Seit 01:05 Uhr Tonart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 01:05 Uhr Tonart
 
 

Interview / Archiv | Beitrag vom 07.08.2014

SyrienTräume in Zeiten des Krieges

Die Künstlerin Mey Sefan befasst sich mit dem Unterbewusstsein ihrer Landsleute

Moderation: André Hatting, Marianne Allweiß

Podcast abonnieren
Eine Syrerin wartet in Istanbul mit Kindern auf eine Fähre (AFP/BULENT KILIC)
Syrer auf der Flucht vor dem Krieg (AFP/BULENT KILIC)

Die syrische Tänzerin und Performerin Mey Sefan sammelt Träume: nicht nur ihre eigenen, sondern auch die ihrer Landsleute. So komme sie ihnen besonders nahe - gerade jetzt, in Zeiten des Krieges, sagt sie.

Schon seit ihrer Kindheit interessiert sich die syrische Künstlerin Mey Sefan für ihre Träume. Die änderten sich deutlich nach Beginn des Aufstands gegen Machthaber Baschar al-Assad vor drei Jahren. Wie sich zeigte, erging es vielen Syrern so: Plötzlich träumten sie besonders häufig von der Farbe Schwarz, von toten Fischen oder vom Wegrennen und Verfolgtwerden. Auf einer Facebook-Seite sammelt Sefan diese Träume.

Vom Krieg bleiben meist nur Zahlen

"Man kommt auf jeden Fall sehr nahe an die Menschen heran", sagt die Künstlerin, die in Deutschland im Exil lebt. Das sei das Wichtigste an ihrem Projekt: Gerade während des Krieges gehe verloren, wie sich die Menschen wirklich fühlten. Es blieben meist nur Zahlen und Fakten. Sie aber habe einen indirekten Zugang zum Unterbewusstsein der Menschen.

Ein künstlerischer Dialog über Träume

Es dauerte über zwei Jahre, bis sich Sefan traute, die Träume künstlerisch zu verarbeiten. Aus einem hat sie nun einen kurzen Film gemacht, den sie im Rahmen der syrischen Kulturkarawane zeigt. Diese Karawane tourt derzeit durch Europa. Sefan hofft, dass Künstler aus aller Welt mit den gesammelten Träumen etwas machen werden und so ein künstlerischer Dialog darüber entsteht.

Facebook-Seite der "Caravane Culturelle Syrienne"

Mehr zum Thema:

Türkei - Sorge um das friedliche Miteinander (Deutschlandradio Kultur, Weltzeit, 06.08.2014)
Psychologie - Widerstandsfähigkeit "sehr unterschiedlich ausgeprägt" (Deutschlandradio Kultur, Interview, 01.08.2014)

Interview

NSU-ProzessPlädoyer für den Plädoyer-Mitschnitt
Der Bundesanwalt Herbert Diemer (l-r), Oberstaatsanwältin Anette Greger und Bundesanwalt Jochen Weingarten stehen am 25.07.2017 im Gerichtssaal in München (Bayern) an ihrem Platz. Vor dem Oberlandesgericht wurde der Prozess um die Morde und Terroranschläge des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) fortgesetzt. (dpa / Peter Kneffel)

In deutschen Gerichtssälen gilt das gesprochene Wort: Mitgeschnitten wird grundsätzlich nicht. Mit Beginn der Plädoyers beim NSU-Prozess ist die Debatte um Sinn und Unsinn dieser Regelung wieder entflammt. Rechtsexperte Udo Vetter hält das Mitschnittverbot für veraltet.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur