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Kulturnachrichten

Montag, 25. September 2017

Stadt Kassel stimmt Bürgschaft für die documenta zu

Kunstausstellung erwartet für 2017 ein Defizit von 5,4 Millionen Euro

Die Stadt Kassel bürgt für die defizitäre documenta. Das Stadtparlament stimmte nach Angaben eines Sprechers der Stadt mit breiter Mehrheit für eine Sicherheitszusage für die weltweit bedeutendste Ausstellung für zeitgenössische Kunst. Für 2017 rechnet die documenta mit einem Defizit von 5,4 Millionen Euro. Die Stadt Kassel und das Land Hessen wollen acht Millionen Euro bereitstellen, um die gemeinnützige documenta GmbH zahlungsfähig zu halten. Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle hatte vor der Abstimmung erklärt, dass die documenta im Falle einer Ablehnung in Gefahr gebracht werde. Das Land Hessen braucht keinen Parlamentsbeschluss für eine Bürgschaft.

Präsident Macron kommt zur Frankfurter Buchmesse

Frankreich ist Gastland in diesem Jahr

Frankreichs Staatspräsident Macron will zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse am 10. Oktober kommen. Das werde auch eine Gelegenheit sein, sich an die deutsche Öffentlichkeit zu wenden, heißt es aus Élyséekreisen. Frankreich ist Gastland der weltweit größten Buchmesse vom 11. bis 15. Oktober. Auch zahlreiche französischsprachige Autorinnen und Autoren sollen kommen - darunter Michel Houellebecq, Yasmina Khadra, Yasmina Reza, Nancy Huston oder Amélie Nothomb. Der sozialliberale Macron hatte im Mai als ausdrücklicher Europabefürworter die Präsidentenwahl gewonnen und setzt bei der Reform der EU vor allem auf Deutschland.

Julius-Campe-Preis geht an Monika Grütters

Grund: Gründung des Buchhandlungspreises

Der Julius-Campe-Preis des Hoffmann und Campe Verlages geht in diesem Jahr an Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Zur Begründung heißt es vom Verlag, dass Grütters mit der Gründung des Deutschen Buchhandlungspreises dem unabhängigen Buchhandel eine öffentlichkeitswirksame Plattform geschaffen habe. Darüber hinaus griff sie ihm damit auch wirtschaftlich unter die Arme. Die Ministerin hatte 2015 den Buchhandlungspreis ins Leben gerufen, der unabhängige, inhabergeführte Buchhandlungen ehrt, die sich um das Kulturgut Buch verdient gemacht haben. Der Julius-Campe-Preis wird Persönlichkeiten vergeben, die sich auf herausragende Weise literaturvermittelnde Verdienste erworben haben. Er ist unter anderem mit 99 Flaschen Wein dotiert. Der Preis wird am 7. Dezember im Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Berlin verliehen.

Rubensgemälde in England entdeckt

Verschollenes Bild des Meisters in Glasgow

Ein Gemälde des flämische Barock-Malers Peter Paul Rubens ist im schottischen Glasgow entdeckt worden. Das Porträt des britischen "Duke of Cambridge" galt 400 Jahre als verschollen. In Glasgow hing angeblich eine Kopie des Bildes. Ein Kunsthändler erkannte die mutmaßliche Kopie jetzt aber als das Original, wie die britische Zeitung "The Guardian" berichtet. Rubens hatte den Herzog 1625 porträtiert. Das Porträt hing lange Zeit in der Villa Pollok House bei Glasgow. Nur zufällig stellte ein Kunsthändler die Vermutung auf, es könnte mehr als die Kopie sein. Nachdem Experten das Gemälde sorgfältig gereinigt und mit Röntgenstrahlen untersucht hatten, waren sie sich sicher: "Es ist eine seltene Zugabe zu Rubens Porträt-Bildern, die zeigt, wie er sich dem Genre genähert hat", sagte Ben van Beneden, Direktor des Rubenshuis in Antwerpen. Das Bild wurde von jemand anderem zu Ende gemalt, weshalb es wie eine Kopie wirke. Vollständig restauriert soll es bald im Glasgower Kelvingrove Museum ausgestellt werden.

Ausstellungseröffnung zum Turner-Preis

Turner-Schau in britischer Kulturhauptstadt Hull

Die Ausstellung zum diesjährigen Turner-Preis eröffnet morgen mit einem Beitrag der deutschen Künstlerin Andrea Büttner. Die Schau zu dem renommierten Kunst-Preis findet in der diesjährigen britischen Kulturhauptstadt Hull im Norden Englands statt. Büttner wurde 1972 in Stuttgart geboren und lebt gegenwärtig in Berlin und London. Für den Turner-Preis werden nur Künstler nominiert, die aus Großbritannien stammen oder dort leben und arbeiten. Neben Büttner sind das in diesem Jahr Hurvin Anderson, Lubaina Himid und Rosalind Nashashibi. Büttner zeigt in der Ausstellung eine Reihe von Drucken, Radierungen und Gemälden. Der Preis ist nach dem Maler William Turner benannt. Er gilt als wichtigste britische Auszeichnung für moderne Kunst und wird seit 1984 vergeben.

Theaterpreise für Halle und Chemnitz

Theaterfestival "Wildwechsel" vergibt Auszeichnungen

Mit einem Stück über eine besondere Freundschaft hat das Thalia Theater Halle beim ostdeutschen Theaterfestival "Wildwechsel" in Dresden zwei von drei Preisen gewonnen. Die Produktion "Mein ziemlich seltsamer Freund Walter" von Sybille Berg überzeugte sowohl die Fach- als auch die Kinderjury, wie der Veranstalter heute mitteilte. Das Festival richtet sich besonders an Kinder und Jugendliche. Ein weiterer Preis ging an die Städtischen Theater Chemnitz. Das NSU-Stück "Beate Uwe Uwe Selfie Klick" von Laura Linnenbaum rege dazu an, sich nach dem Theaterbesuch weiter mit dem Thema "Nationalsozialistischer Untergrund" auseinanderzusetzen, befand die Jugendjury. Alle drei Jurypreise werden gleichberechtigt vergeben und sind mit jeweils 1000 Euro dotiert.

Tschechischer Schauspieler Jan Triska ist tot

Hollywood-Darsteller stirbt nach Sturz von Karlsbrücke

Der tschechische Hollywood-Schauspieler Jan Triska ist einen Tag nach dem Sturz von der Prager Karlsbrücke gestorben. Der 80-Jährige war am Samstag zunächst aus der Moldau gerettet worden, sei aber am Sonntagabend im Krankenhaus gestorben, das berichtet die tschechische Tageszeitung "Dnes". Triska spielte in zahlreichen Hollywood-Filmen mit, darunter "Larry Flint" von Milos Forman und der Actionfilm "Ronin" mit Robert de Niro. Der Regisseur Jiri Madel sagte, dass Triska vor jedem neuen Filmprojekt auf die Karlsbrücke ging, um die dortigen Statuen zu berühren, um Kraft zu tanken und um Glück zu bitten. Ob es sich um ein Unglück handelt konnte noch nicht geklärt werden. Jan Triska wurde 1936 in der ehemaligen Tschechoslowakei geboren und emigrierte 1977 in die USA. Mehrfach wurde er für den Tschechischen Filmpreis nominiert.

Berliner Volksbühne weiter besetzt

Theater muss erneut Probe absagen

Auch am Montag haben Aktivisten die Berliner Volksbühne besetzt gehalten. Die Probe für das neue Stück der Regisseurin Susanne Kennedy habe darum abgesagt werden müssen, sagte der Sprecher des Theaters. Seit Freitag besetzen Vertreter eines Kunstkollektivs illegal das Theater. Über die zukünftige Ausrichtung des Theaters unter des Führung des neuen Chefs Chris Dercon gibt es seit Monaten Streit. Die Besetzer bezeichnen ihre Aktion als "darstellende Theaterperformance", wie sie mitteilten. Sie wollen mit ihrer transmedialen Theaterinszenierung ein Zeichen setzen gegen die aktuelle Kultur- und Stadtentwicklungspolitik. Für Montagnachmittag waren Gespräche zwischen Kulturverwaltung und dem Volksbühnenteam um den Intendanten Dercon zum weiteren Vorgehen geplant. Die Volksbühnen-Tageskasse blieb geschlossen. Die Berliner Kulturverwaltung will weitere Gespräche mit allen Beteiligten führen.

Kulturrat fordert Bundeskulturministerium

"Die Zeit ist reif"

Der Deutsche Kulturrat hat nach der Wahl erneut die Schaffung eines eigenen Bundeskulturministerium angemahnt. Die Kulturpolitik sei im Bund seit fast 20 Jahren ein Provisorium, sagte Kulturratsgeschäftsführer Olaf Zimmermann heute. Es sei höchste Zeit, diesen Zustand zu beenden und der Kulturpolitik ein größeres Gewicht im Bund einzuräumen. Wörtlich sagte er "Die Zeit ist reif". Bisher war für den Bereich Kulturstaatsministerin Grütters zuständig, die im Kanzleramt im Rang einer Staatssekretärin angesiedelt ist. Mit der erwarteten Jamaika-Koalition sei die Chance für ein eigenständiges Ministerium deutlich gewachsen, weil mit drei Parteien auch mehr Politiker einen eigenen Gestaltungsbereich bräuchten, sagte Zimmermann. Auch ein gemeinsames Ministerium für Kultur und Digitalisierung sei für den Kulturrat vorstellbar. Wobei es da nicht ausschließlich um Breitbandkommunikation und Internet gehen dürfe. Im Vordergrund müsste die kulturelle Dimension der digitalen Entwicklung stehen. Der Deutsche Kulturrat ist die Spitzenorganisation von rund 250 Bundeskulturverbänden.

Silberschatz aus der Wikingerzeit auf Sylt entdeckt

Wissenschaftler präsentieren Fund der Öffentlichkeit

Archäologen haben auf der Nordseeinsel Sylt einen Silberschatz aus der Wikingerzeit entdeckt. Experten hatten im Sommer auf einem Acker in Morsum insgesamt 180 Stücke ausgegraben, darunter vollständig erhaltene Schmuckstücke wie Armringe, Fingerringe, ein Halsring, aber auch Münzen, Barren und Schmelzreste. Der Schatz wurde am Montag der Öffentlichkeit vorgestellt. Er sei einer der größten Silberschatzfunde aus Schleswig-Holstein überhaupt, sagte der Leiter des Archäologischen Landesamtes, Claus von Carnap-Bornheim. Vor Jahrzehnten hatte auf dem Feld auf Sylt ein Landwirt eine Ringfibel aus Silber, ein Schmuckstück, mit dem Gewänder verschlossen wurden, gefunden. Vor zwei Jahren hatte die Familie das Schmuckstück ihrem Hausarzt vermacht, der sich an die Schleswiger Archäologen wandte. Daraufhin machten die sich auf die Suche nach dem Fundort. Die Experten datieren den Fund auf Mitte des zehnten Jahrhunderts. Er soll künftig in der Dauerausstellung zu sehen sein.

Tintoretto im Kölner Wallraf-Richartz-Museum

Große Ausstellung zum 500. Geburtstag des Malers

Das Kölner Wallraf-Richartz-Museum widmet dem Maler Jacopo Tintoretto eine große Ausstellung. Anlass ist sein 500. Geburtstag. Die Schau "Tintoretto - A star was born" präsentiere das Frühwerk des italienischen Malers, kündigte die Stadt Köln heute an. Ab dem 6. Oktober werden seine religiösen, allegorischen und erotischen Gemälde sowie Porträts gezeigt. Darunter befinden sich Leihgaben aus Amsterdam, London, Madrikd, Mailand, Rom, Venedig, Washington und Wien. Jacopo Tintoretto wurde 1518 in Venedig als Sohn eines Färbers geboren. Dort starb er auch im Jahr 1594. Er sei einer der produktivsten und einflussreichsten Künstler aller Zeiten, erklärte das Museum. Seine Werke sind in zahlreichen Kirchen, Häusern und Palästen Venedigs zu sehen, so etwa im Dogenpalast das Gemälde "Paradies", eines der größten jemals gemalten Ölbilder. Die Ausstellung soll nach dem Museum Ludwig im Musée du Luxembourg in Paris zu sehen sein.

Filmfestival "Schlingel" lockt nach Chemnitz

Internationales Kinder- und Jugendfilmfestival

Mit einer europäischen Erstaufführung ist in Chemnitz das Internationale Kinder- und Jugendfilmfestival "Schlingel" eröffnet worden. Präsentiert wurde im Opernhaus der chilenische Streifen "Kletterdiebe". Er erzählt die Geschichte von Avi, Estefany und der schwangeren Cindy, die sich danach sehnen, der Armut in ihrem Slum zu entkommen. Bei dem Filmfest sind bis 1. Oktober 159 aktuelle Streifen aus 51 Ländern zu sehen. Eingereicht wurden in diesem Jahr rund 900 Produktionen aus 87 Ländern. Knapp die Hälfte seien kurze Spiel- und Animationsfilme. Ausgewählt wurden unter anderem Produktionen aus Australien, Japan, China, der Mongolei, Afghanistan, Kuba, Brasilien und Chile und Deutschland. Im Wettbewerb konkurrieren 126 Streifen in sechs Kategorien um Auszeichnungen: 19 Preise im Gesamtwert von 64.000 Euro sind zu vergeben. Fach- und Schülerjurys küren die Sieger am Ende des Festivals. Die Übergabe findet 30. September in der Stadthalle Chemnitz statt.

Perle belegt Handelsbeziehungen zu Mesopotamien

Perle aus Grab der mittleren Bronzezeit

Eine rund 3200 Jahre alte kleine, blaue Perle aus der mittleren Bronzezeit beweist dass es Handelsbeziehungen zwischen Mitteldeutschland und Mesepotamien, dem heutigen Syrien und Irak gegeben hat. Die blaue Farbe Lapislazuli komme aus einem Abbaugebiet in Afghanistan, sagte ein Archäologe vom dänischen Nationalmuseum Kopenhagen. Diese Handelswege seien schon lange bekannt, bereits die alten Ägypter bezogen die wertvolle blaue Farbe von dort. Die Perle selbst wurde von einem Chemiker der Universität Orléans analysiert. Eine solche Glasherstellung sei nur im alten Ägypten und Mesopotamien bekannt. Die Glasperle gehört zu einem aufwendig gearbeiteten Stirnband einer Frau aus einem bronzezeitlichen Grab bei Esperstedt (Saalekreis). Das Grab der Frau gehört zu einem Gräberfeld mit 150 Gräbern und wurde bereits 2004 im Vorfeld des Autobahnneubaues der A 38 entdeckt.

Forschungsbelege für Ur-Meer vor 400 Millionen Jahren

Ozean zwischen Spitzbergen und dem nordamerikanischen Kontinent

In der kanadischen Arktis soll es vor 400 Millionen Jahren einen Ozean gegeben haben. Dafür haben Wissenschaftler jetzt Belege entdeckt. Ein Team unter Leitung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe hatte bei einer Arktis-Expedition Gesteinsproben genommen und diese untersucht. Vermutet wurde die Existenz des Meeres schon vorher. Es soll sich zwischen Spitzbergen im Norden und dem nordamerikanischen Kontinent im Süden erstreckt haben. Weitere geochemische Analysen sollen die Existenz endgültig belegen. Im Verlauf der Erdgeschichte war der Mikrokontinent Pearya zusammen mit Spitzbergen nach Süden gedriftet. Während der Kollision der Landmassen mit Nordamerika wurde der Ozean fast vollständig verschluckt, wie die Forscher annehmen. Einzig die jetzt untersuchte Nahtstelle auf der Ellesmere-Insel sei erhalten geblieben.

Entscheidung über Bürgschaft für documenta

Acht Millionen Euro sollen bereitgestellt werden

Über eine Bürgerschaft von vier Millionen Euro für die documenta entscheidet heute die Versammlung der Stadtverordneten in Kassel. Die weltweit bedeutendste Ausstellung für zeitgenössische Kunst erwartet für das Jahr 2017 ein Defizit von 5,4 Millionen Euro. Die Stadt Kassel und das Land Hessen wollen insgesamt acht Millionen Euro bereitstellen, um die documenta gGmbH zahlungsfähig zu halten. Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle hatte erklärt, wer dagegen stimme, bringe die documenta in Gefahr. Im Stadtparlament haben SPD, Grüne und Liberale Liste eine knappe Mehrheit mit einer Stimme. Das Land Hessen braucht keinen Parlamentsbeschluss für eine Bürgschaft.

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