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Tonart | Beitrag vom 16.02.2017

Systemisches CoachingRapper Curse hilft bei der Selbstfindung

Curse im Gespräch mit Mathias Mauersberger

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Der Rapper Curse 2006 bei einem Konzert in Lahr. (imago/MAVERICKS)
Von der Bühne ins Seminar: In seinen Texten und als Coach widmet Curse sich persönlichen Themen. (imago/MAVERICKS)

"Wahre Liebe" und "Freiheit" – so heißen zwei der bekanntesten Tracks von Curse. Mit persönlichen Themen setzt sich der Rapper nicht nur in seinen Texten auseinander. Curse arbeitet mittlerweile auch als systemischer Coach.

Zum Coaching ist Michael Kurth, so der bürgerliche Name des Rappers Curse, über eine künstlerische Krise gekommen. Für ein paar Jahre hatte er der Bühne den Rücken gekehrt. Kurth nahm sich Zeit für andere Projekte und auch für eine Ausbildung zum systemischen Coach. Darüber hat er wieder zu seiner Musik zurückgefunden.

"Durch das Coaching, durch die Ausbildung und auch durch den Buddhismus, mit dem ich mich viel beschäftige, bin ich in eine andere innere Position gekommen und habe einen anderen Ausblick gefunden auf meine eigene Musik, meine Texte, meine Kunst."

Lernen von Obama

Nun lässt er andere an seinen Erfahrungen teilhaben, ist als Coach in Deutschland und Österreich unterwegs. 

"Ich habe mich dafür interessiert, was bekannte, erfolgreiche Persönlichkeiten für Rituale haben. Bei Obama hat mich sehr beeindruckt, dass er sich in den ersten 45 Minuten des Tages nicht von äußeren Dingen, wie E-Mail, Telefon oder Zeitung beeinflussen lässt, sondern die Zeit dafür nutzt, sich selbst auszurichten. Ich habe festgestellt, dass das mit unserem normalen Leben oft nicht übereinstimmt. Die meisten von uns lassen sich von ihrem Handy wecken und das Erste was wir sehen ist, welche E-Mails und WhatsApp-Nachrichten eingegangen sind. Ich habe mich gefragt: Was passiert denn da eigentlich mit dem Gehirn? Und wäre es nicht empfehlenswert, uns auch so eine Zeit einzurichten, in der wir erstmal was anderes tun."

Empfehlungen wie diese sind Teil seines "OOOO + (X)"-Workshops. Es gehe ihm aber nicht darum, die Teilnehmer zum positiven Denken zu drillen. Insbesondere etwa bei inneren Blockaden gebe es kein Allheilmittel, das sich auf jeden anwenden ließe. Im Gegenteil:

"Es geht vielmehr darum, dass die Leute selbst durch Reflektion, durch Schreiben für sich selbst an ihren Themen arbeiten. (…) Das Schöne am systemischen Coaching ist, dass wir erstmal davon ausgehen, dass der Coach keine Ahnung hat. Wir wissen nicht, was bei den Klienten Sache ist. Wir gehen davon aus, dass sie selbst zu 100 Prozent die Lösung in sich tragen. Aber durch bestimmte Fragen und Techniken begleiten wir die Klienten."

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