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Mittwoch, 22.11.2017

Kulturnachrichten

Dienstag, 31. Oktober 2017

Stiftung: Kein ICE mit Namen "Anne Frank"

Anne Frank und Zug führe zu Assoziationen mit Deportationen

Die Anne Frank-Stiftung in Amsterdam hat Bedenken dagegen, einen deutschen ICE-Zug nach der von den Nazis ermordeten Anne Frank zu benennen. "Die Namensgebung führt zu Kontroversen, und das verstehen wir gut", heißt es in einer Erklärung der Stiftung. Die Verbindung von Anne Frank und einem Zug führe zu Assoziationen mit den Juden-Deportationen während des Zweiten Weltkriegs. "Diese Verbindung ist schmerzlich für Menschen, die die Deportationen miterlebt haben und verursacht neuen Schmerz bei jenen, die mit den Folgen der Deportationen leben müssen", erklärte die Stiftung: "Aber wir realisieren auch, dass Initiativen wie diese meist mit guten Absichten geschehen."

"Club 57" wird in New York zum Museumsstück

Künstler wie Keith Haring und Jean-Michel Basquiat förderten die Kunst-Location

Rund 35 Jahre nach der Schließung ist der legendäre "Club 57" in New York als Museumsstück wieder erlebbar. Das teilte das Museum of Modern Art zur Eröffnung der Ausstellung mit. Obwohl der Club nur zwischen 1978 und 1983 im Keller einer Kirche in Manhattan existierte, sei er ein Kernstück der Entwicklung des Viertels East Village hin zu einem Zentrum des sozialen Lebens und der Kreativität dieser Zeit gewesen. "Der Club konnte jederzeit Tanzhalle, Vorführraum, Bar, Theaterlabor, Kunstgalerie oder "Lasst uns alles rauslassen"-Selbsthilfegruppe sein", heißt es im Katalog zur Schau. Zum Organisationsteam des Clubs gehörte der Pop-Art Künstler Keith Haring (1958-1990). Kollegen wie Basquiat, Kenny Scharf oder der Deutsche Klaus Nomi steuerten Videos, Performances, Zeichnungen und Fotos bei. Viele dieser Werke sind bis April 2018 im Museum of Modern Art zu sehen.

Gravitationswellen schmücken neue Briefmarke

Nachweis der Wellen in diesem Jahr mit Nobelpreis gewürdigt

Die Deutschen Post würdigt die von Albert Einstein vorhergesagten und inzwischen nachgewiesenen Gravitationswellen mit einer neuen Briefmarke. Die 70-Cent-Marke wird nach Angaben des Finanzministeriums ab dem 7. Dezember ausgegeben. Abgebildet ist darauf eine Simulation der Entdeckung, erstellt von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik in Potsdam. Die Marke zeigt Gravitationswellen - abgestrahlt von zwei umeinander kreisenden schwarzen Löcher. Die US-Wissenschaftler Rainer Weiss, Kip Thorne und Barry Barish hatten im September 2015 mit hochsensiblen Detektoren die Wellen erstmals nachgewiesen und erhalten in diesem Jahr den Physik-Nobelpreis für ihre Entdeckung. An diesem ersten Beleg des vor rund 100 Jahren von Einstein vorhergesagten Phänomens waren Max-Planck-Forscher in Hannover und Potsdam maßgeblich beteiligt.

Anonymer Sammler ersteigert Mozarts Schuhschnalle

Hohe Summen für Sammlerstücke aus dem Kaiserhaushalt

Eine Schuhschnalle von Wolfgang Amadeus Mozart ist einem Sammler 12.500 Euro wert. Der Stück aus Messing mit Silberauflage sei weit über dem Schätzpreis von etwa 4000 Euro von einen anonymen Käufer ersteigert worden, teilte das
Auktionshaus Dorotheum mit. Bei der alljährlichen Versteigerung von Gegenständen aus dem Kaiserhaus der Habsburger seien zudem einige besondere Sammlerstücke unter den Hammer gekommen, hieß es. So wurde ein Zwicker von Kaiser Franz Joseph I. für knapp 7000 Euro ersteigert. Für die Rehleder-Handschuhe von des Kaisers Frau Sisi zahlte ein Sammler 15.000 Euro.

Streamingdienst Netflix stellt Serie "House of Cards" ein

Unternehmen reagiert auf Belästigungsvorwürfe gegen Hauptdarsteller Kevin Spacey

Nach massiver Kritik in sozialen Netzwerken an Kevin Spaceys Entschuldigung zu einem Belästigungsvorwurf gegen ihn, hat der Streamingdienst Netflix das Ende der Erfolgsserie "House of Cards" beschlossen. Das US-Unternehmen kündigte an, dass es nach der 2018 anlaufenden 6.Staffel keine weiteren Fortsetzungen geben werde. Spacey spielt in der Serie die männliche Hauptrolle. Der Schauspieler Anthony Rapp hatte in einem Interview angegeben, dass er 1986 als 14-Jähriger auf einer Party von Spacey sexuell bedrängt worden sei. Spacey entschuldigte sich über Twitter und outete sich gleichzeitig als schwul. Daraufhin wurde dem Oscar-Preisträger besonders in sozialen Netzwerken und von der Organisation Glaad, die sich für Rechte von Homosexuellen einsetzt, vorgeworfen, sein Outing sei ein Ablenkungsmanöver.

Weltrekordversuch im Chorsingen beendet

Eintrag ins "Guinness der Rekorde" noch unklar

Ein musikalischer Weltrekordversuch zum 500. Reformationsjubiläum ist am Reformationstags in Brandenburg zu Ende gegangen. Während des 40-stündige Nonstop-Konzerts in der Prenzlauer Nikolaikirche mit mehreren hundert Teilnehmern seien von stündlich wechselnden Chören alle 535 Lieder des evangelischen Gesangbuches ohne größere Unterbrechungen gesungen worden, sagte Pfarrerin Sophie Ludwig. Ob der Weltrekord in der neu angemeldeten Rubrik "Dauersingen christlicher Choräle" auch vom Büro von "Guinness World Records" anerkannt werde, sei noch offen, sagte Ludwig. Dazu müssten dort erst die Aufzeichnungen des Singe-Marathons geprüft werden.

Linda Nochlin gestorben

US-amerikanische Kunsthistorikerin wurde 86 Jahre alt

Die Kunsthistorikerin Linda Nochlin ist tot. Ihr Essay „Why Have There Been No Great Women Artists" („Warum gibt es keine bedeutenden Künstlerinnen?") gilt als Gründungstext feministischer Kunstwissenschaft. Sie veröffentlichte die Schrift 1971, als sie an der New Yorker Frauenhochschule Vassar College lehrte. Im Laufe ihres Lebens hatte sie verschiedene Lehrstühle als Professorin für Kunstgeschichte inne, unter anderem an der Yale Universität.

US-Produzentenvereinigung schließt Weinstein aus

Entscheidung gilt auf Lebenszeit

Der Film-Produzent Harvey Weinstein ist aus dem renommierten US-Verband "Producers Guild of America" ausgeschlossen worden. Die einstimmige Entscheidung gelte auf Lebenszeit, teilte die mehr als 8.000 Mitglieder starke Vereinigung in Los Angeles mit. Mit dem beispiellosen Schritt reagiere man auf die zahlreichen Berichte über Weinsteins jahrzehntelanges "verwerfliches Verhalten". Der Hollywood-Produzent soll über drei Jahrzehnte hinweg Frauen sexuell belästigt haben. Mehr als 50 von ihnen haben sich mit entsprechenden Vorwürfen gemeldet, darunter Stars wie Gwyneth Paltrow und Angelina Jolie. Mindestens sieben Frauen werfen Weinstein vor, sie vergewaltigt zu haben. In New York und Großbritannien wurden bereits Ermittlungen gegen ihn eingeleitet.

Auschwitz-Prozessakten sind Weltdokumentenerbe

Auch die "Constitutio Antoniniana" wurde aufgenommen

Die Verfahrensunterlagen und Tonbandaufnahmen des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses sind von der Unesco in das Weltdokumentenerbe aufgenommen worden. Das teilte die Deutsche Unesco-Kommission in Bonn mit. Sie erinnerte daran, dass der von 1963 bis 1965 geführte Prozess den millionenfachen Mord an Juden, Minderheiten, politischen Gegnern und Angehörigen der Völker Europas während der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland erstmals in seinem gesamten Umfang in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt habe. Laut Unesco setzen sich die Prozessunterlagen aus 454 Aktenbänden sowie 103 Tonbändern zusammen. Ebenfalls in das Weltdokumentenerbe nahm die Unesco das in der Universitätsbibliothek in Gießen aufbewahrte Papyrusdokument "Constitutio Antoniniana" auf. Es ist den Angaben zufolge das einzige erhaltene Exemplar dieser Constitutio, mit der Kaiser Marcus Aurelius Severus Antoninus um 212/213 nach Christus sämtlichen freien Bewohnern des Römischen Reichs das römische Bürgerrecht verlieh.

Prince-Erben wollen Nachlassvollstrecker loswerden

Es seien Bänder mit unveröffentlichter Musik abtransportiert worden

Drei Erben des verstorbenen Popstars Prince haben die Ablösung seines Nachlassvollstreckers verlangt. Princes Halbschwestern Sharon und Norrine Nelson und ihr Bruder John beantragten bei Gericht die Comerica Bank & Trust von ihren Aufgaben zu entbinden. Das Unternehmen habe Dinge aus dem Tresor von Princes Studiokomplex in Paisley Park entfernt und nach Kalifornien gebracht, hieß es in dem Antrag. Darunter seien Bänder mit bislang unveröffentlichter Musik. Die Erben werfen Comercia vor, sie nicht um Erlaubnis für den Abtransport gefragt zu haben. Das Unternehmen erklärte dagegen, es habe mit den Erben über den Schritt gesprochen. Prince war im April vergangenen Jahres in Paisley Park an einer versehentlich eingenommenen Überdosis Schmerzmittel gestorben und hat kein Testament hinterlassen. Ein Richter erklärte sechs überlebende Geschwister zu seinen Erben. Diese sind allerdings in zwei Gruppen gespalten.

50 000 Euro für Künstler-Ateliers

Brandenburg will Künstlern Räume zum Entfalten bieten

Brandenburg stellt im kommenden Jahr rund 50 000 Euro für Künstler-Ateliers bereit. Anträge könnten bis zum 6. November gestellt werden, teilte das Kulturministerium mit. Die Atelier-Miete wird für ein Jahr bis zu 250 Euro monatlich gewährt. Für den Atelier-Ausbau können bis zu 5000 Euro beantragt werden.Kunst und Künstler benötigten Räume, um sich entfalten zu können, betonte Kulturministerin Martina Münch (SPD). Die Atelier-Förderung soll dabei helfen, sich freier von Alltagszwängen auf neue künstlerische Projekte zu konzentrieren. Das Programm ist für Bildende Künstler gedacht, die ihren Wohnsitz oder den Schwerpunkt ihres Schaffens in Brandenburg haben.

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Fazit

Lagos BiennaleKulturelle Zwänge hinter sich lassen
Eine Perfomance des Künstlers Tito Aderemi-Ibitola (Hakeem Jimo)

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