Seit 19:30 Uhr Zeitfragen. Feature
 

Montag, 20.11.2017
 
Seit 19:30 Uhr Zeitfragen. Feature

Studio 9 | Beitrag vom 06.04.2016

US-WahlkampfTrump gehen die Lieder aus

Von Jan Bösche

Podcast abonnieren
Bald ohne Musik? Viele Songs dürfen bei Trumps Wahlkampfveranstaltungen nicht mehr gespielt werden. (dpa / picture-alliance / Jim Lo Scalzo)
Bald ohne Musik? Viele Songs dürfen bei Trumps Wahlkampfveranstaltungen nicht mehr gespielt werden. (dpa / picture-alliance / Jim Lo Scalzo)

Donald Trump inszeniert seine Wahlkampf-Auftritte gerne mit entsprechend symbolischer Pop-Musik. Doch seine Auswahl wird geringer: Nach Neil Young, REM und Adele untersagt auch Rapper Everlast dem Milliardär, seinen alten Hit "Jump around" zu benutzen.

Wenn es nach der Musik geht, ist Donald Trump schon Präsident: Der Kandidat fliegt gerne mit seinem Privat-Hubschrauber ein, begleitet von der Filmmusik aus "Air Force One". Trump weiß genau, was er tut - seine Kampagne teilte mit, er würde die Musik für seine Wahlkampf-Veranstaltungen selbst aussuchen.

Nun hat Trump wieder einmal Ärger deswegen. Der Rapper Everlast entdeckte, dass sein alter Hit "Jump around" von Trump genutzt wurde - und ließ per Twitter eine Schimpftirade ab, in der er Trump unter anderem als "Stück Scheiße" bezeichnete. Hip Hop sei eine schwarze Kultur, was glaube Trump, was er damit zu tun habe? Wenn er Trump begegne, werde er ihm ins Gesicht schlagen.

Adele protestiert gegen Adele-Fan Trump

Auch andere Musiker protestierten bereits dagegen, dass Trump ihre Musik verwendete. Neil Young, REM, Aerosmith wollten nicht dabei helfen, die Trump Anhänger in Stimmung zu bringe. Auch Adele protestierte.

Das muss hart gewesen sein für Trump, denn er gilt als Adele-Fan, der für eines ihrer Konzerte sogar seinen Wahlkampf unterbrochen haben soll.

Trump setzt trotzdem weiter auf Musik: Broadway-Musicals, die Rolling Stones, die Beatles mit "Revolution". Keiner der Präsidentschafts-Bewerber überlässt die Musikauswahl dem Zufall, aber Trump spielt besonders gerne damit. Als er seinen Mitbewerber Ted Cruz angriff, weil der in Kanada geworden wurde, ließ er auf seinen Wahlkampf-Veranstaltungen "Born in the USA" spielen.

Ein Klassiker ist aber immer dabei - Pucchini: Luciano Pavarotti singt voller Hingabe: "Verschwinde oh Nacht, verblasst ihr Sterne, in der Morgendämmerung werde ich gewinnen!" Das ist Trumps wahre Hymne.

Mehr zum Thema

Politische Vereinnahmung - Popsongs als unerlaubte Wahlkampfhilfe
(Deutschlandradio Kultur, Tonart, 02.03.2016)

Schwarze US-Musiker in der Offensive - Black Pop mit politischer Sprengkraft
(Deutschlandradio Kultur, Tonart, 18.02.2016)

Interview

weitere Beiträge

Frühkritik

Norbert Horst: "Kaltes Land"Mörderische Geschäfte
Cover Norbert Horst: "Kaltes Land" (Goldmann / picture alliance / dpa/ Nikos Arvanitidis)

Drogen, Zwangsprostitution, Organhandel: In Norbert Horsts neuem Krimi "Kaltes Land" sieht sich Kommissar Steiger mit einem Netzwerk von Kriminellen konfrontiert – und mit einer Welt, in der das Leben eines Flüchtlings nicht viel wert ist.Mehr

weitere Beiträge

Buchkritik

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur