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Breitband | Beitrag vom 10.02.2018

Technologie und SexVoll Porno?

Philip Banse im Gespräch mit Lisa Andergassen, Jan-Keno Janssen und Wolfgang Buschlinger

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Eine Banane liegt auf einem rosa Untergrund und wirft einen scharfen Schatten darauf. (Mike Dorner auf Unsplash )
Wird in der Welt der Emoticons auch als Symbol für den Penis verwendet: die Banane. In Pornos geht es expliziter zu. (Mike Dorner auf Unsplash )

Die Porno-Branche hat schon viele technische Innovationen vorangetrieben – und kommt aus der Schmuddelecke trotzdem nicht raus. Ist es Zeit für eine neue Kommunikation über Pornografie?

28.5 Milliarden Besucher im Jahr, 81 Millionen pro Tag, 50.000 Suchanfragen in der Minute, mehr als vier Millionen neue Videos im letzten Jahr. Diese astronomisch großen Zahlen stammen aus der Statistik des Portals Pornhub, der größten Pornowebsite der Welt. Die Zahlen zeigen: Porno ist beliebt und eine riesige Industrie.

Porno ist aber auch: umstritten und von zweifelhaftem Ruf. Sein schlechter Einfluss auf die Jugend wird immer wieder diskutiert, zusammen mit der Sexualisierung unserer Gesellschaft und deren negativen Auswirkungen, wie Abstumpfung, Leistungsdruck und Objektivierung.

Gefälschte Sex-Videos

Sex und Porno sind eigentlich überall. Trotzdem haben wir bis heute keinen offenen, aufgeklärten Umgang damit gefunden. Das liegt auch an den vielen menschenunwürdigen, frauenfeindlichen und teilweise illegalen Varianten von Porno, wie zum Beispiel "Fake Porn".

Seit Ende 2017 kursierte auf der Plattform Reddit Software, mit der sich die Gesichter von Pornodarstellern durch die von Prominenten ersetzen lassen. In einem Forum von Reddit konnte man gefälschte Videos von Schauspielerinnen wie Scarlett Johansson oder Daisy Ridley sehen. Inzwischen sind die gefälschte Pornos auf vielen Kanälen verboten – sofern sie denn erkannt werden.

Virtual Reality: Pornos im eigenen Bett?

"Spätestens dadurch wurde einer breiteren Öffentlichkeit bewusst, welche Möglichkeiten Machine-Learning-Algorithmen für solche Face-Swaps bieten", heißt es auf heise.de. Im Fall der Fakes waren es einzelne Entwickler, aber tatsächlich hat die Pornobranche schon viele technische Entwicklungen vorangetrieben.

Von der Super 8-Kamera, über die Verbreitung von Pornos über Videokassetten, hin zu Onlinebezahldiensten und Streamingplattformen: Viele dieser Innovationen haben sich unter dem Einfluss der Pornobranche entwickelt. Nun gilt Virtual Reality als die Zukunft der Pornografie. Doch bisher hinken die tatsächlichen Entwicklungen den Erwartungen hinterher.

Welches Potential hat die neue Technik? Werden mit VR jetzt alte Science-Fiction-Vorstellungen Realität? Was bedeutet das für unsere Körper- und Selbstbilder? Oder unsere Beziehungsgestaltung? Wo liegen Grenzen und wo sollten wir welche ziehen?

Ist es Zeit für eine neue Kommunikation über Porno?

Darüber spricht Philip Banse mit der Medienwissenschaftlerin Lisa Andergassen, dem Journalisten Jan-Keno Janssen und dem Philosophen Wolfgang Buschlinger.

Hier geht's zu dem in der Sendung erwähnten Buch "Make Love" von Ann-Marlene Henning.

Und noch eine Zahl: Laut der Statistik von Pornhub war "Porn for Women" die häufigste Suchanfrage 2017.

Das Team

Moderation: Philip Banse
Redaktion: Bettina Conradi und Jana Wuttke
Webredaktion: Nora Gohlke

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