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Konzert / Archiv | Beitrag vom 09.10.2016

Staatskapelle Weimar mit Hansjörg AlbrechtIhm fehlen die Worte

Live aus der Weimarhalle

Dirigent Hansjoerg Albrecht (3 Foto_Toni Scholz.jpg)
Hansjoerg Albrecht3 Foto_Toni Scholz.jpg (3 Foto_Toni Scholz.jpg)

Die Staatskapelle Weimar führt an diesem Abend Richard Wagners "Ring" ohne Worte auf, eine Bearbeitung von Lorin Maazel. Zuvor singt der Bariton Stephan Genz drei Orchesterlieder auf Texte von Hölderlin und Hesse von Walter Braunfels.

Beide konnten sich nicht wehren, nicht der von den Nationalsozialisten vereinnahmte Richard Wagner und nicht der, dem jede öffentliche musikalische Betätigung durch die Reichsmusikkammer untersagt wurde. Beider Leben geht dann fast nahtlos ineinander über, Wagner starb 1883, im Jahr zuvor kam Walter Braunfels in Frankfurt am Main zur Welt.

Braunfels kompositorisches Spektrum ist breit, in Sachen Oper zählte er einst neben Strauss, Pfitzner und Schreker zu den erfolgreichsten Komponisten. Er selbst sah sich als Traditionalisten und Fortsetzer einer großen Linie, sah sich als Spätromantiker in der Tradition von Berlioz, Wagner, Bruckner oder Pfitzner. Nach dem Krieg hat man sich nicht mehr an ihn erinnert, andere ästhetische Prämissen galten, er blieb vergessen.
Erst seit reichlich 20 Jahren gibt es eine Braunfels-Renaissance, findet sein Werk zurück ins Repertoire und man ist immer wieder überrascht, von der Durchschlagskraft seiner Kompositionen.

Manchem Opernfreund fehlt das Sitzfleisch, um Richard Wagners "Der Ring des Nibelungen" durchzustehen oder besser durchzusitzen. Und über die dichterische Qualität der Texte aus der Feder des Komponisten besteht auch bis heute keine Einigkeit. Da liegt es nahe, ein gesangsloses Best-Of aus allen vier Abenden des Zyklus zu gestalten.
‚Im Orchester – da liegt doch das Wesentliche – das ist der Text unterm Text, das ist das universale Unterbewusstsein, welches die Wagnerschen Figuren untereinander verbindet!‘ – Wieland Wagner zum gewaltigen Opus seines Großvaters – das mag alles besonders auf den Ring zutreffen. Lorin Maazel hat die Wagner Worte als Herausforderung begriffen, hat eine Ringfassung erstellt, die ohne Text auskommt.
Alles Wagner, alles dramaturgisch verständlich – der Ring ohne Worte ‚funktioniert‘ und lässt uns die Höhen und Tiefen der Welten in orchestraler Opulenz durchfurchen

 

Live aus der Weimarhalle

Walter Braunfels
Zwei Gesänge nach Hölderlin für Bariton und Orchester op. 27
"Auf ein Soldatengrab" nach Hermann Hesse für Bariton und Orchester op. 26

ca. 20.30 Uhr Konzertpause

Richard Wagner / Lorin Maazel
"Der Ring ohne Worte"

Stephan Genz, Bariton
Staatskapelle Weimar
Leitung: Hansjörg Albrecht

Konzert

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