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Kulturnachrichten

Mittwoch, 28. Juni 2017

Sprachpreise für Jens Bisky und Barbara Stollberg-Rilinger

Mit 20 000 Euro dotiert

Die Münsteraner Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger erhält den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa 2017. Der Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay 2017 geht an den Feuilletonredakteur der "Süddeutschen Zeitung", Jens Bisky, wie die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Mittwoch in Darmstadt mitteilte. Beide Preise sind mit je 20.000 Euro dotiert und werden von der Akademie zusammen mit dem Georg-Büchner-Preis am 28. Oktober im Staatstheater Darmstadt verliehen. Stollberg-Rilingers Stil "vereint trockenen Witz und begriffliche Genauigkeit. Gelehrsamkeit, Anschaulichkeit und Erzählfreude machen ihre Bücher zu einem intellektuellen Vergnügen", begründete die Jury ihre Wahl. Der in Leipzig geborene und mit einer Arbeit über Architekturästhetik promovierte Bisky sei, laut Jury, "einer der maßgeblichen öffentlichen Intellektuellen in Deutschland".

Erfinder von Paddington Bär gestorben

Michael Bond wurde 91 Jahre alt

Der Erfinder der Kinderbuchfigur Paddington Bär, Michael Bond, ist gestorben. Das hat sein Verlag HarperCollins bekanntgegeben. Der Brite wurde 91 Jahre alt. Der erste Band mit dem weltweit beliebten Bären, der nach einem Londoner Bahnhof benannt ist, war 1958 erschienen. Für Bond war das der Durchbruch. HarperCollins-Chef Charlie Redmayne sagte: "Michael Bond war einer der größten Kinderbuchautoren und wir alle im Verlag haben ein riesiges Glück gehabt, ihn veröffentlicht und ihn gekannt zu haben. Er war ein wundervoller Mensch und hinterlässt eines der größten literarischen Werke unserer Zeit." Insgesamt schrieb Bond 150 Bücher, davon gut zwei Dutzend mit dem freundlichen sprechenden Bären. Die Abenteuer von Paddington Bär, der immer einen blauen Duffle Coat und einen roten Hut trägt, wurden auch als Puppen- und als Zeichentrick sowie für das Kino verfilmt.

Schriftsteller fordern Freiheit für Xiaobo

Der Schriftsteller und seine Frau wollen nach Deutschland kommen

Schriftsteller wie Elfriede Jelinek, Salman Rushdie und Ian McEwan setzen sich für eine Ausreise des kranken chinesischen Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo ein. Rund 100 Autoren aus allen Kontinenten hätten einen Appell an die chinesische Regierung unterzeichnet, teilte Ulrich Schreiber vom Internationalen Literaturfestival Berlin mit. Darunter seien auch Herta Müller, Wole Soyinka und Eva Menasse. Sie fordern die Freiheit für den 61-jährigen, an Leberkrebs erkrankten Liu Xiaobo. "Er und seine Frau Liu Xia haben den Wunsch geäußert, nach Deutschland auszureisen, um medizinische Hilfe für beide zu bekommen - denn auch Liu Xia, die seit Jahren unter Hausarrest steht, ist schwer erkrankt", heißt es in dem Appell. Der erkrankte Liu Xiaobo wurde aus der Haft entlassen und in ein Krankenhaus verlegt - wirklich "frei" ist er nicht. Der Bürgerrechtler war 2009 wegen "Untergrabung der Staatsgewalt" zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Er erhielt 2010 den Friedensnobelpreis.

Ideenwettbewerb für Bauakademie noch vor Wahl

Haus soll den "Geist Schinkels" widerspiegeln

Für den Wiederaufbau der Schinkelschen Bauakademie in Berlin soll der Ideenwettbewerb noch vor der Bundestagswahl starten. Das hat Baustaatssekretär Florian Pronold (SPD) vor einer Sitzung des Kulturausschusses im Bundestag bekräftigt. Er legte dort einen Bericht zu dem Projekt vor. "Das Haus soll den Geist Schinkels widerspiegeln", sagte Pronold der dpa. "Wir wollen einen Ort entwickeln, an dem Bauen, Architektur und Fragen der Stadtentwicklung auch im internationalen Kontext begreifbar werden." Die Bauakademie des preußischen Hofbaumeisters Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) gilt als wegweisend für die Moderne. Sie war im Krieg ausgebrannt und wurde zu DDR-Zeiten abgerissen. Sie soll für 62 Millionen Euro neben dem rekonstruierten Berliner Schloss wieder aufgebaut werden.

Rekorderlös für Max Beckmann Gemälde

"Hölle der Vögel" bei Christie's für rund 40 Millionen Euro versteigert

Das expressionistische Kunstwerk "Hölle der Vögel" des deutschen Malers Max Beckmann ist beim Londoner Auktionshaus Christie's zum Rekordpreis von 36 Millionen Pfund (40,8 Millionen Euro) versteigert worden. Der Auktionspreis sei der höchste, der bisher für ein Werk des deutschen Expressionismus erzielt wurde, teilte Christie's mit. Das 1937/38 enstandene Werk war seit 1983 in Privatbesitz und gilt als bedeutendes Statement gegen die Nazis. Es zeigt brutal aussehende Vogelfiguren mit Hitler-Gruß, die einen Mann quälen. Max Beckmann, dessen Werke in der Nazi-Zeit der sogenannten "entarteten" Kunst zugerechnet wurden, lebte nach der Machtübernahme in Amsterdam, Paris und den USA im Exil. Er starb 1950 in New York. Der bisher höchste Preis für ein Beckmann Werk wurde 2001 für dessen ""Selbstbildnis mit Horn" bei Sotheby's in New York für 22,5 Millionen Dollar erzielt.

1,6 Milliarden für Kultur im Haushaltsentwurf

Geplante Ausgaben fast so hoch wie im laufenden Jahr

Der Bund will im kommenden Jahr mehr als 1,6 Milliarden Euro für Kunst und Kultur ausgeben. Das Kabinett verabschiedete einen entsprechenden Haushaltsentwurf. Das sind gut 300 Millionen Euro mehr für den Kulturetat 2018 als im Regierungsentwurf des Vorjahres, teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit. Allerdings hatte der Bundestag für dieses Jahr 270 Millionen Euro mehr bewilligt als von der Regierung vorgesehen. Auch diesmal hat das Parlament das letzte Wort - nach der Bundestagswahl am 24. September.

Schauspieler Michael Nyqvist ist tot

Star der "Millennium"-Verfilmung war an Lungenkrebs erkrankt

Der schwedische Schauspieler Michael Nyqvist ist tot. Er starb im Alter von 56 Jahren, das teilte sein Management mit. Er sei "friedlich im Kreis seiner Familie" eingeschlafen, nachdem er ein Jahr lang gegen die Krankheit angekämpft habe. Nyqvist, der eine Frau und zwei Kinder hinterlässt, trat in seiner Schauspielkarriere in mehr als 50 Filmen auf. International bekannt wurde er mit der Rolle des Journalisten Mikael Blomkvist, der neben der Hackerin Lisbeth Salander die Hauptfigur der Erfolgsromane des verstorbenen Autors Stieg Larsson ist. Seit 2011 spielte Nyqvist in mehreren Hollywood-Produktionen mit. 2010 veröffentlichte er seine Autobiografie, die seine Kindheit bei Adoptiveltern und die Suche nach seinen leiblichen Eltern beschreibt.

Facebook hat zwei Milliarden Nutzer

Kein anderes Internet-Netzwerk kann mithalten

Facebook hat die Schwelle von zwei Milliarden Nutzern pro Monat erreicht. Das gab Konzernchef Zuckerberg bekannt. Noch im Oktober 2012 lag die Nutzerzahl bei etwa einer Milliarde. Je mehr User aktiv sind, desto leichter kann das Unternehmen aus dem Silicon Valley Werbekunden anlocken. Das Unternehmen definiert User, wenn sie bei Facebook angemeldet sind und sich innerhalb der vergangenen 30 Tage eingeloggt haben. Kunden, die ausschließlich bei den Töchter-Diensten Instagram und WhatsApp aktiv sind, werden nicht mitgezählt.

"Star Wars"-Museum wird in L.A. gebaut

Es wird etwa eine Milliarde Dollar kosten

Das futuristische Gebäude des chinesischen Architekten Ma Yansong soll auf dem Exposition-Park-Gelände in der Filmmetropole gebaut werden. Der Stadtrat hat dem von Lucas lange geplanten Projekt zugestimmt. Der Bürgermeister von Los Angeles, Garcetti, dankte Lucas in einer Mitteilung, dass er sich für L.A. entschieden habe. Lucas will die Baukosten von etwa einer Milliarde Dollar aus eigener Tasche finanzieren. Der Kern der Kunstsammlung stammt dabei aus dem Privatbestand des "Indiana Jones"-Produzenten. Nach eigenen Angaben interessierte sich Lucas seit seiner Jugend für Malerei, Zeichnungen, Comics und später digitale Kunst und sammelte viele Werke. Zur Sammlung gehören neben vielen Filmkunst-Objekten auch Gemälde von Edgar Degas, Pierre-Auguste Renoir und Norman Rockwell.

Museum Moritzburg gibt Raubkunst zurück

Rückgabe nach fast 80 Jahren

Das Kunstmuseum Moritzburg in Halle gibt Gegenstände aus ehemals jüdischem Besitz zurück. Es handelt sich um Kunsthandwerk aus Silber. Auch mehrere rituelle Gegenstände seien darunter, sagte eine Sprecherin. Details zur Rückgabe der Artefakte stellen das Museum und die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt heute vor. Angekündigt haben sich auch Sachsen-Anhalts Kulturminister Robra und ein Vertreter der Jewish Claims Conference, die Entschädigungsansprüche jüdischer Opfer des Nationalsozialismus vertritt. Die Gegenstände, die jetzt zurückgegeben werden, waren 1940 ins Museum Moritzburg gelangt. Es handelt sich um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut.

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