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Mittwoch, 22.11.2017

Kulturnachrichten

Dienstag, 18. Juli 2017

Unterstützung der Bundesregierung für Deniz Yücel

Klage vor Europäischem Gerichtshof für Menschenrechte

Die Bundesregierung wird den inhaftierten Korrespondenten der „Welt" in seinem Verfahren gegen die Türkei vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte unterstützen. Das sagten Bundesjustizminister Maas und Kanzleramtschef Altmaier der „Welt". Altmaier erklärte: "Seit 155 Tagen sitzt Deniz Yücel in Haft, seit 140 Tagen in Isolationshaft. Bis zum heutigen Tag ist ihm keine Anklageschrift vorgelegt worden. Dieses Vorgehen entspricht in keiner Weise einem rechtsstaatlichen Verfahren." Aus diesem Grund werde die Bundesregierung mit einer Stellungnahme die Klage des Anwalts von Deniz Yücel beim Gerichtshof unterstützen.

Spaenle: Haus der Kunst ist schwieriges Erbe

Bayerns Kultusminister eröffnete ein Symposium zur Architektur des Gebäudes

Der CSU-Politiker hat das Haus der Kunst in München zwar als eines der "wichtigsten
Ausstellungshäuser für zeitgenössische Kunst weltweit" bezeichnet. Gleichzeitig sehe er die Herausforderungen, so Spaenle. Das Gebäude, das vor 80 Jahren als "Haus der Deutschen Kunst" von Adolf Hitler eröffnet worden war, sei sich seines "schwierigen Erbes" bewusst und stelle sich seiner Verantwortung offensiv. Vor diesem Hintergrund müsse auch die Herausforderung gesehen werden, das Gebäude zu sanieren und neu zu positionieren, sagte der Minister. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Sanierung und die Neuausrichtung für München und die ganze internationale Kunstwelt einen hohen Mehrwert erbringen werden. Parallel gehe es darum, die Organisationsstruktur zukunftsfest zu machen.

Domestizierung des Wolfs geschah in Eurasien

Jäger und Sammler in der Jungsteinzeit aus machten den Wolf zum Hund

Die Domestizierung des Wolfs geschah außschließlich in einer Weltregion. Das geht aus einer genetischen Studie im Fachblatt "Nature Communications" hervor, an der Forscher der Universitäten in Mainz und Bamberg beteiligt waren. Zuvor gab es Theorien, dass Wölfe an mehreren Orten unabhängig voneinander zum Freund des Menschen wurden. Neben Europa werden zum Beispiel auch Ostasien, der Nahe Osten oder Zentralasien als Ursprung des Hundes gehandelt. Der Übergang vom Wolf zum Hund lief den Forschern zufolge vor 20 000 bis 40 000 Jahren ab. Den genauen Ort haben sie allerdings nicht herausgefunden. Die Forscher nahmen für ihre Arbeit DNA mehrerer Hunde aus der Jungsteinzeit unter die Lupe. Es zeigten sich große Übereinstimmungen der Jungsteinzeit-Hunde mit heute lebenden Tieren, schreiben die Forscher. "Wir schließen auf eine kontinuierliche Hundepopulation von der Jungsteinzeit bis zu heutigen Rassehunden", so die Forscher.

Ehren-Leopard für Todd Haynes

Filmfestival Locarno zeichnet US-Regisseur für sein "einzigartiges Universum" aus

Der US-amerikanische Regisseur und Drehbuchautor Todd Haynes wird beim diesjährigen Internationalen Filmfestival Locarno mit einem Ehren-Leoparden ausgezeichnet. Der 56-Jährige erhält im Rahmen der 70. Ausgabe des Schweizer Festivals den "Pardo d'onore Manor" für sein Werk. In seinen Figuren lebe "die Magie des großen Kinos" wieder auf, begründete der künstlerische Direktor Carlo Chatrian die Entscheidung. Haynes schaffe es, ein "einzigartiges Universum" mit seinen Filmen entstehen zu lassen und dabei die amerikanische sowie die europäische Kinokultur zu vereinen. Filmemacher und Produzent Haynes wurde bereits mehrfach bei großen Festivals ausgezeichnet. Mit der fiktiven Bob-Dylan-Biografie "I'm Not There" gewann Haynes 2007 den Großen Preis der Jury der Filmfestspiele von Venedig. Die Romanverfilmung "Carol" mit Cate Blanchett in der Hauptrolle war für sechs Oscars nominiert. Das Festival von Locarno findet vom 2. bis zum 12. August statt.

Hausvergoldung: Hamburger Kunstaktion beendet

Kunstprojekt soll Aufmerksamkeit auf sozial schwachen Stadtteil lenken

Mit der Vergoldung des letzten Steins hat der Künstler Boran Burchhardt sein umstrittenes Projekt "Veddel vergolden" beendet. Sein Ziel, Aufmerksamkeit auf den sozial schwachen Hamburger Stadtteil zu lenken, habe funktioniert, sagte Burchhardt. "Es geht nicht nur darum, auf das Goldhaus zu schauen. Sondern jeder, der herkommt, sieht auch alles andere", sagte der Künstler. "Man sieht, dass hier 70 Nationen friedlich zusammenleben, was wir in Deutschland sonst nicht überall hinbekommen." Vor rund einem Monat hatte Burchhardt damit begonnen, auf eine 300 Quadratmeter große Hauswand hauchdünnes Blattgold aufzutragen. Die Hamburger Kulturbehörde stellte für das Vorhaben 85 000 Euro aus einem Topf für Kunst im öffentlichen Raum bereit. Das hatte auch zahlreiche Proteste ausgelöst.

Audrey Hepburn bekommt Denkmal in Brüssel

Statue der belgischen Schauspielerin zieht aus der Schweiz nach Brüssel um

Eine Statue, die sich derzeit im schweizerischen Dorf Tolochenaz befinde, soll in den Brüsseler Stadtteil Ixelles umziehen, berichtet die belgische Zeitung "Grenzecho". Hepburn, gebürtig Audrey Kathleen Ruston, wurde im Brüsseler Stadtteil Ixelles geboren und verbrachte dort die ersten neun Jahre ihres Lebens. Das Denkmal soll in Ixelles einige Straßen von Hepburns Wohnhaus aufgestellt werden. Hepburn wurde wurde durch Filme wie "Ein Herz und eine Krone", bei dem sie 1953 mit Gregory Peck auf einer Vespa durch Rom rauschte, oder "Ein süßer Fratz", in dem sie 1957 mit Fred Astaire durch Paris tanzte, berühmt.

Reporter ohne Grenzen eröffnen Büro in Taipeh

Nichtregierungsorganisation hat erstes Büro in Asien eröffnet

Als Grund für die Standortwahl Taiwan gab die Organisation Reporter ohne Grenzen die selbst erstellte jährliche Rangliste der Pressefreiheit an. Demnach ist Taiwan für Journalisten das freieste Land des Kontinents. Bei der Suche nach einem geeigneten Standort für das Asienbüro stand zunächst Hongkong im Fokus. Die Situation für Journaliten in Hongkong habe sich aber aufgrund der zunehmenden Einflussnahme Pekings in den vergangenen Jahren kontinuierlich verschlechtert. "Die Lage ist in Taipeh für unsere Mitarbeiter viel sicherer", sagte der Generalsekretär der Organisation. Taiwan liegt in der Rangliste für Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen auf Platz 45 von 180 Ländern, Hongkong auf Platz 73 und China auf dem fünftletzten Platz

Zwei Auszeichnungen für Thomas Melle

Schriftsteller wird Stadtschreiber von Bergen-Enkheim und erhält Klopstock-Preis

Weitere Würdigungen für Melles Roman "Die Welt im Rücken": der 42-Jährige Berliner wird Stadtschreiber von Bergen-Enkheim 2017/2018, außerdem erhält er den Klopstock-Preis für neue Literatur - die höchste Literaturauszeichnung des Landes Sachsen-Anhalt. Die Stadtschreiber-Auszeichnung ist mit 20 000 Euro dotiert und beinhaltet ein kostenloses Wohnrecht für ein Jahr im Stadtschreiberhaus. Der Klopstock-Preis ist mit 12 000 Euro dotiert. Der 1975 in Bonn geborene Thomas Melle ist Autor vielgespielter Theaterstücke. Seine Romane standen auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, zuletzt der 2016 erschienene Roman "Die Welt im Rücken". In diesem Werk beschreibe der Autor "mit großer Kunstfertigkeit und angemessen distanziert" eine nicht kontrollierbare seelische Störung, lobte die Stadtschreiber-Jury.

Jazzpreis für Sebastian Schuster

Landesjazzpreis Baden-Württemberg mit 15 000 Euro dotiert

Dem Kontrabassisten und Komponisten Sebastian Schuster aus Stuttgart ist der Landesjazzpreis Baden-Württemberg 2017 zugesprochen worden. Der 35-Jährige beschreite mit seiner Band Seba Kaapstad einen vielversprechenden interkulturellen Weg für den Jazz, sagte Kunststaatssekretärin Petra Olschowski. Schuster wird die mit 15 000 Euro verbundene Auszeichnung beim Preisträgerkonzert entgegennehmen. "Es gelingt ihm, Jazz mit südafrikanischer Musikauffassung zu verbinden und eine Musik zu kreieren, die eine neue Sicht auf beide Musikrichtungen schafft", betonte der Juryvorsitzende Bernd Konrad.

Chomsky und Mujica drehen Dokumentarfilm

US-Intellektueller und Uruguays Ex-Präsident arbeiten zusammen

José Mujica, ehemaliger Guerrilla-Kämpfer und Präsident, ist 82, der Sprachwissenschaftler Noam Chomsky 88. Nun haben die beiden gemeinsam einen Dokumentarfilm gedreht. "Das Leitmotiv war, den Weisen des Nordens mit dem Weisen des Südens zusammenzubringen", erklärte ein Sprecher der Produktionsfirma. Weitere Details zum Inhalt wurden nicht genannt- nur, dass die beiden für den Film eine gemeinsame Fahrt in Mujicas altem blauen VW-Käfer Jahrgang 1987 gemacht hätten.

Wachstumsschub bei Netflix

Serien locken Kunden an

Die Online-Videothek Netflix hat im zweiten Quartal 5,2 Millionen neue Abonnenten gewonnen. Vorhergesagt waren lediglich zwei Millionen. Serien wie "13 Reasons Why" und "House of Cards" stehen offenbar hoch im Kurs. Vor allem im internationalen Geschäft konnte Netflix punkten. Weltweit hat der Dienst mittlerweile 104 Millionen Kunden.

Maßnahmen für "Frauen in Kultur und Medien"

Monika Grütters stellt Maßnahmenkatalog für mehr Geschlechtergerechtigkeit vor

Es sei Zeit für "eine breit angelegte Chancenoffensive für Frauen in Kultur und Medien", erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters zur Abschlussveranstaltung eines Runden Tisches im Bundeskanzleramt. Der Runde Tisch "Frauen in Kultur und Medien" erarbeitete die Forderungen zur Gleichstellung. Kultur- und Kreativfrauen brauchen demnach bessere Aufstiegschancen, mehr Mitsprache in Gremien und Jurys, faire Bezahlung und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Zudem werde ein Mentoring-Programm für Künstlerinnen und Kreative auflegen, bei dem Kultur- und Kreativfrauen vom Erfahrungsschatz etablierter Berufskolleginnen und -kollegen profitieren könnten, kündigte Grütters an. Zudem solle es prüfen, wie Frauen nach der Familienphase schneller wieder in ihren Beruf zurückkehren könnten.

Goldene Löwen in Venedig für Fonda und Redford

Jane Fonda und Robert Redford erhalten Auszeichnung für Lebenswerk

Der Preis, der zu den wichtigsten Auszeichnungen des Festivals in Venedig gehört wird am 1. September übergeben. Schauspieler und Regisseur Robert Redford sei über Jahrzehnte hinweg mit einer Mischung aus Strenge, Klugheit und Anmut unübertrefflich geblieben, sagte Festival-Direktor Alberto Barbera. Schauspielerin Jane Fonda sei zugleich politische und soziale Aktivistin, Frauenrechts-Ikone und Sex-Symbol gewesen, aber vor allem eine "Schauspielerin mit extraordinärem Erfolg". Fonda und Redford feierten im Kino gemeinsame Erfolge, etwa mit "Barfuß im Park". In diesem Jahr sind sie im Netflix-Film "Our Souls at Night" zu sehen, der auf der Biennale vorgestellt wird.

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Fazit

Lagos BiennaleKulturelle Zwänge hinter sich lassen
Eine Perfomance des Künstlers Tito Aderemi-Ibitola (Hakeem Jimo)

Auf dem Gelände eines Eisenbahnschuppens für Dampflokomotiven im nigerianischen Lagos findet die erste Kunst-Biennale Lagos statt. 37 Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Welt zeigen ihre sehr politischen und gesellschaftkritischen Werke.Mehr

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