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Länderreport / Archiv | Beitrag vom 12.08.2014

Verbotene StadtZutritt wieder erlaubt

Fast 50 Jahre lebten sowjetische Offiziere im "KGB-Städtchen" in Potsdam

Von Axel Flemming

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Ein Zellentrakt des früheren KGB-Gefängnisses in der heutigen Gedenkstätte Leistikowstraße in Potsdam (Brandenburg), aufgenommen am 25.03.2014. Fünf Jahre nach Eröffnung unterstützt die Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam immer mehr Menschen bei Klärung des Schicksals von Angehörigen. (dpa / picture alliance / Ralf Hirschberger)
Zellentrakt des früheren KGB-Gefängnisses in der heutigen Gedenkstätte Leistikowstraße in Potsdam (dpa / picture alliance / Ralf Hirschberger)

Potsdam: Das Areal zwischen Neuem Garten und Pfingstberg galt als "Verbotene Stadt". 1945 waren dort über 100 Villen und Liegenschaften von der sowjetischen Militäradministration in Deutschland beschlagnahmt worden. Im Militärstädtchen Nummer Sieben befand sich die Deutschlandzentrale der sowjetischen Spionageabwehr.

Die Nauener Vorstadt ist heute wieder ein schickes Viertel der Landeshauptstadt. Ein Park, gegenüber Villen, für Potsdam keine ungewöhnliche Konstellation, ungewöhnlich nur, dass bis vor 20 Jahren ein Spaziergang hier unmöglich war.

"Also, wir sind öfter durch den Neuen Garten spazieren gegangen und haben von da aus diese Wachtürme gesehen und die Mauer, die dieses Gebiet eingegrenzt hat. Und es war immer etwas unheimlich."

... sagt Gisela Rüdiger, eine Potsdamerin, die sich noch gut an die Zeit erinnern kann, als die Nauener Vorstadt zwischen Pfingstberg und Neuem Garten unzugänglich war.

12 Wachtürme, anfangs ein Holzzaun, ab 1970 eine meterhohe Mauer aus Betonelementen mit Stacheldraht versperrte das Gelände. Kontrolliert von 350 Soldaten des 10. KGB-Wachbataillons. Denn hier war die Deutschlandzentrale der militärischen Spionageabwehr des sowjetischen Geheimdienstes.

Rüdiger: "Aber es war eigentlich immer bekannt, dass da das KGB-Städtchen ist, die verbotene Stadt und auch, dass dort der Geheimdienst tätig ist. Und dann sind wir auch manchmal zum Belvedere gegangen, und von da aus konnte man so ein bisschen auch auf dieses Areal schauen. Und es war immer ein bisschen düster und erschreckend."

Als die Rote Armee abzog

Das so genannte Militärstädtchen Nr. 7, ein 16 Hektar großes Gelände mit etwa 100 Häusern, war eine Stadt in der Stadt, mit Heizhaus, Poliklinik, Läden, Hotel, Offiziersclubs und Wohnungen. 150 Offiziere und ihre Familien lebten hier, mit Platz zum Fußballspielen, für Fahnenappelle und zum Gedenken an das Vaterland: eine Stalin-Stele, Erinnerung an Lenin und Feliks Dserschinski; den Begründer der Geheimpolizei der Sowjetunion. Das Gebiet blieb abgesperrt, bis die letzten Truppen der Roten Armee aus Deutschland abzogen.

Rüdiger: "Der Geheimdienst geht natürlich nicht vor dem letzten Soldaten, verlässt Deutschland nicht, bevor nicht der letzte Soldat Deutschland verlassen hat." 

Das war erst 1994. Seit November 2002 ist Jann Jakobs Oberbürgermeister von Potsdam, damals war der Sozialdemokrat Leiter des Jugendamtes:

"Ich kann mich sehr gut auch an die Zeit erinnern, weil ja gerade das Militär-Städtchen, wie es beschönigend hieß, ja, dann plötzlich der Allgemeinheit wieder zugänglich wurde, neben den russischen Kasernen natürlich auch. Aber da war es sehr augenfällig. Und Potsdam hat eigentlich einen sehr attraktiven Stadtteil dazu gewonnen. Und wir hatten seinerzeit ganz große Bedenken, dass die ganzen leer stehenden Gebäude von der Westberliner Hausbesetzerszene womöglich okkupiert werden würden und haben alle möglichen Vorbereitungen getroffen, damit dieser Zustand nun nicht eintritt. Weil: wir hatten schon über 50 besetzte Häuser."

Enge Arrestzellen in den Villen

Rückblende 1945, hier spielte sich ein Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte ab. Drei Wochen nach der Potsdamer Konferenz im August, auf der die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs die deutsche Teilung organisierten, mussten die Bewohner ihre Villen in der Nachbarschaft räumen.

Ines Reich: "Bereits zur Potsdamer Konferenz saß das Hauptquartier dieses Geheimdienstes im ehemaligen Kaiserin-Augusta-Stift und vom Balkon des ehemaligen Kaiserinnenzimmers konnte der Chef des Geheimdienstes die vorbeiziehenden Kolonnen nach Schloss Cecilienhof beobachten."

Ines Reich, Leiterin der Gedenkstätte Leistikowstraße:

"Von diesem Punkt aus hat man dann Stück für Stück ein Haus nach dem anderen beschlagnahmt, und für die Zwecke des Geheimdienstes teilweise umgebaut, angebaut, jedenfalls in Nutzung gebracht, so dass dann drei Tage nach der Potsdamer Konferenz auch das nahe gelegene ehemalige Pfarr- und Geschäftshaus der evangelischen Frauenhilfe beschlagnahmt wurde, und in kürzester Zeit zum Gefängnis umgebaut." 

Nur wenige Stunden hatten die Bewohner der beschlagnahmten Gebäude Zeit, ihr Hab und Gut zusammen zu räumen. Sie durften fast ein halbes Jahrhundert lang ihre Häuser nicht mehr betreten. In den großen Vorratsräumen und der Hauswartswohnung im Souterrain des Pfarrhauses richteten die Sowjets enge Arrestzellen ein. Tausende, darunter viele unschuldige Menschen wurden nebenan im Augusta-Stift verhört und verurteilt.

Richard Buchner, Historiker: "Die Verurteilungen, die waren in der Kapelle dieses Mädchengymnasiums. Man hat den Altar rausgeräumt, hat ein Bild von Lenin und eins von Stalin aufgehängt und dort wurden die Urteile verkündet."

... und die Häftlinge blieben meist nur noch kurze Zeit in Potsdam, bis sie von dort in Gulags, also die sowjetischen Arbeitslager, oder zur Vollstreckung der Todesstrafe nach Moskau gebracht wurden.

"Für deutsche Verbrecher - jeder der verdächtig war, war auch Verbrecher - gab es im Grunde nur sechs verschiedene Urteile: nämlich 10 Jahre Gulag, 15 Jahre Gulag, 20 Jahre Gulag, sehr häufig 25 Jahre und dann gab es Todesstrafe mit einem Recht auf Gnadengesuch und Todesstrafe, die vollstreckt wurde."

Gulag oder Todesstrafe

Ab September 1945 saßen die ersten Häftlinge in der Leistikowstraße. Die Gedenkstätte hat zahlreiche Gespräche mit ehemaligen Insassen geführt und aufgezeichnet.

Ines Reich, Leiterin der Gedenkstätte des früheren KGB-Gefängnisses in der Leistikowstraße in Potsdam (Brandenburg), aufgenommen am 25.03.2014. Fünf Jahre nach Eröffnung unterstützt die Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam immer mehr Menschen bei Klärung des Schicksals von Angehörigen.  (dpa / picture alliance / Ralf Hirschberger)Ines Reich, Leiterin der Gedenkstätte des früheren KGB-Gefängnisses in der Leistikowstraße in Potsdam (dpa / picture alliance / Ralf Hirschberger)

Reich: "Weil es niemanden besser gibt um zu erklären, was man erlebt hat in diesem Haus als von den Betroffenen. Und das war unser erstes Anliegen. Wir haben teilweise mehrere Tage auch gedreht, also wirklich lebensgeschichtliche Interviews, um das was zutage gefördert werden kann, eben auch festzuhalten. Natürlich ist das im besten Sinne ein Archiv, weil man davon ausgehen muss, dass in den nächsten Jahren diese Erlebnisgeneration einfach nicht mehr zur Verfügung steht. Und wir dann trotzdem erst einmal diese Erinnerung festgeschrieben haben."

In den einzelnen Zellen im Keller stehen Monitore, die den Besuchern die Zeitzeugenberichte präsentieren. So berichtet zum Beispiel Günter Martins, geboren 1931, über seine Hafterfahrungen. Er war dort als 20-Jähriger von Mai bis September 1951.

Martins: "Damals stand diese Zelle sogar ein Zentimeter ungefähr unter Wasser. Das Wasser war durch dieses Fenster hier gekommen. Aller Wahrscheinlichkeit war dort oben eine Dachrinne kaputt und die Holzverblendung hier draußen vor dem Fenster war jedenfalls auch kaputt, so dass das Regenwasser runter lief. Damals, 1951 gab es diese Holzpritsche noch nicht. Ich habe hier auf dieser Seite auf dem Betonsockel gelegen, der dort hinten weiter zu sehen ist."

Martins wurde in einem Gruppenprozess wegen angeblicher Nichtanzeige eines Verbrechens wegen Waffenbesitz zu 15 Jahren Lagerhaft verurteilt, die er im sowjetischen Gulag im nordrussischen Workuta verbringen sollte. 1953 wurde er in die DDR entlassen. Im Video, das ihn wieder in der Zelle zeigt, schildert er seine Erlebnisse:

"Hier rechts war dieser Heizkörper, der allerdings nicht in Betrieb war, auf dem stand der Topf mit ungefähr ein Liter Trinkwasser, darunter stand dann der Toiletteneimer, der mit keinen Deckel versehen war und auch keinem Tragegriff hatte. Man wurde aus dem Gefängnisblock herausgeführt, wenn man alle zwei Tage den Toiletteneimer raustragen musste. Das war der einzige Moment wo man vielleicht ein, zwei oder drei Minuten ans Tageslicht gekommen ist ..."

Diese Erinnerungen sind jetzt gesichert für die Ewigkeit. Denn selbst wer bei Kriegsende 1945 jugendlich gewesen ist, ist heute über 80 Jahre alt, nur noch wenige der Zeitzeugen sind reisefähig. Gedenkstättenleiterin Ines Reich sagt, gerade die Begegnung mit Zeitzeugen bringt heutigen Jugendlichen mehr, als die reine Beschäftigung mit den geschichtlichen Ereignissen.

Reich: "Wir erleben einfach gerade bei jungen Menschen, dass diese mediale Welt doch ganz wichtig ist und für sie in der Regel der erste Zugang auch ist zu geschichtsträchtigen Orten."

Wasserplörre als Mittagessen

Das merkt man auch bei Günter Martins, selbst wenn er von so trivialen Dingen wie der Versorgung erzählt:

"Das ist hier die berüchtigte Essensklappe, durch die drei Mal am Tage das Essen gereicht wurde. Früh die Tasse Tee mit dem Stück Schwarzbrot, am Abend das gleiche und Mittag eine Wasserplörre. Die Tür ging so zu verschließen, dass man sie nicht von innen öffnen konnte, wahrscheinlich hat der Posten das dann hier solange befestigt, wie das hier durchgereicht wurde. Und hier dieser Spion, eine Sichtblende hier, als Häftling hat man schon gehört, wenn der Posten sich in der Nähe der Tür bewegte, wenn er diese Klappe zur Seite drehte."

Die Schicksale der Gefangenen blieben in der DDR-Zeit nahezu unbekannt. Bis Mitte der 50-er-Jahre kamen noch deutsche Handwerker herein, danach durfte kein Unbefugter ohne Erlaubnis auf das Gelände.

Gisela Rüdiger: "Nee, also normalerweise kam man nicht hin. Es gab einige Leute, die dort Reparaturen durchgeführt haben. Die sind dann mal reingekommen. Aber auch nur kurz. Es gab keine Kontakte zu den Leuten, die darin wohnten, also jedenfalls nicht von normalen Potsdamern und Mitarbeitern, die dort tätig waren oder auch Bewohnern dieser Militärstadt. Da gab es eigentlich keine Kontakte, nicht dass ich wüsste."

Das änderte sich erst 1989 mit dem Umbruch in der DDR.

Rüdiger: "1989 habe ich bei der friedlichen Revolution teilgenommen, und ich bin dann zum Rat der Volkskontrolle gekommen und bin von da aus dann auch in die Behörde des Bundesbeauftragten gekommen und habe mich dann mit Schicksalen beschäftigt. Da war ich die Leiterin der Außenstelle in Potsdam und bin natürlich mit vielen Menschen in Berührung gekommen, unter anderem auch mit Menschen, die in der Leistikowstraße in dem Gefängnis inhaftiert waren." 

An eine Gedenkstätte war damals, 1989 noch nicht zu denken. Es sollte noch fünf Jahre dauern, bis überhaupt der Zugang in die verbotene Stadt wieder erlaubt war.

Ines Reich: "Wir können anhand von Fotos, die von außen über die Mauer in dieses Areal gemacht worden sind, heimlich und privat sehen, dass vermutlich im Zuge der friedlichen Revolution in der DDR man die Sicherheitsanlagen innerhalb des Territoriums verstärkt hat, also an den Zugangstoren gerade in der Straße am Neuen Garten bekamen die Tore so wie Panzeraufsätze. Lichtanlagen und so weiter. Also es ist gut vorstellbar, dass spätestens nach dem Sturm in der Normannenstraße man hier natürlich auch nicht wusste, wie es weitergehen sollte. Der Truppenabzug war beschlossen, die eigene Instabilität in der damaligen Sowjetunion dann in Russland, das muss man alles mitdenken, wenn man über dieses Thema spricht."

Preußische Bausubstanz heruntergewirtschaftet

Die ersten Häftlinge, die diesen Ort wieder besuchten, waren keine zwei Wochen nach dem Abzug der Roten Armee da. Der Historiker Richard Buchner, der sich im Verein "Gedenk-und Begegnungsstätte ehemaliges KGB-Gefängnis" engagiert und auch bei Memorial Deutschland, einer internationalen Nichtregierungsorganisation, die sich für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzt.

Buchner: "Jemand hat mir erzählt, was ich nur wiedergeben kann, nicht beweisen kann, er hätte den damaligen russischen Kommandanten des Hauses gesprochen und der hat erzählt, ja seine eigene Familie ist von Stalin verfolgt worden, und er wär Anhänger Gorbatschows und deshalb wollte er, dass das Haus stehen bleibt. Denn wir haben uns gewundert, dass man nicht einfach eine Mine darein gelegt hat und das platt gemacht hat." 

Aber auch so erlebten die ersten Besucher eine Verwahrlosung größten Ausmaßes, sahen die preußische Bausubstanz massiv heruntergewirtschaftet und durch Anbauten verunstaltet. Fenster waren zugemauert, Wände willkürlich gezogen, am Pfarrhaus fehlten Obergeschoss und der Turm.

Ines Reich: "Besenrein hinterlassen wurde das Gebiet mit Sicherheit nicht. Gottseidank sagen heute Museumsleute, weil doch eine ganze Reihe von Hinterlassenschaften da sind, die sich heute in den Sammlungen des Potsdam-Museums oder auch in unserem Haus befinden. Und teilweise sicher noch von Anwohnern oder Interessierten sichergestellt worden sind. Also Devotionalien unterschiedlicher Art, Briefpapiere, Aktendeckel, mit den Insignien des Geheimdienstes, Fotos von Soldaten des Wachbataillons, die nicht mehr - die Filmstreifen lagen hier rum, die konnten nicht mehr entwickelt werden. wo man einfach auch sieht, dass die auch Gesichter hatten."

Verharmlosung der Zustände im Gefängnis, zu freundliche Interpretation der sowjetischen Beweggründe - die abwägende Art von Reich bescherte ihr massive Kritik. Besonders die Opferverbände liefen zornig Sturm, als nach drei Jahren Umbau 2012 die neue Dauerausstellung eröffnet wurde, die über die Verbotene Stadt, die militärische Spionageabwehr und über das Schicksal von Inhaftierten informiert.

Reich: "Ich denke, dass ein Ort, der historisch so widersprüchlich ist, wie die Leistikowstraße, wenn wir in die Häftlingsgesellschaft vom Nazi und Kriegsverbrecher bis zum unschuldigen Jugendlichen - also ein weites Tableau - dass das immer Anlass gibt, um sich auszutauschen und auch Kontroversen auszuhalten. Das gehört einfach mit dazu."

Gisela Rüdiger, die sich auch im Verein der ehemaligen KGB-Häftlinge engagiert, hat ihren Frieden mit der Neukonzeption bis heute nicht gemacht:

Rüdiger: "Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt nicht bei den ehemaligen Opfern und dem Gedenken - es ist ja eine Gedenkstätte - sondern die ganze Ausstellung ähnelt eher einer Ausstellung, wie man sie in Museen findet."

Mauerfall erst vor 20 Jahren

Gedenkstättenleiterin Ines Reich verweist auf die Besucherzahlen und sagt, dass die Auseinandersetzung um die Art des Gedenkens gerade an diesem Ort auch sehr massiv stattgefunden habe.

Reich: "Wobei in der Öffentlichkeit und vor allem wissenschaftliche Rezensenten, die Vorwürfe, die im Raum standen unter anderem, das wäre jetzt ein KGB-Museum in keiner Weise wieder gefunden noch erhärten konnten, sondern wir erleben, gerade wenn man ins Besucherbuch schaut, also eine hohe Zustimmung was die Ausstellung und der sensible Umgang mit dem Ort anbelangt. Und insofern denke ich ist es Kritik, die vielfältig solche Orte in den letzten 20 Jahren begleitet, ein Umstand, mit dem man rechnen und was man einfach aushalten muss."

Rüdiger: "Naja, man kann nur hoffen. Aber ich habe keine Hoffnung, dass das Verhältnis sich zu vielen ehemaligen Häftlingen noch mal verbessern wird. Die Verletzungen, die vielen Häftlingen zugefügt worden sind durch diese Gedenkstättenleiterin und durch die Führung der Gedenkstätte - die Verletzungen sind so groß, dass da kaum eine Veränderung eintreten wird. Viele gehen dort nicht mehr hin, sie vermeiden es, mit Frau Dr. Reich zusammenzutreffen. Es gibt einfach noch kein Einvernehmen mit vielen ehemaligen Häftlingen und das wäre natürlich ganz wichtig, denn das gehört einfach zu einer Gedenkstätte dazu ..." 

Und dieses Jahr wäre ein Anlass dazu. 2014, das ist 25 Jahre nach dem Fall der Mauer, die Berlin trennte und damit ganz Deutschland. Die Gedenkstätte erinnert an den 2. Fall der Mauer, der in der Potsdamer Verbotenen Stadt, der erst 1994, also vor 20 Jahren stattfand. Oberbürgermeister Jann Jakobs:

"Wenn man sich das heute anschaut, kann man sich das gar nicht mehr vorstellen. Und von daher finde ich das auch wichtig, da es auch ein wichtiges Stück lokaler Geschichte in Potsdam ist, dass wir uns darum bemühen, einige Spuren davon auch wieder sichtbar zu machen. Und dazu wollen wir einige Hinweistafeln wieder aufstellen und rekonstruieren. Dazu gehört auch, dass wir regelmäßig Führungen durchführen wollen. Die beginnen natürlich in diesem Jahr, in diesem historischen Jahr. Wobei ich mir durchaus vorstellen kann, dass das durchaus für eine breitere Öffentlichkeit und auch für die Touristen von Interesse ist."

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Riga - Begrenzte Erinnerung im ehemaligen KGB-Haus (Deutschlandfunk, Kultur heute, 10.08.2014)
Zwischen Ost und West - Die Republik Moldau und ihre abtrünnige Provinz Transnistrien (Deutschlandfunk, Hintergrund, 26.06.2014)
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