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Kulturnachrichten

Mittwoch, 24. Januar 2018

Titel "Fack Ju Göhte" verstößt gegen gute Sitten

Produktionsfirma darf Titel nicht als Markenname schützen lassen

Der deutsche Filmtitel "Fack Ju Göhte" verstößt nach einem Urteil des EU-Gerichts gegen die guten Sitten und darf daher nicht als Marke geschützt werden. Der mit dem Titel ähnliche englische Ausdruck "fuck you" und damit der gesamte angemeldete Titel seien vulgär, urteilten die Luxemburger Richter. Dass die Filme der "Fack Ju Göhte"-Reihe von Millionen Menschen gesehen worden seien, bedeute nicht, dass Verbraucher nicht von dem Titel schockiert seien. "Fack Ju Göhte 3" war mit fast sechs Millionen Besuchern der mit weitem Abstand erfolgreichste Kinofilm 2017 in Deutschland. Die Constantin Film Produktion GmbH hatte versucht, den Titel als Marke etwa für Spiele, Schreibwaren und Getränke in Europa zu schützen. Sie kann nun innerhalb von zwei Monaten noch vor den letztinstanzlichen Europäischen Gerichtshof (EuGH) ziehen.

Elton John kündigt Rückzug von der Bühne an

Musiker will sich mit Welttournee verabschieden

Elton John hat seine Abschiedstournee angekündigt. Sie soll drei Jahre dauern. Vom kommenden September an will der 70-Jährige bis 2021 Konzerte auf der ganzen Welt geben. Danach wolle er sich intensiver um seine Familie kümmern, teilte der Musiker in New York mit. John hat mit seinem Ehemann, einem Filmproduzenten, zwei Kinder. Diese sind dann zehn und acht Jahre alt. Der Sänger und Komponist steht seit 50 Jahren auf der Bühne, er verkaufte 300 Millionen Alben. Zu seinen bekanntesten Hits gehören "Your Song" und "Candle in the Wind". John gewann fünf Grammys, einen Oscar und einen Golden Globe für "König der Löwen" sowie einen Tony Award für "Aida".

Syrische Autorin erhält Stipendium für Geflüchtete

Rasha Habbal ist erste Torschreiberin am Pariser Platz

Die Syrerin Rasha Habbal wird erste Torschreiberin am Pariser Platz in Berlin. Die 1982 in Hama geborene Autorin, die in Trier lebt, kann damit sechs Monate an einem eigenen literarischen Projekt arbeiten.Die Allianz Kulturstiftung und die Stiftung Brandenburger Tor haben in Zusammenarbeit mit dem Literarischen Colloquium Berlin das Stipendium erstmals für 2018 ausgelobt, wie sie mitteilten. Es richtet sich an Schriftsteller, die in Deutschland leben, weil sie in ihren Heimatländern bedroht oder verfolgt wurden. Habbal lebt seit 2015 in Trier. Sie schreibt auf Arabisch. Derzeit arbeitet sie nach Ansicht der Jury an einem besonders vielversprechenden Roman über die Lebensbedingungen im Exil in Deutschland. Am 1. Februar soll die Stipendiatin bei einem Empfang bei der Stiftung Brandenburger Tor vorgestellt werden.

Grütters: Übermalung von Gedicht ist "Kulturbarbarei"

Berliner Hochschulangehörige kritisierten den Text als "sexistisch"

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat die geplante Übermalung eines Gedichts von Eugen Gomringer an einer Berliner Hochschulfassade als einen "erschreckenden Akt der Kulturbarbarei" kritisiert. "Kunst und Kultur brauchen Freiheit, sie brauchen den Diskurs, das ist eine der wichtigsten Lehren aus der Geschichte", erklärte Grütters. "Wer dieses Grundrecht durch vermeintliche political correctness unterhöhlt, betreibt ein gefährliches Spiel." Der Akademische Senat der Alice Salomon Hochschule in Berlin hatte entschieden, das angeblich sexistische Gedicht zu übermalen. Dabei geht es um den Satz: "Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewunderer". Hochschulangehörige hatten kritisiert, damit würden Frauen zum Objekt männlicher Bewunderung degradiert.

Musikpreis für Berliner Vision String Quartet

Jürgen Ponto-Stiftung zeichnet herausragende Streichquartette aus

Das Vision String Quartet aus Berlin erhält den mit 60 000 Euro dotierten Musikpreis der Jürgen Ponto-Stiftung. Das Ensemble um Jakob Encke, Daniel Stoll, Sander Stuart und Leonard Disselhorst habe eine eigene künstlerische Handschrift entwickelt, erklärte die Jury der Frankfurter Stiftung. "Das gleichberechtigte Nebeneinander von klassischer und populärer Musik halten wir für einen vielversprechenden Weg, neue Publikumsschichten für das Genre der Kammermusik zu gewinnen." Der Preis soll am 4. September beim Beethovenfest in Bonn verliehen werden. Mit dem Preis zeichnet die Jürgen Ponto-Stiftung seit 2012 herausragende Streichquartette aus.

Polen: Regierungsnaher Chefredakteur entlassen

Chef der Katholischen Wochenzeitung muss wohl aus politischen Gründen gehen

Der Erzbischof von Kattowitz, Wiktor Skworc, hat den Chefredakteur der polnischen katholischen Wochenzeitung "Sonntagsgast", Marek Gancarzyk, entlassen. Offiziell erfolgte die Entlassung auf Wunsch Gancarzyks, wie es auf der Internetseite der Erzdiözese hieß. Doch sowohl rechte wie liberale Publizisten nannten politische Differenzen als Grund. Nach Angaben der liberalen Zeitung "Gazeta Wyborzca" störte sich der Bischof an Gancarzyks Nähe zur Regierungspartei "Recht und Gerechtigkeit". Zudem habe der ehemalige Chefredakteur Distanz zu Papst Franziskus ausgedrückt. Die katholische Kirche in Polen unterstützt die Politik der nationalkonservativen Regierung jedoch teilweise sehr offen. Der Erzbischof von Kattowitz hielt sich bislang aus politischen Fragen weitgehend zurück, forderte jedoch mehr Barmherzigkeit gegenüber Flüchtlingen, vor denen die Regierung warnt. In Polen gehören mehr als 90 Prozent der Einwohner der katholischen Kirche an.

Papst fodert mehr Einsatz gegen "Fake News"

Journalisten sollen sich gegen Unwahrheit und Effekthascherei stellen

Papst Franziskus mahnt Journalisten zu nehr Einsatz gegen "Fake News". Keine Desinformation sei harmlos, schreibt er in seiner diesjährigen Botschaft zum Mediensonntag der katholischen Kirche, der am 13. Mai 2018 begangen wird. Nachrichten und ihre Wahrheit seien nicht allein eine Frage sachlicher Korrektheit, sondern auch ihrer konstruktiven Wirkung. Der Papst fordert einen Journalismus, der sich nicht verstelle, der der Unwahrheit, der Effekthascherei und dem prahlerischen Reden den Kampf ansage.

Pariser Kulturschaffende lehnen Koons-Skulptur ab

US-Künstler will Paris ein Werk zum Gedenken an Terroropfer schenken

In einem offenen Brief haben französische Kulturschaffende gefordert, die Riesenskulptur, die US-Künstler Jeff Koons der Stadt Paris im Gedenken an die Opfer der Terroranschläge schenken will, abzulehnen. Der Mitunterzeichner und Galerist Stéphane Corréard sagte gegenüber dem Radiosender "France Info", die Skulptur, die prominent auf dem Platz vor dem Museum für moderne Kunst platziert werden soll, sei vor allem Werbung für Koons. Sie passe nicht an den Ort, sei nicht demokratisch beauftragt worden und habe nichts mit den Opfern zu tun. Geplant ist ein 11 Meter hoher und rund 30 Tonnen schwerer Tulpenstrauß, der von einer Hand gehalten wird. Der Entwurf von Jeff Koons ist bereits fertig gestellt, es fehlt nur noch die Umsetzung. Die ist allerdings nicht im Geschenk inbegriffen. Die Kosten von rund drei Millionen Euro soll ein städtischer Fond tragen.

Pussy-Riot-Mitglieder haben Asyl beantragt

Paar lebt mit Kind seit zehn Monaten in Flüchtlingszentrum in Schweden

Zwei Aktivisten der russischen Protestgruppe Pussy Riot haben in Schweden Asyl beantragt. Dem Fernsehsender SVT sagten Lusine Dschanjan und Alexej Knedljakowski, sie seien mit ihrem kleinen Sohn bereits seit zehn Monaten im Land und lebten in einem Flüchtlingszentrum. "Hier müssen wir nicht ständig Angst haben", sagte Knedljakowski. Was sie bei einer Rückkehr nach Russland erwarte, sei viel schlimmer. Die kremlkritische Punkband Pussy Riot hat in der Vergangenheit immer wieder künstlerische Guerilla-Aktionen an öffentlichen Orten inszeniert und sich dabei unter anderem gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin gewandt. 2012 wurden drei Aktivistinnen nach einem "Punk-Gebet" in einer Kirche verhaftet, wegen "Rowdytums aus religiösem Hass" verurteilt und später begnadigt.

Tinky-Winky-Darsteller von den Teletubbies ist tot

Simon Shelton wurde 52 Jahre alt

Der Darsteller von Teletubbie Tinky Winky, Simon Shelton, ist tot. Das berichtete der britische Fernsehsender BBC unter Berufung auf seinen Sohn. Der gelernte Balletttänzer sei bereits vor einer Woche im Alter von 52 Jahren gestorben. Shelton schlüpfte 1998 in das Kostüm der lilafarbenen Kinderfigur. Die BBC-Serie lief zunächst zwischen 1997 und 2001 und erreichte nach Senderangaben über eine Milliarde Kinder in mehr als 120 Ländern. Dabei liefen die Teletubbies Tinky Winky, Dipsy, Laa-Laa und Po in ihren bunten Kostümen tapsig und staunend durch ihre hügelige Fantasiewelt. Nach fast zehn Jahren Pause kehrten die Figuren im vergangenen Jahr ins deutsche Fernsehen zurück. Der Kinderkanal KiKA strahlte die 60 neuen Folgen in HD aus.

Science-Fiction-Autorin Ursula K. Le Guin ist tot

Viele ihrer Werke waren preisgekrönt

Die US-Schriftstellerin Ursula K. Le Guin ist tot. Sie starb im Alter von 88 Jahren in ihrem Hause in Portland im Bundesstaat Oregon an der Westküste der USA. Das meldet die "New York Times" und beruft sich auf den Sohn der Autorin, Theo Downes-Le Guin. Die Science-Fiction- und Fantasy-Autorin sei bereits am Montag gestorben. Bekannt wurde Le Guin unter anderem mit Romanen wie "Die linke Hand der Dunkelheit" ("The Left Hand of Darkness", 1969). Sie schrieb aber auch zahlreiche Gedichte, Kurzgeschichten und Essays und war als Übersetzerin tätig. Ihre Werke erhielten viele Preise, darunter auch mehrfach die beiden bedeutendsten Preise für Science Fiction-Literatur, den "Nebula Award" und den "Hugo Award". Ihr Werk wurde in mehr als 40 Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft.

Rückgabe der "Hertie"-Bibliothek

Nachkommen sollen Bücher bis Ende März erhalten

Die im sächsischen Bautzen wiederentdeckte Bibliothek der jüdischen Kaufhaus-Dynastie "Hertie" steht kurz vor der Rückgabe an die Nachkommen. Wie Provenienzforscher Robert Langer sagte, soll die Restitution bis Ende März abgeschlossen sein. Über den weiteren Umgang mit der Bibliothek müssten sich die fünf Erben einigen. Die damals in Berlin ansässige Firma der Nachfahren der "Hermann Tietz & Co. Warenhäuser" wurde nach der Machtübernahme der Nationalsozislisten 1933 arisiert. Die drei Teilhaber, die Brüder Georg und Martin Tietz und deren Schwager Hugo Zwillenberg wurden ein Jahr später aus der Unternehmensleitung gedrängt. Nach der Emigration der Familien wurde deren Besitz beschlagnahmt und verkauft, darunter auch die Bibliothek mit gut 4.500 Bänden.

Chile trauert um Schriftsteller Nicanor Parra

Parra galt als Begründer der "Antipoesie"

Chile trauert um einen seiner bekanntesten Dichter. Wie die Zeitung "La Tercera" berichtet, ist der als "Antipoet" weltbekannt gewordene Schriftsteller Nicanor Parra Sandoval im Alter von 103 Jahren gestorben. Zu seinen Auszeichnungen zählt der 2011 in Madrid verliehene Cervantes-Preis, einer der bedeutendsten Literaturpreise in der iberoamerikanischen Welt. Parra gilt als Begründer der sogenannten Antipoesie. Chiles Staatspräsidentin Michelle Bachelet sagte, Chile verliere einen der größten Autoren seiner Literaturgeschichte. Ihr gewählter Nachfolger Sebastian Pinera erklärte: "Das einzige, was ihm noch zur Unsterblichkeit fehlte, war, von dieser Erde zu gehen." International bekannt wurde Parra auch, weil die Werke des am 5. September 1914 in dem Andenstädtchen San Fabian de Alico geborenen Autors auf Initiative seines US-Kollegen Allen Ginsberg ins Englische übersetzt wurden.

Russland verbietet Stalin-Komödie

"The Death of Stalin" hätte diese Woche Premiere gefeiert

Nur wenige Tage vor der geplanten Premiere hat das russische Kulturministerium eine Komödie über den sowjetischen Diktator Josef Stalin verboten. Der Film "The Death of Stalin" des britischen Regisseurs Armando Iannucci verstoße gegen das Gesetz, teilte die Behörde in Moskau mit. Details nannte das Ministerium nicht. Ursprünglich sollte die britisch-französische Produktion mit Jeffrey Tambor und Steve Buscemi noch in dieser Woche in den russischen Kinos anlaufen. Darin werden die letzte Tage des Diktators im Jahr 1953 und der Machtkampf nach seinem Tod thematisiert. Dumaabgeordnete hatten den Film vorab als untragbar bezeichnet und ein Verbot gefordert. In Deutschland soll das Werk Ende März in die Kinos kommen.

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