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Interview | Beitrag vom 11.10.2017

Trump, Tillerson und der IQ-TestWie misst man Intelligenz und was sagt sie aus?

Gerhard Roth im Gespräch mit Nicole Dittmer und Julius Stucke

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US-Außenminister Rex Tillerson (l.) und US-Präsident Donald Trump. (dpa / picture alliance)
US-Außenminister Rex Tillerson (l.) und US-Präsident Donald Trump: wer ist der Schlauere? (dpa / picture alliance)

Selbst wenn Donald Trump einen höheren IQ hätte als Rex Tillerson, könnte er trotzdem als Führungsperson ungeeignet sein. Denn ob jemand schnell denken kann, macht nur einen Teil der notwendigen Fähigkeiten aus, sagt der Hirnforscher Gerhard Roth.

Donald Trump sei ein "Depp", soll US-Außenminister Rex Tillerson über seinen Präsidenten gesagt haben. Der reagierte prompt und forderte einen Vergleich beider IQs im Test: "Und ich kann Ihnen sagen, wer gewinnen wird."

Alles nur Spaß, versicherte Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders. Wir haben den Hirnforscher Gerhard Roth dennoch gefragt, wie wohl Trumps Chancen bei einem solchen Vergleich stünden.

Eine ethisch-moralisch "runde Persönlichkeit"

Der US-Präsident könne wohl relativ intelligent sein, aber er habe ihn natürlich nicht getestet, sagte Roth im Deutschlandfunk Kultur. Allerdings komme es bei der Frage, ob sich jemand als Führungskraft eigne, nicht nur auf Intelligenz an.

"Man muss da drei Dinge testen, - und das wird sehr empfohlen von seriösen Kennern der Sache -, dass man sieht, ob der Mensch schnell denken kann und schnell assoziieren kann und sich gut Dinge vorstellen kann", so der Hirnforscher. Hinzu komme die Frage, ob die Person auch eine reife Persönlichkeit besitze, also zum Beispiel eine "runde Persönlichkeit" nach ethisch-moralischen Kriterien.

"Und drittens muss man natürlich seine Fähigkeiten, seine Erfahrungen testen. Das sind drei ganz unterschiedliche Dinge, die man, wenn es darum geht: Stelle ich jemanden ein oder soll jemand eine hochgestellte Position erwerben, unbedingt testen muss. Und beim ersten mag ja Herr Trump relativ intelligent sein", sagt Roth. "Aber beim zweiten und Dritten ist dann schon die große Frage."

Der Hirnforscher und Neurobiologe Gerhard Roth (picture-alliance/ dpa-ZB / Karlheinz Schindler)Der Hirnforscher und Neurobiologe Gerhard Roth (picture-alliance/ dpa-ZB / Karlheinz Schindler)

Wer intelligent ist, lernt schneller

Grundsätzlich seien intelligent sein und intelligent handeln "zwei ganz verschiedene Paar Schuhe", betont der Hirnforscher. "Um intelligent handeln zu können, muss man viel Wissen und viel Erfahrung haben." Das sehe man mitunter bei Studenten, die zwar sehr intelligent seien, aber denen die Lebenserfahrung fehle, um intelligent handeln zu können. Aber auch hier haben es intelligente Leute besser, denn Intelligenz messe sich auch daran, wie schnell jemand lernen könne, sagt Roth. "Bei Trump ist das eben die Frage". (uko)

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