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Kalenderblatt / Archiv | Beitrag vom 09.02.2014

USADer Wegbereiter der E-Gitarre

Ernest Tubb brachte einen härteren Sound in die Countrymusik

Von Michael Kleff

Zwei Hände spielen auf einer E-Gitarre. (dpa / picture alliance / Astapkovich Vladimir)
Der Countrysänger Ernest Tubb setzte als erster eine elektrisch verstärkte Gitarre ein. (dpa / picture alliance / Astapkovich Vladimir)

Vor 100 Jahren wurde der amerikanische Countrysänger Ernest Tubb geboren, der diese Musikrichtung nachhaltig prägte. Als erster Bandleader setzte er eine elektrisch verstärkte Gitarre ein. Vielen jungen Künstlern ebnete er später den Weg.

Am 9. Februar 1914 in einem kleinen Ort in Texas geboren, begeisterte sich Ernest Dale Tubb schon als Jugendlicher für Jimmie Rodgers - der als Vater der Countrymusik gilt. Ihm nacheifernd begann Tubb seine Karriere als 20-Jähriger bei der Radiostation KONO in San Antonio. Doch er war erst erfolgreich, als er seinen eigenen Stil entwickelte. Er brachte einen härteren Sound in die bis dahin eher süßlich klingende Old-Time Countrymusik und führte als erster Bandleader eine elektrisch verstärkte Gitarre ein. 1941 hatte Ernest Tubb mit "Walking The Floor Over You" seinen ersten Millionenhit. Der Honky-Tonk war geboren. Steel Guitar, rockige E-Gitarre und ein Gesang, der manchmal laut und aggressiv, manchmal auch schwermütig war, prägten diese Musik, die die Countryszene nachhaltig veränderte.

Mit seiner Band, den "Texas Troubadours", trat Ernest Tubb in den Vierziger- und Fünfzigerjahren nicht nur in den USA und Kanada, sondern auch in Südamerika, Asien und Europa auf. Er veröffentlichte eine erfolgreiche Single nach der anderen und spielte in einigen - wenn auch wenig erfolgreichen - Musikwestern mit. Mitte der Sechziger hatte der Künstler eine eigene Fernsehsendung. In der "Ernest Tubb Show" waren viele bekannte Kollegen zu Gast.

"Ich glaube nicht, dass je jemand die Verdienste von Ernest Tubb richtig gewürdigt hat. Er half jedem, wirklich jedem, der als Countrymusiker nach Nashville kam. Und niemand hat jemals 'Danke, Ernest' gesagt", sagt Loretta Lynn über Ernest Tubb. Er hatte auch dieser, später berühmten Countrysängerin bei ihrer Karriere geholfen, als er sie Anfang der 60er-Jahre in seine Fernsehshow einlud und mit ihr in der Grand Ole Opry in Nashville auftrat - der bekanntesten Bühne der Countrymusik in den USA. 1965 kamen Ernest Tubb und Loretta Lynn mit ihrem Duett "Mr. & Mrs. Used-To-Be" in die Top 20 der US-Countryhitparade. 15 Jahre später wirkte Tubb in "Nashville Lady", der Verfilmung von Lynns Autobiografie mit.

Obwohl bei Ernest Tubb schon 1966 eine schwere Lungenkrankheit diagnostiziert worden war, trat er jedes Jahr noch über 200 Mal auf. Bis Ende der Siebzigerjahre war der Musiker in den Countrycharts vertreten. Auch wenn er keine größeren Erfolge mehr hatte. Als sein Gesundheitszustand sich zunehmend verschlechterte, musste er 1982 seine Karriere beenden.

"Dieser Mann hat mich mit seiner Musik mein Leben lang erfreut. Es ist mir eine Ehre, ihm heute diesen Preis zu überreichen. Ernest Tubb ist ein feiner Mensch. Daran gibt es keinen Zweifel", würdigte der Countryrockstar Charlie Daniels Ernest Tubb, als dieser 1980 von der Academy of Country Music mit dem Pioneer Award für besondere Verdienste um die Countrymusik geehrt wurde.

"Es ist ein wunderbares Gefühl. Ich fühle mich geehrt und bin dankbar. Mit der Countrymusik geht es bergauf. Die Fans waren immer da. Aber es war oft schwierig, sie zu erreichen. Jetzt haben wir geschafft, wofür wir lange Jahre gearbeitet haben: eine bessere Verbreitung."

Nur einen Straßenzug von der Grand Ole Opry in Nashville entfernt, hatte Ernest Tubb schon 1947 einen Plattenladen eröffnet. Ernest Tubb's Record Shop wurde als Treffpunkt der Opry-Stars und für seine von dort live ausgestrahlte Radioshow berühmt. Den Laden und die Konzerte gibt es heute noch. Ernest Tubb starb am 6. September 1984.

Weiterführende Information

Der Mann in Schwarz (Deutschlandfunk, Lange Nacht zu Johnny Cash, 14. 9. 2013)

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