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Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 10.12.2014

Streit um Fritz Bauer"Ich halte das für abwegig"

Wissenschaftler widerspricht der Darstellung von Historikern über Fritz Bauers Haltung im Nationalsozialismus

Moderation: Winfried Sträter

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Generalstaatsanwalt Fritz Bauer im Jahr 1961. (picture-alliance / dpa / Goettert)
Generalstaatsanwalt Fritz Bauer im Jahr 1961. (picture-alliance / dpa / Goettert)

Der Jurist Fritz Bauer spielte eine zentrale Rolle bei den Frankfurter Auschwitzprozessen. Doch jetzt gibt es eine Debatte um ein umstrittenes Nazibekenntnis, das ihm in Haft abgepresst worden sein soll. Ein Gespräch mit dem Historiker Peter Steinbach.

In den Sechzigern gab der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer mit seiner Arbeit den Anstoß für den Frankfurter Auschwitz-Prozess. Nun allerdings werden ausgerechnet am Fritz Bauer Institut offenbar Zweifel laut an den Verdiensten des Juristen. Ein Gespräch mit dem Historiker und Spezialisten für den deutschen Widerstand im Nationalsozialismus, Peter Steinbach. 

Der Journalist Kurt Nelhiebel, der damals selbst vom Auschwitz-Prozess berichtete, wirft in seinem Anfang Dezember erschienen Tagesspiegel-Beitrag dem Institut vor, es interpretiere eine von den Nationalsozialisten verbreitete Erklärung Bauers aus der Haft als ein ernst zu nehmendes Treuebekenntnis.

Auch Steinbach warnt nun im Deutschlandradio Kultur vor einer solchen Interpretation durch das Institut. Die Erklärung Bauers aus der Haft sei vor allem als eine Art Druckmittel von den Nationalsozialisten verbreitet worden, um "eine Art Fluch" auf den inhaftierten Bauer zu produzieren. Dieser Fluch sollte Bauer nach seiner Haft als "Täter begleiten": "Es ist für mich geradezu gespenstisch, dass nach vielen Jahren diese Art Interpretation einer unzweifelhaft vorliegenden Quelle vorgenommen wird. Ich halte das für abwegig." 

 

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