Seit 13:07 Uhr Länderreport
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 13:07 Uhr Länderreport
 
 

Fazit / Archiv | Beitrag vom 04.01.2013

Suhrkamp-Streit: "Kommunikations-Pathologie" als Hauptproblem

Philosoph Axel Honneth kann sich Joachim Gauck als Vermittler vorstellen

Axel Honneth im Gespräch mit Gabi Wuttke

Podcast abonnieren
Verlagszentrale von Suhrkamp in Berlin, Prenzlauer Berg (picture alliance / dpa / Paul Zinken)
Verlagszentrale von Suhrkamp in Berlin, Prenzlauer Berg (picture alliance / dpa / Paul Zinken)

Ob beim Streit um den Suhrkamp Verlag tatsächlich ökonomische Gründe eine Rolle spielen, sei schwer zu durchschauen, sagte der Verlagsautor und Direktor des Instituts für Sozialforschung an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main, Axel Honneth.

Gemeinsam mit mehr als 150 Wissenschaftsautoren und Übersetzern war Honneth mit dem Appell "Eigentum verpflichtet" an die Öffentlichkeit getreten. "Es scheint mir eher beinahe eine Art von Kommunikations-Pathologie zu sein" - und zwar auf beiden Seiten, formulierte er das Problem bei Suhrkamp im Interview.

In den vergangenen Jahren sei die Chance verpasst worden, "miteinander zu reden und sich vielleicht auf einem gütlichen Weg zu einigen". Der Rechtsweg trage nämlich das hohe Risiko, "dass am Ende solch ein Verlag zerschlagen wird", betonte Honneth. Es sei "Leichtsinn", dass man die Lösung den Rechtsanwälten oder einem Richterspruch überlasse.

Honneth appellierte eindrücklich an beide Parteien, sich vor dem nächsten Gerichtstermin gemeinsam an einen Tisch zu setzen. Dabei solle eine Person vermitteln, die "keine Vorgeschichte" mit dem Verlag habe und daher unvoreingenommen sei. Honneth hoffte, dass sich jemand findet, dem "vor allen Dingen auch das geistige Gewicht des Verlags vor Augen steht und der natürlich Kommunikationsgeschick hat".

Das müsse kein Therapeut sein, sondern "eher jemand aus dem literarisch-kulturellen Leben, der von beiden Seiten hinreichend respektiert wird". Dabei brachte er erneut Joachim Gauck als Vermittler ins Spiel. "Selbst dem Bundespräsidenten dürfte aufgrund seiner intellektuellen Vorbildung und seiner intellektuellen Interessen die Bedeutung des Verlags eigentlich bewusst sein", sagte Honneth.

Mehr zum Thema bei dradio.de:
"Der Suhrkamp Verlag gehörte zur Ikonografie der alten Bundesrepublik" - Der Publizist Gustav Seibt zur Krise bei Suhrkamp, (DKultur, Thema)
Suhrkamp-Streit: Muschg fordert Gauck als Vermittler - Bundespräsident soll festgefahrene Situation lösen, (DKultur, Thema)
Michael Naumann: Handelt Hans Barlach im Auftrag anderer? - Ehemaliger Kulturstaatsminister ist überzeugt, dass Suhrkamp-Autoren Ulla Unseld-Berkéwicz die Treue halten, (DKultur, Thema)
Suhrkamp-Verlegerin ist deutlich angezählt - Minderheitsgesellschafter gewinnt gleich zwei Prozesse gegen Unseld-Berkéwicz , (Dradio, Aktuell)

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsMit Horst geht es steil bergab
Fächer mit den Namen der Kinder in einer Kita in Berlin-Neukölln (dpa / picture alliance / Volkmar Heinz)

Die beliebtesten Vornamen für Neugeborene sind ja allgemein geläufig, aber wie sieht es mit den unbeliebtesten aus? "Die Welt" hat ermittelt, dass heutzutage − anders als noch 1934 − fast kein deutscher Junge mehr Horst heißen darf.Mehr

weitere Beiträge

Fazit

100. Geburtstag von I.M.Pei Der große Architekt der Kontraste
Der Louvre in Paris mit der von dem Architekten I.M.Pei konzipierten Glaspyramide. (Undatierte Aufnahme). Foto: Didier Saulnier/Maxppp (dpa / picture alliance / Maxppp Didier Saulnier)

In vielen Bauten des chinesisch-amerikanischen Architekten I.M. Pei - wie etwa der Eingangspyramide des Pariser Louvre - stecke etwas "Verzaubertes", sagt Architekturkritiker Nikolaus Bernau. Pei stehe für eine im 20. Jahrhundert seltene Kunst. Nun wird er 100 Jahre alt.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur