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Feature / Archiv | Beitrag vom 17.06.2017

Vergewaltigung als Kriegsstrategie"Jede Nacht haben sie andere geholt"

Von Mechthild Müser

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Eine Frau steht an der Gedenkstätte in Srebrenica in Erinnerung an die Opfer von Bosnien im Jahre 1995.  (dpa/picture-alliance/Fehiim Demir)
Eine Frau steht an der Gedenkstätte in Srebrenica in Erinnerung an die Opfer von Bosnien im Jahre 1995. (dpa/picture-alliance/Fehiim Demir)

Ist die Vergewaltigung von Frauen eine besonders effektive Kriegswaffe? In Bosnien wurden während des vier Jahre dauernden Krieges mindestens 25.000 muslimische Frauen systematisch vergewaltigt. Bis heute wagen sich die betroffenen Frauen nicht in ihre Heimat zurück.

Ziel war unter anderem die ethnische Vertreibung der muslimischen Bosnier. In patriarchalen Gesellschaften gilt die sexualisierte Gewalt an Frauen auch als besondere Demütigung der Männer. Bis heute, über 20 Jahre später, wagen sich die betroffenen Frauen nicht in ihre Heimat zurück.

Am 3. November 2015 erhielt Mechthild Müser für "Jede Nacht haben sie andere geholt" den Juliane Bartel Medienpreis. In der Laudatio heißt es: "Das Feature ist sehr gut komponiert, mithilfe der gut ausgewählten Protagonistinnen gelingt der Autorin ein tiefgehender Einblick in ein erschütterndes Thema." Der Juliane Bartel Medienpreis wird vom Land Niedersachen und dem NDR vergeben und würdigt die kreative Auseinandersetzung mit dem Thema Gleichstellung.

Mechthild Müsers Feature "Jede Nacht haben sie andere geholt - Vergewaltigung als Kriegsstrategie" wurde am 23. Juni 2016 mit dem n-ost-Reportagepreis ausgezeichnet. "Mechthild Müser geht das schwere Thema groß und strategisch an. Ihr Feature packt: Musikalische Trenner, die metallisch-schmerzend daherkommen; Frauen, die ihre Erfahrungen so schildern, dass der Atem stockt. Mechthild Müser erzählt einprägsam erschreckend und zugleich schlicht. Dieser Stil macht das Feature zu einer besonderen Dokumentation und Analyse", heißt es in der Begründung der Jury.


Regie: Uta Reitz
Mit: Helen Grass, Torben Kessler, Bernd Reheuser, Zeljka Preksavec, Sabrina Noack, Daniela Wutte, Thomas Lang, Claudia Urbschat-Mingues
Ton: Henning Schmitz
Produktion: WDR/Deutschlandradio Kultur/BR 2016
Länge: 52'56
(Wdh. v. 27.06.2015)

Mechthild Müser, geboren 1950 in Hamm, Journalistin, Autorin und freie Redakteurin beim Nordwestradio. Feature-Preis Bremer Hörkino 2013 für "Welcome to the city of Jezevac" (DLF/BR). Für Deutschlandradio Kultur 2013: "Sonne, Wind und grüne Felder".

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