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Länderreport / Archiv | Beitrag vom 10.04.2017

Ungewöhnliches MarketingWie Biberach Exil-Schwaben aus Berlin anlockt

Von Thomas Wagner

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Malerisches Biberach: Keine Schulden und jede Menge Arbeit (picture alliance / dpa / Stefan Puchner)
Malerisches Biberach: Keine Schulden und jede Menge Arbeit (picture alliance / dpa / Stefan Puchner)

Die kleine Stadt Biberach hat mit einem schrägen Werbespot einen viralen Hit gelandet. Die schwäbische Gemeinde bietet ländliche Idylle, Arbeitsplätze und Schuldenfreiheit: Ihr Oberbürgermeister will damit die Exil-Schwaben aus Berlin in die Heimat locken.

Etwas über vier Jahre ist es her, dass der damalige Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse für reichlich Schlagzeilen sorgte: Der SPD-Politiker hatte sich damals über die zahlreichen Exil-Schwaben in Berlin mokiert, die zunehmend schwäbische Lebensweise und Lebensweiheiten in der Bundeshauptstadt salonfähig gemacht hatten. Aus Schrippen wurden plötzlich Weckle. Und in so manchem Wohnblock auf dem Prenzlauer Berg, der Berliner Hochburg der Exil-Schwaben, gab es plötzlich die Kehrwoche, genauso wie in Stuttgart, Ulm und Biberach.

Biberach! In der Stadt im Oberschwäbischen, mit 32.000 Einwohnern unwesentlich kleiner als Berlin, sorgt jetzt ein anderer für Schlagzeilen – es ist der Biberacher Oberbürgermeister. Norbert Zeidler nämlich will die Exil-Schwaben aus der Bundeshauptstadt wieder zurückholen. Und hat deswegen einen Werbespot drehen lassen.

Wie erfolgreich war ihr Werben, Herr Zeidler? Der Oberbürgermeister von Biberach im Länderreport-Interview.
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