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Samstag, 23.06.2018
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 14. Juni 2018

Spaniens Kulturminister tritt zurück

Huerta war nur eine Woche im Amt

Der spanische Kulturminister Màxim Huerta ist nach knapp einer Woche im Amt zurückgetreten. Medien hatten berichtet, dass er wegen Steuerbetrugs bestraft worden war. Der Autor und frühere Fernsehmoderator habe den Behörden fast 220.000 Euro Einnahmen nicht angegeben. Huerta erklärte auf einer Pressekonferenz, er habe nichts Ungesetzliches getan. Trotzdem trete er zurück, um die Regierung zu schützen. Diese erklärte, Huerta werde von José Guirao ersetzt, dem früheren Direktor des Reina-Sofia-Museums in Madrid.

Eiffelturm künftig hinter Panzerglas

Blick auf die Sehenswürdigkeit soll trotzdem unbeeinträchtigt sein

Panzerglas-Wände und Metallzäune sollen den Eiffelturm in Zukunft vor Anschlägen schützen. Die Betreibergesellschaft stellte die neuen Absperrungen in Paris vor und betonte, dass eine drei Meter hohe und 6,5 Zentimeter dicke Glaswand einen "absoluten Schutz" vor jeder Art von Munition biete. Beim neuen Sicherheitskonzept, dass gemeinsam mit der Polizei ausgearbeitet worden sei, stehen die neuen Panzerglaswände zum Fluss Seine hin sowie zum Marsfeld auf der anderen Seite der weltberühmten Sehenswürdigkeit. Die Betreiber betonten, sie erlaubten Touristen einen ungetrübten Blick auf die "eiserne Dame" von Gustave Eiffel. An den beiden Längsseiten des Eiffelturms wurde zudem ein Sicherheitszaun errichtet, der vom österreichische Architekt Dietmar Feichtinger entworfen. Die Streben des Zauns laufen nach oben hin spitz zu und sollen die Form des Eiffelturms nachahmen. Die Kosten für das neue Sicherheitskonzept belaufen sich auf fast 35 Millionen Euro. Im Herbst sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Bisher müssen Eiffelturm-Besucher durch Sicherheitsschleusen gehen, um auf den Turm zu steigen.

Bullerbü-Haus steht zum Verkauf

Es soll etwa 84 000 Euro kosten

Ein Haus, das durch den schwedischen Film "Die Kinder von Bullerbü" berühmt geworden ist, steht zum Verkauf. Das kleine rote Holzhäuschen befindet sich in Vimmerby in Småland, der Heimat der Kinderbuchautorin Astrid Lindgren, die "Die Kinder von Bullerbü" 1947 geschrieben hat. Ihr Vater war in dem Haus mit dem Namen Sevedstorp aufgewachsen. In dem Film heißt es Mellangården und ist das Zuhause von Lisa, Lasse und Bosse. Das Anwesen aus dem 19. Jahrhundert soll 850 000 schwedische Kronen kosten (84 000 Euro). Es ist 85 Quadratmeter groß und hat drei Zimmer. Maklerin Susanne Gustafsson sagte der Deutschen Presse-Agentur, das Interesse an dem Hof sei groß. Sowohl Familien als auch Astrid Lindgren-Fans hätten sich gemeldet, noch bevor sie das Haus auf der Internetseite angeboten hatte. Es ist das zweite Mal innerhalb kürzester Zeit, dass der Mellangården zum Verkauf steht. Vor einem Jahr hatte die Maklerin das Anwesen schon einmal annonciert. Daraufhin hatte der Themenpark "Astrid Lindgren Welt" Ansprüche angemeldet, und es musste vom Markt genommen werden. Im Mai wies der schwedische Erbschaftsfonds die Ansprüche zurück.

WDR kündigt Fernsehspielchef Gebhard Henke

"Glaubhafte Vorwürfe sexueller Belästigung und des Machtmissbrauchs"

Der Westdeutsche Rundfunk hat seinem Fernsehfilmchef und "Tatort"-Koordinator Gebhard Henke gekündigt. Der Grund dafür seien "glaubhafte Vorwürfe sexueller Belästigung und des Machtmissbrauchs", teilte der größte ARD-Sender in Köln mit. Aus Sicht des WDR bestehe kein Vertrauensverhältnis mehr. Henke bestreitet die Vorwürfe. In den vergangenen Wochen hätten dem WDR mehr als zehn Frauen über sexuelle Belästigung und unangemessenes Verhalten von Henke berichtet, teils in Zusammenhang mit Machtmissbrauch, teilte der WDR mit. Diese Schilderungen habe man sorgfältig überprüft und dazu auch Henke gehört. Dieser habe die Vorwürfe zurückgewiesen. "Im Ergebnis hielt der WDR die von den Frauen geschilderten Vorfälle für schwerwiegend und glaubhaft." Henke war seit 1984 beim WDR tätig. Er hatte bereits im vergangenen Monat über seinen Anwalt Peter Raue öffentlich gemacht, dass der WDR ihn freigestellt habe. Gegen diese Freistellung hat er eine einstweilige Verfügung beantragt. Darüber wird am Dienstag vor dem Kölner Arbeitsgericht verhandelt.

Einigung beim Telemedien-Staatsvertrag

Sieben-Tage-Regel fällt weg

Für einen jahrelangen Streit zwischen Verlegern und öffentlich-rechtlichen Sendern ist eine Lösung gefunden. Die Online-Angebote von ARD und ZDF und Deutschlandradio sollen künftig ihren Schwerpunkt auf Bewegtbild und Ton legen. Das sieht der neue Telemedien-Staatsvertrag für den Rundfunk vor, auf den sich die Ministerpräsidenten in Berlin geeinigt haben. Die öffentlich-rechtlichen Angebote im Internet sollen sich somit deutlich von denen der Zeitungs- und Zeitschriftenverlage unterscheiden. Die Verleger hatten immer wieder kritisiert, das Textangebot der beitragsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Sender in ihren Apps und auf ihren Webseiten sei zu umfangreich und wettbewerbsverzerrend. In Zweifelsfällen soll künftig eine gemeinsame Schlichtungsstelle der Rundfunkanstalten und Verlage entscheiden, hieß es weiter. Außerdem beschlossen die Ministerpräsidenten, die Sieben-Tage-Regel bei den Mediatheken aufzugeben. Sendungen der Öffentlich-Rechtlichen können damit länger als bisher abgerufen werden.

Goethe-Medaille für "Leben nach der Katastrophe"

Offizielles Ehrenzeichen der Bundesrepublik

Die Goethe-Medaille wird in diesem Jahr an vier Persönlichkeiten verliehen, die nach einer "Katastrophe" beispielhaft einen Neuanfang gewagt haben. Ausgewählt wurden die kolumbianischen Theatermacher Heidi und Rolf Abderhalden vom Kollektiv Mapa Teatro, die schweizerisch-brasilianische Fotografin und Menschenrechtlerin Claudia Andujar sowie der ungarische Komponist und Dirigent Péter Eötvös, teilte das Goethe-Institut mit. Institutspräsident Klaus-Dieter Lehmann wird das offizielle Ehrenzeichen der Bundesrepublik am 28. August im Rahmen des Kunstfests Weimar übergeben. Sie geht jedes Jahr an Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise für den internationalen Kulturaustausch eingesetzt haben.

Intendant Simons: Zu viele Produktionen an deutschen Bühnen

Das koste Qualität

An vielen Theatern in Deutschland gibt es nach
Ansicht des neuen Intendanten des Schauspielhauses Bochum, Johan Simons, zu viele Inszenierungen pro Spielzeit. "Ich sehe heutzutage am deutschen Theater, dass einfach zu viel produziert wird. Das kostet Qualität", sagte Simons bei der Vorstellung seines ersten Spielplans in Bochum. In seiner ersten Spielzeit soll es deshalb nur 17 Theater-Neuproduktionen geben. Andere Bühnen lägen weit darüber, hieß es bei der Programmvorstellung. Mit der Spielzeit 2018/19 übernimmt Simons die traditionsreiche Bühne, die im kommenden Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert. Von 2010 bis 2015 hatte der Niederländer die Münchner Kammerspiele geleitet. Anschließend war er von 2015 bis 2017 Intendant der Ruhrtriennale.

Intendanten der Wuppertaler Bühnen verlängern Verträge

Oberbürgermeister: "Alle drei machen tolle künstlerische Arbeit"

Die künstlerischen Leiter von Oper und Schauspiel in Wuppertal, Berthold Schneider und Thomas Braus, haben ihre Verträge bis 2023 verlängert. Ziel sei, die Intendanten langfristig zu binden, sagte Oberbürgermeister Andreas Mucke laut einer Mitteilung der Stadt. Der Vertrag von Generalmusikdirektorin Julia Jones läuft ohnehin noch bis 2021. Alle drei machten eine tolle künstlerische Arbeit, sagte Mucke. Der Zuspruch der Zuschauer wachse. Auch die finanzielle Unterstützung vom Land für kommunale Theater wirke sich aus, erklärte die Stadt. Die von Finanzsorgen geplagte Industriestadt Wuppertal hat in den vergangenen Jahrzehnten einen strengen Sparkurs gefahren. Das denkmalgeschützte Opernhaus wird von Oper, Schauspiel und dem weltberühmten Tanztheater Wuppertal Pina Bausch genutzt. Im ehemaligen Schauspielhaus soll in einigen Jahren das internationale Pina-Bausch-Zentrum seine Arbeit aufnehmen.

Volksbühnen-Interimschef soll bis 2020 bleiben

Intendantensuche läuft

Der Interimschef der Berliner Volksbühne, Klaus Dörr, soll das Theater bis zum Sommer 2020 in dieser Funktion leiten. Dies bestätigte die Berliner Kulturverwaltung. Dörr, der außerdem noch stellvertretender Intendant des Stuttgarter Schauspiels ist, kümmert sich nach dem Rücktritt von Chris Dercon um das Programm der Volksbühne. Zu den ersten Eigenproduktionen unter Dörrs Leitung wird eine Inszenierung von Film- und Theaterregisseur Leander Haußmann ("Sonnenallee") gehören, sagte der Interimschef der Stuttgarter Zeitung. "Wir müssen das Theater zunächst wieder auf Kurs bringen, um überhaupt sinnvoll über die Zukunft nachdenken zu können", so Dörr.
"Über das Schicksal entscheidet letztendlich der Berliner Kultursenator, der einen neuen Intendanten oder Intendantin finden muss. Ich schätze, dass der Findungsprozess bis Ende des Jahres abgeschlossen ist." Am Freitagabend startet in Berlin ein zweitägiger Kongress mit dem Titel "Vorsicht Volksbühne!", bei dem Theatermacher, Wissenschaftler und Zuschauer über die Zukunft des Theaters diskutieren wollen.

"Shining"-Fortsetzung: McGregor spielt Hauptrolle

Regie soll Mike Flanagan führen

Der britische Schauspieler Ewan McGregor (47) übernimmt Medienberichten zufolge die Hauptrolle in der Fortsetzung des Gruselschockers "Shining". Das berichteten die US-Branchenportale "Variety" und "Hollywood Reporter". Der Film "Doctor Sleep" basiert wieder auf einem Buch von Horror-Autor Stephen King. Regie führt den Berichten zufolge Mike Flanagan, der schon das King-Buch "Das Spiel" für Netflix verfilmte. In "Shining" von Stanley Kubrick aus dem Jahr 1980 geht es um eine Familie, die den Winter über in einem leerstehenden Hotel lebt. Familienvater Jack Torrance, gespielt von Jack Nicholson, verfällt im Laufe der Handlung dem Wahnsinn. Die Fortsetzung erzählt die Geschichte des damals kleinen Sohns Danny (McGregor) weiter, der übernatürliche Kräfte besitzt. Das Filmstudio Warner hatte sich bereits früh die Rechte an dem King-Roman gesichert und arbeitet ebenfalls an der "Shining"-Vorgeschichte "Overlook Hotel".

Ermittlungen gegen Sylvester Stallone

Schauspieler soll Frau belästigt haben

In den USA sind Ermittlungen wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung gegen Hollywoodstar Sylvester Stallone eingeleitet worden. Die Staatsanwaltschaft in Los Angeles prüfe den Vorwurf derzeit, sagte ein Sprecher. In dem Fall geht es um eine Frau, die angegeben hatte, der 71-Jährige habe sie 1990 sexuell belästigt. Stallone weist die Vorwürfe zurück, räumte aber eine Beziehung mit dem mutmaßlichen Opfer im Jahr 1987 ein.

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