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Samstag, 16.12.2017

Kulturnachrichten

Mittwoch, 29. November 2017

Sohn Heinrich Bölls kritisiert Boulevardpresse

Rene Böll gibt Boulevardpresse Mitschuld am Tod seines Vaters

Der Sohn Heinrich Bölls hat den öffentlichen Umgang mit dem Literaturnobelpreisträger scharf kritisiert. Sein Vater sei zu Lebzeiten in Hunderten von Artikeln sowie im Fernsehen und sogar im Bundestag diffamiert worden, sagte Rene Böll bei einer Buchvorstellung. "Ich bin fest davon überzeugt, dass Springer und der Verlag am frühen Tod meines Vaters eine Mitschuld tragen", so der dritte Sohn des 1985 im Alter von 67 Jahren gestorbenen Schriftstellers. Vor allem Bölls Werben um einen differenzierten Umgang mit der RAF in den 70er Jahren hätten zu massiven Anfeindungen auch gegen die Familie geführt, so der 69-jährige Künstler. Darunter habe der Schriftsteller besonders gelitten, sagte Rene Böll. "Wir wurden polizeilich überwacht, die Post geöffnet, das volle Programm." Als 1977 Hanns Martin Schleyer entführt wurde, habe man ihn bei den Bölls gesucht. "Das war ganz eindeutig eine Aktion gegen meinen Vater, um ihn fertig zu machen. Und das haben sie auch erreicht damit", so Rene Böll.

"Alles Geld der Welt": Plummer statt Spacey

Ob im Trailer oder im Film, Kevin Spacey wird durch Christopher Plummer ersetzt

In einem neuen Trailer für den Spielfilm "Alles Geld der Welt" hat nun Christopher Plummer den Part von Kevin Spacey übernommen. Das 30 Sekunden lange Video gibt den 22. Dezember als US-Starttermin für das Entführungsdrama von Regisseur Ridley Scott an. Das Filmstudio Sony Pictures veröffentlichte auch ein neues Filmplakat mit Plummer. Scott hatte Anfang November verkündet, dass er alle Szenen mit Spacey aus dem bereits fertig gedrehten Film herausschneiden werde, nachdem Vorwürfe sexueller Belästigung gegen den "House of Cards"-Schauspieler bekannt geworden waren. Spacey, der in dem Film den Ölmilliardär Jean Paul Getty spielte, wurde durch Plummer ersetzt. In den vergangenen Wochen drehte Scott mit Plummer und den Hauptdarstellern Michelle Williams und Mark Wahlberg die entsprechenden Szenen nach.

Deutscher Zukunftspreis für Entwicklung von Robotern

Forscher entwickeln feinfühlige Hightech-Assistenten

Für die Entwicklung von Roboterassistenten bekommt ein Team aus Hannover und München den Deutschen Zukunftspreis 2017. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die mit 250 000 Euro dotierte Auszeichnung in Berlin übergeben. Die Forscher der Leibniz Universität Hannover und des Münchner Technologieunternehmens Franka Emika haben ein System entwickelt, mit dem Roboter zu feinfühligen Assistenten des Menschen werden sollen - in der Industrie, aber zum Beispiel auch in der Pflege. Der Zukunftspreis gilt als einer der bedeutendsten Wissenschaftspreise in Deutschland.

Werk aus Achenbach-Besitz versteigert

Nagelrelief von Günther Uecker bringt 2,2 Millionen Euro

Ein Kunstwerk aus dem ehemaligen Privatbesitz des verurteilten Kunstberaters Helge Achenbach ist in Köln für einen Rekordpreis versteigert worden. Das monumentale Nagelrelief "Both" von Günther Uecker kam im Auktionshaus Van Ham für 2,2 Millionen Euro unter den Hammer. Das Werk war seinerzeit auf 500 000 Euro geschätzt worden. Van Ham hatte bereits den Bestand der insolventen Firmen Achenbachs versteigert. Um die Rückgabe des gepfändeten Uecker-Kunstwerks hatte Achenbachs Ex-Frau Dorothee Achenbach vergeblich vor Gericht gekämpft. 2015 war Helge Achenbach wegen Millionen-Betrugs an dem Aldi-Erben Berthold Albrecht zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Deutsche Ausgabe von "Charlie Hebdo" wird eingestellt

Zu wenig verkaufte Hefte

Die deutsche Ausgabe der französischen Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" wird eingestellt. "Morgen erscheinen die vorerst letzten 16 Seiten der deutschen Ausgabe von Charlie Hebdo", teilten der Chefredakteur des Mutterblattes, Gérard Biard, und die unter dem Pseudonym Minka Schneider auftretende Chefredakteurin der deutschen Ausgabe am Mittwoch auf Facebook mit. Als Grund für die Entscheidung werden niedrige Verkaufszahlen genannt: "Wir selbst wussten nicht, wie viele Leser es braucht, damit eine gedruckte Zeitung heute rentabel ist. Zu viele jedenfalls, um unseren Besuch bei Euch zu verlängern." Dennoch bedankte sich die Redaktion bei ihren Lesern: "Wir wollten 'Danke' sagen für Eure große Unterstützung nach dem 7. Januar 2015 und Euch eine Facette französischer Zeichenkultur zeigen. Ihr hattet Gelegenheit kennenzulernen, wer wir sind", schrieb das Duo.

Schluss für Schulz und Böhmermann im ZDFneo

Talkshow verfehlt auch in der zweiten Staffel das Quoten-Ziel

Für die Sendung von Jan Böhmermann und Olli Schulz auf ZDFneo ist Schluss. Am kommenden Sonntag ist die letzte Folge zu sehen, weitere wird es nach Angaben des ZDF nicht geben. "SCHOCK! Das Aus von Schulz & Böhmermann steht bevor!", posteten die beiden TV-Satiriker auf der Facebookseite ihrer Sendung im Stil krawalliger Boulevard-Überschriften. Das ZDF bestätigte, dass keine Fortsetzung von "Schulz & Böhmermann" geplant sei, wegen der schlechten Quoten: "Leider erreichte der unkonventionelle Promi-Talk auch mit der zweiten Staffel nicht die erhoffte Zuschauerresonanz."

Regisseure Dresen und Graf verteidigen Berlinale-Chef

Andreas Dresen: "Die ganze Debatte ist in höchstem Maße unfair."

Nach der Forderung für eine komplette Neuausrichtung der Berlinale haben zwei prominente Regisseure dem noch amtierenden Festivalchef Dieter Kosslick den Rücken gestärkt. "Es ging uns weder um Abrechnung, noch um Kritik, noch um die Kampagne, die daraus gemacht wurde", sagte Andreas Dresen ("Halt auf freier Strecke") der Wochenzeitung "Die Zeit". Dominik Graf ("Im Angesicht des Verbrechens"), ebenfalls Unterzeichner der Erklärung, meinte: "Wenn ich gewusst hätte, dass unser Schreiben in das publizistische Fahrwasser einer Abrechnung mit Kosslick gezogen wird, hätte ich nie unterschrieben." Er und Dresen wollten mit der Petition nach vorne blicken, ohne nach hinten zu treten. In ihrer Erklärung forderten die knapp 80 Filmemacher ein transparentes Verfahren zur Neubesetzung der Berlinale-Leitung.

Boy-Gobert-Preis für Thalia-Nachwuchsschauspieler

Steffen Siegmund seit 2013/14 festes Ensemble-Mitglied am Hamburger Thalia

Steffen Siegmund, Ensemblemitglied des Hamburger Thalia Theaters, erhält den Boy-Gobert-Preis für Nachwuchsschauspieler an Hamburger Bühnen. Schon in frühen Jahren sei er in der Lage, "Rollen mit innerer Kraft und seelischer Größe auszustatten", teilte die Körber-Stiftung als Preisstifter zur Begründung mit. "Von seinen Figuren bleibt man niemals unberührt", würdigte die Jury unter Vorsitz des Schauspielers Burghart Klaußner ihre Entscheidung. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird Siegmund am 10. Dezember im Thalia Theater überreicht.

Archiv von DDR-Fotograf Hauswald wird digitalisiert

Fotografien gelten als einzigartige Zeugnisse des Alltagslebens in der DDR

Das Bildarchiv des Berliner Fotografen Harald Hauswald soll in den kommenden zwei Jahren erschlossen und digitalisiert werden. Mehr als 230.000 Aufnahmen des bekannten DDR-Fotografen werde der Ostkreuz-Verein für Fotografie bis 2019 konservatorisch sichern, teilte die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur mit. Die Stiftung unterstützt das Vorhaben mit 200.000 Euro. Dadurch würde eine große Zahl bisher unveröffentlichter Bilder aus der DDR und der Umbruchsphase bis zur deutschen Einheit langfristig erhalten und öffentlich zur Verfügung gestellt. Bei den Fotografien Hauswalds handele es sich um "einzigartige Zeugnisse des Alltagslebens in der DDR", erklärte die Stiftung. Sein Augenmerk galt unter anderem der Entwicklung des Ostberliner Stadtraums, den Jugendkulturen, Künstlern und oppositionellen Gruppen.

Beratergremium für umstrittenen Berliner Museumsbau

Architektenduo Herzog & de Meuron werden von anderen Architekten beraten

Die Schweizer Stararchitekten Herzog & de Meuron bekommen für das geplante Museum des 20. Jahrhunderts in Berlin ein Beratergremium an die Seite gestellt. Bauherr Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, erklärte, das sechsköpfige Fachgremium solle als neutrale Instanz bei diffizilen Fragestellungen beraten und als Vermittler tätig werden. Dem Gremium steht der Architekt Arno Lederer vor. Weiter gehören die Architekten Arno Brandlhuber, Andreas Hild, Hilde Léon und Hans-Günter Merz sowie Senatsbaudirektorin Regula Lüscher dazu. Der Museumsentwurf der Architekten Herzog & de Meuron war auf scharfen Widerspruch gestoßen. Kritiker bezeichneten den geplanten Bau als Scheune, Bierzelt oder einen "neuen Aldi". Das Museum sollte ursprünglichen Planungen zufolge bis 2021 für 200 Millionen Euro aus der Bundeskasse entstehen. Inzwischen gehen Verantwortliche von einer Eröffnung frühestens 2023 oder 2024 aus.

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