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Feature / Archiv | Beitrag vom 24.06.2017

Ursendung | WiderstandDenken lernen. Ein Underground-Gymnasium in Minsk

Von Inga Lizengevic

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Unterricht in einem der als Klassenraum genutzten Zimmer am "Jakub-Kolas-Lyceum" (Inga Lizengevic)
Unterricht in einem der als Klassenraum genutzten Zimmer am "Jakub-Kolas-Lyceum" (Inga Lizengevic)

Als Diktator Lukaschenka das aufmüpfige Jakub Kolas Lyceum 2003 schließen ließ, organisierten sich Lehrer und Eltern auf eigene Faust.

In Belarus dürfen Kinder außerschulisch lernen, sind aber verpflichtet, regelmäßig an staatlichen Prüfungen teilzunehmen. Offiziell existiert die Schule nicht. Der Unterricht geht weit über den offiziellen Lehrplan hinaus. Kritisches Denken wird gelehrt und vorgelebt. Im Lehrerkollegium sind einige der führenden Intellektuellen des Landes. 

Bildergalerie zum FeatureAn der Wand dieses Klassenraumes hängt das Pahonia-Wappen. Es war in den frühen 90-ern offizielles Nationalsymbol, und wurde später durch eine Anlehnung an das Wappen aus Sowjetzeiten ersetzt. Es ist heute Symbol für Freiheit und Demokratie in Belarus.Unterwegs zum Lyceum. Der Unterrichtsort muss geheim bleiben.Die Küche des Hauses dient auch als Lehrerzimmer.Eine Pinnwand im Klassenraum des 4. StudienjahresDie Katze "Gin Seng" gehört mit zum Schulinventar.Am Lyceum dürfen die Schüler im Unterricht Tee trinken. Die "Schulklingel" wird manuell bedient.

Regie: Johanna Olausson
Mit: Hansa Czypionka, Malina Ebert, Martin Engler, Christian Heisler, Marija Mauer, Nastassja Revvo, Mandy Rudski
Produktion: Deutschlandfunk Kultur/SWR 2017
Gefördert durch das Grenzgänger-Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung
Länge: 49'07

(Ursendung)

Inga Lizengevic, geboren in Russland, aufgewachsen in Belarus, Russland und der Ukraine, studierte in Minsk und Berlin, lebt als Theaterregisseurin, Hörfunkautorin und Dokumentarfilmerin in Berlin. Zuletzt: "Drei Länder. Meine dreifach gespaltene Persönlichkeit" (SWR 2016).

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