kulturelle Diskussion in Deutschland beeinflusst hat. Frühere Preisträger sind der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, Ex-Bundesaußenminister Joschka Fischer und Papst Benedikt XVI.

Maler Pavel Brazda gestorben

Tschechischer Künstler starb mit 91 Jahren

Der tschechische Maler Pavel Brazda ist tot. Er starb gestern im Alter von 91 Jahren, wie Radio Prag heute unter Berufung auf seine Familie mitteilte. Brazda gehörte zu den originellsten Vertretern der tschechoslowakischen und tschechischen Gegenwartskunst. Er wuchs als Sohn eines Rechtsanwalts und Politikers in Brno (Brünn) auf. Während des Kommunismus wurde er mit einem Ausstellungsverbot belegt und arbeitete daher in Isolation. Für seinen Lebensunterhalt arbeitete er als Anstreicher und Heizer. Anerkennung für sein Werk erhielt Brazda seit der Wende von 1989 in ganz Europa. 2006 wurde er aus Anlass seines 80. Geburtstags in der Prager Nationalgalerie ausgestellt. 2008 erhielt er die Verdienstmedaille der Tschechischen Republik.

Mannheimer Kunsthalle wird eröffnet

Festakt mit Bundespräsident Steinmeier

Die Projektleitung der Mannheimer Kunsthalle übergibt heute der Stadt symbolisch den Schlüssel für das neue Museum. Nach zweieinhalb Jahren wird das Museum damit eröffnet. Zum Festakt werden Bundespräsident Steinmeier und Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann erwartet. Steinmeier würdige mit seinem Besuch die Kunsthalle als Beispiel für bürgerschaftliches Engagement, heißt es aus dem Bundespräsidialamt. Das neue Museum wurde von den Hamburger Architekten Gerkan, Marg und Partner entworfen und kostete etwa 70 Millionen Euro. Einen Großteil der Kosten übernahm ein Mäzen. Da die Innenarbeiten des Gebäudes allerdings noch nicht ganz abgeschlossen sind soll der reguläre Kunstbetrieb erst im Sommer 2018 beginnen.

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