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Kulturnachrichten

Mittwoch, 6. September 2017

Tomi Ungerer erhält Ehrenpreis

Der Autor bekommt den Preis für sein Lebenswerk

Der französische Schriftsteller und Illustrator Tomi Ungerer wird mit dem Ehrenpreis des bayerischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet. Ungerer sei ein
"international anerkanntes künstlerisches Multitalent", würdigte Ministerpräsident Horst Seehofer den Preisträger. "Mit seinem facettenreichen Werk als Schriftsteller, Zeichner und Illustrator begeistert er über Altersgrenzen hinweg." Ungerer wird am 7. November in der Münchner Allerheiligenhofkirche im Rahmen der Verleihung des Bayerischen Buchpreises geehrt.

Dokumentarfilmer Murray Lerner gestorben

Der Oscar-Preisträger wurde 90 Jahre alt

Einer der Pioniere des Dokumentarfilms über die Rock- und Popkultur, Murray Lerner, ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Sein Sohn Noah Lerner teilte mit, der Oscar-Preisträger sei bereits am Samstag in seinem Haus in Long Island City verstorben. Lerner fing 1965 auf dem Newport Folk Festival den Moment ein, in dem Bob Dylan zur elektrischen Gitarre griff - und damit eine der größten Kontroversen in der damaligen Folkszene auslöste. Für seine über drei Jahre entstandene Dokumentation des Newport Folk Festivals, "Festival", wurde er 1967 für einen Oscar nominiert, ebenso 2009 für seine Dokumentation "Amazing Journey: The Story of The Who." Den wichtigsten US-Filmpreis in seinem Metier bekam er 1981 für die Dokumentation der China-Tournee des Violinisten Isaac Stern, "From Mao to Mozart."

Nach Dalí-Exhumierung: Vaterschaftsklage abgewiesen

Frau aus Figueres ist nicht die Tochter des Künstlers

Ein posthumer DNA-Test hat das Rätsel um die Vaterschaft von Salvador Dalí gelöst: Der spanische Maler ist nicht der Vater einer Frau aus Figueres, die den Test eingeklagt hatte. Das teilte die Stiftung "Fundación Gala - Salvador Dalí" mit. Bei der von einem Richter angeordneten Exhumierung des 1989 gestorbenen Künstlers hatten Gerichtsmediziner am 20. Juli im katalanischen Figueres unter anderem Haare sowie Proben von Nägeln und Knochen des einbalsamierten Leichnams entnommen. Die Klage war von der 61-jährige Pilar Abel eingereicht worden, die im spanischen Fernsehen unter anderem als Wahrsagerin und Kartenlegerin auftrat. Sie hatte behauptet, ihre Mutter habe Mitte der 50er Jahre eine heimliche Liebesbeziehung mit dem Surrealisten gehabt.

Gedenkstätte für Olympia-Attentat eröffnet

Mahnmal für die Opfer von München kam 45 Jahre nach dem Terrorakt

Im Münchner Olympiapark wurde das Denkmal für die Opfer des Attentats von 1972 eigenweiht. Neben Angehörigen der Opfer waren Bundespräsident Frank Walter Steinmeier und der israelische Ministerpräsident Reuven Rivlin anwesend. Rivlin nannte den Gedenkort „längst überfällig". Das Mahnmal „Einschnitte" des Architekten Peter Brückner besteht aus einem Hügel, aus dem eine Scheibe heraus geschnitten wurde. Im Inneren werden das Attentat und die Lebensläufe der Opfer dokumentiert. Beim Olympia-Attentat hatte die palästinensische Terrororganisation "Schwarzer September" israelische Sportler als Geiseln genommen, um Gefangene freizupressen. Elf von ihnen und ein Polizist starben, außerdem fünf Terroristen.

Neuer Verleger bei Ullstein

Gunnar Cynybulk kommt vom Aufbau Verlag

Gunnar Cynybulk übernimmt die verlegerische Geschäftsführung der Ullstein Buchverlage. Dies teilte die Bonnier Media Deutschland GmbH in München mit. "Ich freue mich sehr auf diese neue Aufgabe, auf alle Autoren, Partner und die neuen Kollegen", sagte Cynybulk, der den Posten ab dem 1. Oktober übernimmt. Zuvor war der 46-Jährige Leiter des Aufbau Verlags gewesen. Seine Vorgängerin Siv Bublitz hatte Ullstein Ende Juli verlassen.

"Star Wars: Episode IX" verliert Regisseur

Produzenten trennen sich von "Jurassic Parc"-Regisseur Colin Trevorrow

"Star Wars" steht unter keinem guten Stern: Die Kinoserie verliert bereits den dritten Regisseur innerhalb von Monaten. Die US-Produktionsfirma Lucasfilm teilte mit, sie habe sich von Regisseur Colin Trevorrow getrennt, der die letzte Folge der neuen "Star Wars"-Trilogie drehen sollte. Im Juni mussten bereits zwei Regisseure des Films über den intergalaktischen Schmuggler Han Solo gehen. In der Erklärung der Produktionsfirma heißt es: "Wir haben unterschiedliche Ansichten über das Projekt." In Medien war zuvor bereits über einen Rauswurf von Trevorrow spekuliert worden, nachdem sein letzter Film "The Book of Henry" gefloppt war. Die Fachzeitschrift "Hollywood Reporter" sieht als Grund für den Abgang das schlechte Verhältnis zwischen Trevorrow und Lucasfilm-Präsidentin Kathleen Kennedy. "Star Wars: Episode IX" soll im Mai 2019 in die Kinos kommen.

Louvre eröffnet im November in Abu Dhabi

Zehn Jahre gab es Turbulenzen um das Projekt

Den berühmten Pariser Louvre wird es künftig auch in Abu Dhabi geben. Am 11. November eröffnet das Museum dort eine Außenstelle. Auf die Eröffnung in Nahost war ein Jahrzehnt lang gewartet worden. Die Bauarbeiten waren von wirtschaftlichen Turbulenzen und Kritik an den Arbeitsbedingungen vor Ort begleitet worden. Das von dem französischen Architekten Jean Nouvel entworfene Gebäude auf der Insel Saadiyat hat bemerkenswerte Elemente. Das Kuppeldach weist acht Schichten mit geometrischen Formen auf, wodurch tagsüber sternförmiges Licht einfällt. Abu Dhabi hat zugesagt, Frankreich für das Projekt mehr als eine Milliarde Euro zu bezahlen.

Spendenaufruf für Düsseldorfer Schauspielhaus

Sönke Wortmann und Thomas Ruff unterstützen Kampagne

Mit Unterstützung von Regisseur Sönke Wortmann und Fotokünstler Thomas Ruff werben Düsseldorfer Bürger um Spenden für das sanierungsbedürftige Schauspielhaus. Rund sechs Millionen Euro sollen gesammelt werden. Das ist ungefähr die Hälfte der insgesamt rund zwölf Millionen Euro, die allein für die Modernisierung und Sanierung der öffentlichen Bereiche des Theaters gebraucht würden, teilte das Kuratorium mit. Die andere Hälfte tragen die Stadt Düsseldorf und das Land Nordrhein-Westfalen. Das Schauspielhaus ist bereits seit Anfang 2016 wegen technischer Sanierungen und einer angrenzenden Großbaustelle geschlossen.

Österreich schickt Haneke ins Oscar-Rennen

Die Preise werden im März verliehen

Österreich entsendet Michael Hanekes Film "Happy End" in das Renen um den Auslandsoscar. Das entschied eine vom Fachverband der Film- und Musikindustrie einberufene Jury. Das Drama handelt von einer bürgerlichen Familie, die zur Zeit der Flüchtlingskrise im französischen Calais lebt. Über den Film sagte der österreichische Regisseur selber: "Es geht darum, dass die Menschen sich vor allem um sich selbst kümmern. Es geht um emotionale Blindheit, die sich nicht nur gegen Immigranten richtet." Als Schauspieler sind unter anderem Isabelle Huppert, Jean-Louis Trintignant und Mathieu Kassovitz zu sehen. Haneke hatte bereits 2013 für das Drama "Liebe" den Oscar in der Kategorie bester fremdsprachiger Film gewonnen. Die Oscars werden am 4. März 2018 in Los Angeles verliehen.

Maler Arno Rink gestorben

Der Begründer der "Leipziger Schule" wurde 76 Jahre alt

Der Maler und Zeichner Arno Rink ist tot. Er starb gestern in Leipzig an Krebs. Das bestätigte seine Witwe. Rink gilt als einer der wichtigsten Wegbereiter der Neuen Leipziger Schule und bildete auch Neo Rauch, einen der wichtigsten deutschen Maler der Gegenwart, aus. Zuletzt hatte Rink an einer neuen Fassung des Gemäldes "Italienische Begegnung " von 1978 gearbeitet. "Das ist ihm leider nicht mehr gelungen, sie bleibt unvollendet", sagte seine Witwe. Der gebürtige Thüringer lebte und arbeitete seit Anfang der 1960er Jahre in der sächsischen Messestadt. Arno Rink studierte an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) und leitete später 27 Jahre lang die Fachklasse für Malerei und Grafik. Zu seinen Schülern zählen auch Künstlerinnen und Künstler wie David Schnell, Christoph Ruckhäberle, Miriam Vlaming, Katrin Heichel, Franziska Holstein und Claudia Rößger.

Volksbühne zeigt Fall Achenbach als Web-Serie

Web-Serie "Rheingold" wird ab Februar zu sehen sein

Die Berliner Volksbühne bringt Aufstieg und Fall des wegen Millionenbetrugs verurteilten Kunstberaters Helge Achenbach als ironische Web-Theaterserie heraus. Gedreht werde die mehrteilige Geschichte "über die Sehnsüchte eines Hochstaplers" in der Volksbühne, heißt es in der Ankündigung auf der Website des Theaters. Das "zeitgenössische Sittenspiel" mit dem Titel "Rheingold" soll demnach ab Februar auf der neuen digitalen Volksbühnen-Plattform "Fullscreen" zu sehen sein. Unterstützt wird die Auftragsarbeit von der Julia Stoschek Collection. Die Berliner Volksbühne wird seit kurzem von dem belgischen Kunstexperten Chris Dercon geleitet, der zuletzt Direktor der Tate Modern in London war. In der Theaterszene schlägt dem Nachfolger von Frank Castorf große Skepsis entgegen.

Kritische indische Journalistin erschossen

Aktivisten: Hindu-Nationalisten gehen zunehmend gegen kritische Journalisten vor

Eine regierungskritische Journalistin ist in Indien getötet worden. Die 55-jährige Gauri Lankesh wurde auf ihrem Heimweg am späten Dienstagabend am Eingangstor ihres Hauses in Bengaluru aus nächster Nähe von Unbekannten auf einem Motorrad erschossen. Lankesh war die Herausgeberin einer lokalen Wochenzeitung und hatte kritisch über Indiens hindu-nationalistische Regierungspartei BJP sowie deren Vertreter im Bundesstaat Karnataka geschrieben. Sie war im vergangenen Jahr für einen solchen Bericht wegen Verleumdung zu sechs Monaten Haft verurteilt worden. Zuletzt war sie auf Kaution frei. Der Mord löste Entsetzen in indischen Medien aus und gehörte zu den meist erwähnten Themen auf Twitter in Indien.

Can-Bassist Holger Czukay gestorben

Er wurde 79 Jahre alt

Der Mitbegründer und Bassist der Band Can, Holger Czukay, ist tot. Die Leiche des Musikers sei in einer Wohnung in Weilerswist gefunden worden, sagte ein Sprecher der Polizei Euskirchen. Die Kölner Band Can galt als eine der führenden avantgardistischen Bands der 70er Jahre. Sie mixte Klassik, Free Jazz und Rock-Rhythmen mit komplizierten Harmonien und elektronischen Effekten - und wurde zum Vorreiter von New Wave und Elektro-Pop. Berichten von "Express" und "Kölner Stadt-Anzeiger" zufolge hatte ein Nachbar Czukay leblos in dem zur Wohnung umgebauten ehemaligen Can-Studio in Weilerswist gefunden. Ein Notarzt habe nur noch seinen Tod feststellen können.

Buchenwald-Geige von Bruno Apitz erklingt wieder

Konzert mit restaurierter Geige beim Achava-Festival

Nach 72 Jahren erklingt die "Buchenwald-Geige" des Schriftstellers Bruno Apitz erstmals wieder öffentlich. Matthias Wollong, Konzertmeister der Sächsischen Staatskapelle, werde beim Achava-Festival in Erfurt auf ihr spielen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Apitz hatte auf der Geige während seiner Haft im Konzentrationslager Buchenwald bei bunten Abenden und auch zur illegalen Trauerfeier für den Kommunistenführer Ernst Thälmann gespielt. Bruno Apitz, selbst Kommunist, wurde nach der Befreiung mit seinem mehrfach verfilmten Roman "Nackt unter Wölfen" weltberühmt. Es ist die einzige Geige, die das KZ überstanden hat. Apitz' Witwe Marlies überließ nach dem Tod des Autors 1979 die Violine samt Kasten der Gedenkstätte in Buchenwald. Nun habe sie der Weimarer Geigenbauer Matthias Cressin wieder nutzbar gemacht, berichtet die Zeitung.

Heinz Mack erhält Moses Mendelssohn Medaille

Auszeichnung für Einsatz um Toleranz und Völkerverständigung

Die Moses Mendelssohn Medaille geht heute an den Künstler Heinz Mack. Die Auszeichnung der gleichnamigen Stiftung wird vor allem für Bemühungen um die deutsch-jüdische Freundschaft vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Daniel Barenboim, Friede Springer, Avi Primor und Hubert Burda. Heinz Mack erhält die Medaille für seine Arbeiten, die an die Schicksale verfolgter und ermordeter Menschen erinnern, darunter das Anne-Frank-Mahnmal in Duisburg. Ein solches Mahnmal zu gestalten, sei ein problematisches Feld, sagte der Künstler in unserem Programm. Die ganze Kultur der Mahnmale stehe seit mehr als hundert Jahren in Frage.

Nekropolis in der Felsenstadt Perperikon freigelegt

Sensationeller Fund in Bulgarien

In der auf Naturfelsen angelegten antiken Stadt Perperikon in Bulgarien ist eine riesige Grabstätte freigelegt worden. Bei der Bischofsbasilika auf dem 470 Meter hohen Felsberg im Südosten des Balkanlandes seien Menschen in mehreren Epochen beigesetzt worden. "Die Nekropolis war derart populär, so dass die Menschen buchstäblich aufeinander bestattet wurden", erläuterte der renommierte bulgarische Archäologe Nikolaj Owtscharow im Fernsehsender bTV. Die Totenstadt auf Perperikon ist der sensationelle Fund der diesjährigen Grabungskampagne Owtscharows. In den Gräbern fand Owtscharows Team persönliche Gegenstände der Toten sowie Schmuck. Ein Ohrring kam sogar vor laufender bTV-Kamera zu Tage. Nach 18-jährigen Ausgrabungen wurde Perperikons Geschichte bis in die Kupferzeit nachvollzogen.

PEN-Zentrum will Gomringer-Gedicht erhalten

Studierende wollen Text an Hochschulfassade wegen Sexismus entfernen lassen

In den Streit um ein Gedicht an der Fassade der Alice-Salomon–Hochschule in Berlin hat sich das PEN-Zentrum Deutschland eingeschaltet. Die Präsidentin, Regula Venske, forderte Hochschulleitung und Studierende auf, den Text nicht zu entfernen. Wörtlich heißt es in der Stellungnahme: "Wir sind zutiefst beunruhigt über eine Entwicklung, die darauf abzielt, der Kunst einen Maulkorb vorzuspannen oder sie gar zu verbieten." Im Juli hatten Studierende gefordert, das Gedicht des schweizerischen Dichters Eugen Gomringer wegen Sexismus zu entfernen. Daraufhin hatte die Hochschule einen Aufruf zur Neugestaltung der Fassade veröffentlicht. Das spanischsprachige Gedicht war 2011 mit dem Poetik-Preis der Hochschule ausgezeichnet worden.

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