Seit 20:03 Uhr In Concert
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 20:03 Uhr In Concert
 
 

Thema / Archiv | Beitrag vom 22.09.2009

Tierschützer protestieren gegen REACH

Von Sören Oelrichs

Podcast abonnieren
REACH schreibt auch die Untersuchung von Arzneien vor. (Stock.XCHNG / Davor Fanton)
REACH schreibt auch die Untersuchung von Arzneien vor. (Stock.XCHNG / Davor Fanton)

Die europäische Chemikalienverordnung REACH schreibt vor, Arzneimittel auf ihre Gefährlichkeit zu untersuchen. Zu diesem Zweck will ein Pharmakonzern ein Tierimpfstoff-Zentrum in Hannover errichten. Anwohner und Tierschützer laufen jedoch Sturm gegen die Pläne.

Anfang Juli besetzen etwa 30 Studenten das Gelände für das künftige Tierimpfstoff-Zentrum. Zwischen meterhohem Gras richten sich die Tierschützer häuslich ein, bauen Zelte auf und beziehen einige der seit Jahren leerstehenden Gartenlauben.

"Wir protestieren gegen Massentierhaltung, Tierversuche für die Impfstoffe dienen dazu, das System der Massentierhaltung auszubauen und noch rentabler zu machen", …"

sagt Tierschützer Olaf Schmidt, während er von einer selbst gebauten Aussichtsplattform auf das etwa 2000 Quadratmeter große Gelände schaut. Aus fast allen Teilen Deutschlands sind die Studenten angereist, unter ihnen auch Lara Kempel.

""Wir würden uns wünschen, dass wir lange hierbleiben dürfen, dass hier Veranstaltungen stattfinden, Diskussionsrunden, dass man sich vernetzen kann, um miteinander eine Lösung zu finden."

Doch daraus wird nichts. Nach anderthalb Monaten Besetzung rückt die Polizei mit mehreren Hundertschaften an und räumt das Gelände. Begründung: Der Protest sei nicht mehr friedlich. Die Studenten werden zum Beispiel mit Farbschmiererein in der Stadt in Verbindung gebracht, unter anderem am Haus des Oberbürgermeisters. Ines Jung von der Bürgerinitiative gegen das Tierimpfstoff-Zentrum beobachtet die Räumung:

"Richtig ist es nicht, was die Polizei hier macht, finde es schade, dass die jungen Menschen, die noch was bewegen wollen, so kriminalisiert werden."

Die Studenten klettern auf Bäume und ketten sich an Betonklötze - die Räumung können sie dennoch nicht verhindern. Den Polizei-Einsatz kritisieren sie später als unverhältnismäßig.

"Das ist ein irres Aufgebot, gesetzlich ist die Räumung vielleicht okay, aber nicht, wenn man sich vorstellt, was hier auf dem Gelände künftig passieren soll."

In der vergangenen Woche hat nun der Rat der Stadt Hannover grünes Licht für das Tierimpfstoff-Zentrum gegeben. Tierschützer und Anwohner haben angekündigt, jetzt erst recht gegen den Bau zu protestieren. Ein Beispiel dafür, dass das Problem mit Tierversuchslaboren deutschlandweit eher zunehmen wird.

Thema

Karl der GroßeKunstsinniger Barbar
Eine Figur Karls des Großen steht am 16.06.2014 in Aachen (Nordrhein-Westfalen) im Centre Charlemagne. Die Ausstellung "Karl der Große, Macht, Kunst, Schätze" ist vom 20.06.2014 bis zum 21.09.2014 in Aachen zu sehen.  (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Er war einer der Gründungsväter Europas: Karl der Große hat die karolingische Renaissance eingeleitet. Eigentlich sei es ihm aber nur um die Legitimierung seiner Macht gegangen, meint Kunsthistoriker Michael Imhof. Mehr

DDR-GeschichteSieg über den Ort des Grauens
Der ehemalige politische Gefangene Gilbert Furian in einer Gefängniszelle der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus vom Verein Menschenrechtszentrum in Cottbus (Brandenburg). (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

Weil er in der DDR Interviews mit Punks publizierte, kam Gilbert Furian in den Cottbuser Knast. In der heutigen Gedenkstätte wird er nun in der Oper "Fidelio" mitsingen - um einen "großen Rucksack Bitterkeit" erleichtert.Mehr

Agenturfotos"Das ist sicher ein Aufbruch"
Sheryl Sandberg, Geschäftsführerin des US-amerikanischen Internetkonzerns Facebook  (picture alliance / dpa / Foto: Jean-Christophe Bott)

Die Karrierefrau, die am Schreibtisch sitzt, oder das schamlose Zeigen von Terroropfern in Afrika - Sheryl Sandberg von Facebook und Pam Grossman von der Bildagentur Getty Image wollen solchen Klischeefotos etwas entgegensetzen. Sie haben die Datenbank "Lean In Collection" gegründet. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur