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Mittwoch, 22.11.2017

Kulturnachrichten

Dienstag, 7. November 2017

Uni hängt Kunstwerke nach Sexismus-Vorwürfen ab

Zeichnungen waren als Satire gedacht

Nach heftiger Kritik an Zeichnungen von nackten Brüsten und einem Po hat das Studentenwerk der Universität Göttingen eine Ausstellung mit dem Titel "Geschmackssache" abgehängt. Es habe den Vorwurf gegeben, dass einige der Kunstwerke sexistisch seien, sagte Sandra Schütz vom Studentenwerk. Das Studentenwerk hatte zunächst versucht, den Streit zu entschärfen, indem es eine Stellungnahme der betroffenen Künstlerin neben die Bilder hängte. Die als Satire gedachten Bilder zu der aktuellen Debatte über Frauen und Sexismus sorgten aber weiterhin für so viel Kritik, dass das Studentenwerk schließlich die komplette Ausstellung abhängte. Außerdem hatte die Jüdische Gemeinde sich über ein Bild beschwert, das Albert Einstein mit Schweineohren zeigt. Es sei antisemitisch.

Twitter verdoppelt Tweet-Länge

Kurznachrichten dürfen bis zu 280 Zeichen lang sein

Twitter-Nachrichten dürfen künftig doppelt so lang sein wie bisher. Der Kurznachrichtendienst stockte die Obergrenze für Text-Beiträge nach einem mehrwöchigen Test regulär auf 280 Zeichen auf. Das Feedback aus der Testphase besage, dass Nutzer sich mit der erhöhten Zeichenzahl zufriedener fühlten, da sie sich auf Twitter besser ausdrücken und gute Inhalte finden könnten, erklärte die Firma. Twitter hat seit Jahren mit einem nur zögerlichen Wachstum der Nutzerzahlen und roten Zahlen zu kämpfen. Im vergangenen Quartal stieg die Zahl mindestens einmal im Monat aktiver Nutzer um vier Millionen auf 330 Millionen. Facebook - ein Rivale um Online-Werbegelder - zog längst davon und hat mehr als zwei Milliarden aktive Nutzer.

Andreas Reckwitz bekommt Bayerischen Buchpreis

Ehrenpreis geht an Illustrator und Schriftsteller Tomi Ungerer

Der Kultursoziologe Andreas Reckwitz ist mit dem Bayerischen Buchpreis in der Kategorie Sachbuch ausgezeichnet worden. Der 47-Jährige bekam die Auszeichnung für sein Werk "Die Gesellschaft der Singularitäten. Zum Strukturwandel der Moderne". Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert. Der Ehrenpreis des Ministerpräsidenten ging an den Illustrator und Schriftsteller Tomi Ungerer. Der 85-Jährige schrieb und illustrierte berühmte Kinderbücher wie "Die drei Räuber" oder "Der Mondmann".

Tariq Ramadan nach Vergewaltigungsvorwürfen beurlaubt

Uni Oxford: Vorwürfe gegen Islamforscher haben "verstärkte Unruhe ausgelöst

Die Universität Oxford hat den prominenten Islamwissenschaftler Tariq Ramadan beurlaubt. Mehrere Frauen hatten ihm Vergewaltigung und Belästigung vorgeworfen. Die Vorwürfe gegen den Professor hätten an der Hochschule "verstärkte und verständliche Unruhe" ausgelöst. Mit der Beurlaubung Ramadans sei aber keine Vorverurteilung verbunden. Zwei französische Frauen hatten Ramadan Vergewaltigung vorgeworfen. Zudem gaben mehrere schweizerische Frauen in dortigen Medien an, in den 1980-er und 1990-er Jahren von Ramadan sexuell bedrängt worden zu sein. Der gebürtige Schweizer Ramadan bestreitet die Vorwürfe und hat juristische Schritte wegen Verleumdung angekündigt.

Polnischer Reporter ist Journalist des Jahres

"Reporter ohne Grenzen" zeichnet auch türkische Nachrichtenseite aus

Der Pole Tomasz Piatek ist von "Reporter ohne Grenzen" als Journalist des Jahres 2017 ausgezeichnet worden. Piatek hatte in Artikeln für die Tageszeitung "Gazeta Wyborcza" und in einem Buch scharfe Kritik am polnischen Verteidigungsminister Antoni Macierewicz geübt und ihm vorgeworfen, in illegale Waffen- und Geldgeschäfte mit Russland verstrickt zu sein. Als Medium des Jahres würdigte die Organisation die unabhängige türkische Nachrichtenseite "Medyascope". Die Plattform biete verfolgten Journalisten und Bloggern durch Live-Videos und Podcasts eine Stimme und ermögliche öffentliche Debatten über Themen, die in der Türkei unterdrückt werden. Zum Bürgerjournalist des Jahres kürte die Jury den Fotografen und Blogger Soheil Arabi aus dem Iran, der seit 2013 wegen regierungs- und islamkritischer Einträge auf Facebook im Gefängnis sitzt.

P. Diddy: Namensänderung war nur ein "Scherz"

Rapper veröffentlicht Video zur Klarstellung

Rapper, Produzent und Schauspieler Sean Combs bedauert, mit einer vermeintlichen weiteren Namensänderung Verwirrung angerichtet zu haben. An seinem 48. Geburtstag hatte er verkündet: "Mein neuer Name ist LOVE aka Brother Love". Nun der Rückzieher: Combs veröffentlichte ein Video, in dem er klarstellt: "Ich habe nur gescherzt. Ok?" Er habe keine Verwirrung stiften wollen und eingesehen, dass man mit dem Internet nicht herumspielen dürfe. "Ich habe meinen Namen nicht geändert. Es ist nur ein Teil meines anderen Ichs. Eines meiner anderen Ichs ist Liebe." Der 48-Jährige ist schon als Diddy, P. Diddy, Sean John, Puff Daddy, Puffy und Swag in Erscheinung getreten - kaum jemand hatte schon so viele Pseudonyme wie er.

Natalie Portman erhält "jüdischen Nobelpreis"

Schauspielerin widmet das Geld dem Kampf für Frauenrechte

Hollywood-Star Natalie Portman ist mit dem Genesis-Preis 2018 ausgezeichnet worden. Die in Israel geborene Schauspielerin und Regisseurin habe mit ihrer "charismatischen Bildschirmpräsenz die Herzen von Millionen berührt", hieß es in einer Mitteilung der Genesis-Stiftung. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von einer Million Dollar (862 000 Euro) verbunden und wird auch "jüdischer Nobelpreis" genannt. Sie wird an Menschen vergeben, die durch ihre Leistung andere Menschen inspirieren und sich für das jüdische Volk engagieren. Das Geld soll auf ihren Wunsch dem Kampf für Frauenrechte zugute kommen.

Berliner Schaubühne sagt Gastspiel in Istanbul ab

Mitarbeiter fürchten um ihre Sicherheit in der Türkei

Die Berliner Schaubühne hat kurzfristig das Gastspiel von "Richard III." auf dem internationalen Theaterfestival in Istanbul abgesagt. Mitarbeiter hätten in der aktuellen politischen Situation um ihre Sicherheit in der Türkei gefürchtet, erklärte das Theater und äußerte sein "großes Bedauern" über die kurzfristige Absage der Aufführung der Inszenierung von Thomas Ostermeier. "Die Verhaftungen vieler Journalisten, Wissenschaftler und Menschenrechtler in den letzten Wochen und Monaten, (...) vor allem aber die nicht erkennbaren Gründe hierfür, führten zu einer großen Verunsicherung im Team", erklärte die Schaubühne. Die Inszenierung von Shakespeares "Richard III." mit dem Schauspieler Lars Eidinger in der Hauptrolle galt als das Highlight des Theaterfestivals. Beide Vorstellungen waren seit langem ausverkauft.

Detektive sollten Vorwürfe gegen Weinstein vereiteln

Wochenzeitung "New Yorker" veröffentlicht Vertrag mit Sicherheitsfirma

Der unter vielfachem Missbrauchsverdacht stehende Hollywood-Produzent Harvey Weinstein hat anscheinend nicht nur mit Geld versucht, seine mutmaßlichen Opfer zum Schweigen zu bringen. Nach einem Medienbericht der Wochenzeitung "The New Yorker" engagierte der 65-Jährige mehrere private Sicherheitsfirmen, um Informationen über die Frauen zu sammeln. Eine Mitarbeiterin der Sicherheitsfirma Black Cube soll sich unter falschem Namen mit der Schauspielerin Rose McGowan getroffen haben. Sie habe sich als Frauenrechtlerin ausgegeben und mindestens vier Treffen mit McGowan verdeckt mitgeschnitten, heißt es in dem Bericht. Der "New Yorker" veröffentlichte auf seiner Internetseite einen Vertrag zwischen Weinsteins damaligem Anwalt und der Sicherheitsfirma. Darin wird als ein Ziel festgelegt, "Nachrichtenmaterial bereitzustellen, dass dem Kunden helfen wird, einen negativen Artikel in einer führenden New Yorker Zeitung zu stoppen".
Weinsteins Anwalt bestätigte den Abschluss der Verträge.

IS-Angriff auf TV-Sender in Kabul

Es ist der 18. schwere Anschlag in diesem Jahr

In der afghanischen Hauptstadt Kabul haben Terroristen des sogenannten Islamischen Staates den großen TV-Sender Schamschad angegriffen und mindestens zwei Menschen getötet. Ob die Zahl der Opfer noch zunehmen wird, blieb zunächst unklar. Knapp drei Stunden nach Beginn des Anschlags nahm der Sender sein Programm wieder auf, um als erster über das Ende des Angriffs zu berichten. Es ist bereits der 18. schwere Anschlag in Kabul in diesem Jahr. Der IS war für mehrere der grausamsten davon verantwortlich. Es war auch ein besonders blutiges Jahr für afghanische Journalisten. Das Afghanische Sicherheitskomitee für Journalisten, das Angriffe auf Medien registriert, hat in seinem Halbjahresbericht 73 Fälle von Gewalt aufgeführt - 35 Prozent mehr als 2016. Zehn afghanische Journalisten seien zwischen Januar und Ende Juni getötet worden.

Größte Orgel Österreichs wird restauriert

Die "Riesenorgel" im Stephansdom ist seit 1991 stillgelegt

Die Orgel im Wiener Stephansdom wird wieder spielbar gemacht. Das größte Musikinstrument Österreichs werde in den kommenden drei Jahren mit großem Aufwand erneuert und umgebaut, sagte Domkapellmeister Markus Landerer.
Das gesamte Instrument des Wiener Orgelbauers Johann M. Kauffmann samt der 10.000 Pfeifen vom Ende der 50er Jahre wird bis auf das Gehäuse abgebaut. Technisch werde die Orgel völlig erneuert, so Landerer. Dazu gehört die Neuaufstellung der Pfeifenreihen, die Schwierigkeiten mit der Akustik beheben soll. Die Instandsetzung der Riesenorgel schließe die letzte große Wunde, die der Dombrand in der Nacht zum 12. April 1945 gerissen hat, sagte Landerer. Zu Ostern 2020 soll das Instrument auf der Westempore des Doms wieder eingeweiht werden. Das wäre auf den Tag genau 75 Jahre, nachdem ihre Vorgängerin, die Alte Riesenorgel, beim Dombrand zu Kriegsende 1945 völlig zerstört worden war.

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Fazit

Lagos BiennaleKulturelle Zwänge hinter sich lassen
Eine Perfomance des Künstlers Tito Aderemi-Ibitola (Hakeem Jimo)

Auf dem Gelände eines Eisenbahnschuppens für Dampflokomotiven im nigerianischen Lagos findet die erste Kunst-Biennale Lagos statt. 37 Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Welt zeigen ihre sehr politischen und gesellschaftkritischen Werke.Mehr

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John Lennons Brille  (picture alliance/dpa/Foto: Maurizio Gambarini)

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