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Sonntag, 19.11.2017

Kulturnachrichten

Sonntag, 17. September 2017

U2 und Ed Sheeran sagen Konzerte in St. Louis ab

Wegen anhaltender Proteste kann Polizei nicht für ausreichend Sicherheit sorgen

Nach der irischen Rockband U2 hat auch Sänger Ed Sheeran ein Konzert in der US-Stadt St. Louis abgesagt. Seine ausverkaufte Show am Sonntag werde nicht stattfinden, weil die Polizei nicht für Sicherheit garantieren könne, hieß es vom Veranstalter. Vorangegangen waren gewalttätige Proteste gegen den Freispruch für einen weißen Ex-Polizisten, der 2011 einen 24-jährigen Schwarzen nach einer Verfolgungsjagd durch St. Louis erschossen hatte. Der Fall ist einer von mehreren, der zum Teil landesweite Proteste gegen Polizeigewalt entzündet hatte. Die Behörden hatten zuvor bereits erklärt, bei einem für Samstagabend geplanten U2-Konzert könnten nötige Vorschriften wegen der Demonstrationen nicht eingehalten werden.

Albert Speer junior ist tot

Der weltweit gefragte Architekt und Stadtplaner wurde 83 Jahre alt

Albert Speer junior starb bereits am Freitagabend, wie sein Büro in Frankfurt am Main mitteilte. 1964 gründete er sein erstes Architekturbüro, das heute rund 200 Mitarbeiter hat. Global versuchte er, seine Philosophie von einer umweltgerechten und nachhaltigen Stadtplanung umzusetzen. Dazu gehörten für ihn eine Minimierung des Flächenverbrauchs und energieeffizientes Bauen. In Deutschland prägte er vor allem das Stadtbild von Frankfurt am Main, unter anderem mit dem Neubau der Europäischen Zentralbank. Für die Fußball-Weltmeisterschaften in Südafrika 2010 und Katar 2022 plante er den Stadionbau. Sein Vater Albert Speer war Hitlers Chefarchitekt und Rüstungsminister. Von dessen Ansichten distanzierte er sich immer wieder und stellte sich seiner Familiengeschichte.

Location-Scout von "Narcos" in Mexiko ermordet

Carlos Muñoz Portal war für die vierte Staffel der Netflix-Serie auf Drehortsuche

Der Location-Scout Carlos Muñoz Portal war in Mexiko auf der Suche nach geeigneten Drehorten für die neue Staffel von "Narcos": Die Netflix-Serie erzählt die brutale Geschichte der kolumbianischen Drogenmafia. Dabei wurde der 37-jährige Muñoz Portal offenbar selbst Opfer eines Gewaltverbrechens. Lokalen Medien zufolge sei er bereits am Montag in einer als gefährlich geltenden Gegend rund 60 Kilometer außerhalb von Mexiko-Stadt tot in seinem Auto gefunden worden - mit zahlreichen Schussverletzungen. Das Motiv der Tat ist bislang unklar. Die Region nahe der Grenze zum Bundesstaat Hidalgo ist für ihre hohe Mordrate bekannt. Netflix teilte mit, über den Tod von Carlos Muñoz Portal informiert zu sein. Muñoz Portal war schon für einige Hollywoodproduktionen auf Schauplatzsuche: Unter anderem für den James-Bond-Film "Spectre" und "The Fast and the Furious".

Sao Paulo: Verbot von Transgender-Jesus im Theater

Das Stück verletze die "christliche Würde", heißt es in der Urteilsbegründung

Ein Gericht im brasilianischen Bundesstaat Sao Paulo hat die Aufführung eines Theaterstücks verboten, in dem ein Transgender-Jesus auftritt. Das Stück verletze die "christliche Würde" und mache Jesus Christus "lächerlich", zitieren brasilianische Zeitungen aus der Urteilsbegründung. Das Stück "The Gospel According to Jesus, Queen of Heaven" (Das Neue Testament nach Jesus, Königin des Himmels) sollte am Samstag in der Stadt Jundiai aufgeführt werden; tags zuvor untersagte ein Richter die Aufführung. Das Theater will gegen das Urteil Einspruch einlegen. Das Theaterstück ist 2006 von der englischen Transgender-Autorin Jo Clifford geschrieben und 2009 in Schottland uraufgeführt worden. In den vergangenen Jahren wurde es mehrfach auch in Kirchen aufgeführt, unter Verweis auf seine Botschaft für Toleranz und Integration. Das jüngste Verbot hat in brasilianischen Medien und Sozialen Netzwerken eine Protestwelle ausgelöst.

Museum Pasewalk erhält umfangreiche Grafik-Sammlung

Die Grafiken aus der DDR-Zeit sind derzeit in einer Sonderschau zu sehen

Das Museum der Stadt Pasewalk (Kreis Vorpommern-Greifswald) wird um eine Grafik-Sammlung mit rund 700 Werken reicher. Der 82-jährige Eigentümer aus Berlin habe aus Anlass der Ausstellungseröffnung "DDR-Grafik-Sammlung" zugesagt, die Sammlung dem Museum zu schenken, gab die Museumsleiterin Anke Holstein bekannt. Das Museum mit der Paul-Holz-Gedenkstätte gewinne dadurch Werke namhafter und auch international anerkannter Künstler aus den Jahren von 1961 bis Mitte der 1980er Jahre hinzu, darunter Bernhard Heisig, Werner Tübke, Otte Niemeyer-Holstein, Dieter Goltzsche, Joachim Jahn und Klaus Magnus. Die am Sonntag eröffnete Sonderschau zeigt bis zum 19. November anhand von etwa 40 Arbeiten einen Ausschnitt der facettenreichen Sammlung.

Ludwigshafener Filmkunstpreis geht an zwei Filme

Der Preis würdigt in diesem Jahr zwei Filme von Wackerbarth und Grisebach

Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung teilen sich die Filme "Casting" von Nicolas Wackerbarth und "Western" von Valeska Grisebach. Die Preise wurden am Samstag beim Festival des Deutschen Films verliehen. Das Preisgeld teilen sich dabei der Regisseur und die Regisseurin sowie die Produktion und der deutsche Verleih der Filme. Wackerbarth entführe die Zuschauer in den Mikrokosmos der Filmwelt und entlarve in tragikomischer Weise die Strukturen menschlicher Interaktion. Das Schauspielerensemble agiere dabei bis in die kleinste Nebenrolle hinein brillant, urteilte die Jury. Griesebach transportiere mit "Western" Motive und Figuren des ältesten Filmgenres in die moderne Zeit und setze meisterhaft und bildstark archaische menschliche Konstellationen in Szene. Der mit 10.000 Euro dotierte Publikumspreis geht in diesem Jahr an den Film "Ich war eine glückliche Frau" von Martin Enlen.

Volksbühne widerspricht Bericht über Stellenabbau

Chris Dercon reagiert auf einen Bericht des "Spiegels"

Die Berliner Volksbühne wehrt sich gegen einen Bericht über angebliche Stellenstreichungen. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" schreibt in seiner aktuellen Ausgabe unter Berufung auf Unterlagen für den Haushaltsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses, 2018 werde das Schauspielerensemble von 27 auf 12 reduziert, dafür aber die Abteilung für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit um fünf Stellen verstärkt. Insgesamt werde konsequent ein "Umbau des traditionsreichen Theaters in eine Abspielstätte von Fremdproduktionen" vorangetrieben. "Richtig ist, dass nicht wir, sondern Frank Castorf in den letzten Jahren sein Ensemble von 27 fest engagierten Schauspieler*innen auf 11 reduziert hat", schrieb Intendant Chris Dercon in einer Reaktion. "Auch die Größe des neuen künstlerischen Teams der Volksbühne wurde und wird nicht wesentlich verändert."

Letzter Tag der Documenta 14 in Kassel

Ausstellung für zeitgenössische Kunst endet nach 100 Tagen

Ein letztes Mal sind heute die 30 Ausstellungsorte der documenta 14 in Kassel geöffnet. Zur Bilanz der Ausstellung, die alle fünf Jahre stattfindet, wollen sich die Organisatoren in der kommende Woche äußern. Bekannt wurde bereits, dass die documenta14 finanzielle Probleme hat. Es wird ein Defizit von mehreren Millionen Euro erwartet. Die Stadt Kassel und das Land Hessen als Gesellschafter haben angekündigt, eine Bürgschaft zu prüfen.

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