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Sonntag, 19.11.2017

Kulturnachrichten

Sonntag, 29. Oktober 2017

Sigmund-Freud-Preis für Historikerin aus Münster

Barbara Stollberg-Rilinger erhält Preis für wissenschaftliche Prosa

Die Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger ist mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa ausgezeichnet worden. Er ist mit 20000 Euro dotiert und wurde in Darmstadt verliehen - bei der Vergabe des Georg-Büchner-Preises. Stollberg-Rilinger ist Professorin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und Stellvertretende Vorsitzende des Verbands der Historiker Deutschlands. Sie wurde schon mehrfach ausgezeichnet. Mit dem Preis werde eine Historikerin gewürdigt, die ein neues Bild vom frühneuzeitlichen Heiligen Römischen Reich entwickelt und die maßgebliche Biografie von Kaiserin Maria Theresia vorgelegt hat, heißt es in der Begründung der Jury.

Baustart für umstrittene Garnisonkirche

Proteste bei Predigt von Altbischof Huber

Mit einem Festgottesdienst hat die Stiftung Garnisonkirche den Startschuss für den umstrittenen Wiederaufbau der einstigen Potsdamer Militärkirche gegeben. "Nun soll der Turm ein weithin sichtbares Wahrzeichen des Friedens und der Versöhnung werden", sagte der Kuratoriumsvorsitzende und Altbischof Wolfgang Huber in seiner Predigt auf der Baustelle. Etwa 50 Demonstranten protestierten mit einem Megafon und Trillerpfeifen lautstark gegen den Wiederaufbau. Zu den Kritikern zählen zahlreiche Initiativen auch von evangelischen Christen, die in der Garnisonkirche eine Stätte des preußischen Militarismus sehen. Beim sogenannten "Tag von Potsdam" im März 1933 hatte Reichspräsident Paul von Hindenburg dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler in der Kirche die Hand gegeben. Die Proteste richten sich zudem gegen den barocken Wiederaufbau in Potsdams Mitte. Den Befürwortern gilt der Turm dagegen als Wahrzeichen Potsdams, das im Stadtbild fehlt. Der im Krieg schwer zerstörte Turm war 1968 auf Geheiß der DDR- Führung gesprengt worden. Vor dem Aufbau wird nun zunächst das Fundament geschaffen. Für einen sicheren Stand des hohen Turms werden 38 Betonpfähle 38 Meter tief in die Erde versenkt. Von Mai 2018 an soll der Turm dann wachsen.

Steen-Andersen erhält Mauricio-Kagel-Musikpreis

Ehrung fand im Rahmen des Festivals "Now!" für Neue Musik statt

Der dänische Komponist und Installationskünstler Simon Steen-Andersen hat den mit 50.000 Euro dotierten Mauricio-Kagel-Musikpreis der Kunststiftung NRW erhalten. Der 41-Jährige wurde in Essen im Rahmen des Festivals "Now!" für Neue Musik geehrt. In der Preisbegründung hieß es, Steen sei eine außergewöhnliche Künstlerpersönlichkeit. Als "kluger Stratege und furchtloser Experimentator" entwickle er eigenwillige künstlerische Positionen, die seinen Rang begründeten. Von dem Preisgeld sollen 20.000 Euro in ein künstlerisches Projekt in Nordrhein-Westfalen eingebracht werden. Das Festival "Now!", das am kommenden Sonntag endet, befasst sich in diesem Jahr mit Grenzbereichen zwischen klassischer Komposition und Jazzimprovisation sowie zwischen europäischer und außereuropäischer Musiksprache.

Alex Burkhard ist bester Poetry-Slammer

"Heun und Söhne" Sieger im Teamfinale

Alex Burkhard ist Meister im deutschsprachigen Poetry Slam. Der Bühnendichter aus München setzte sich im Finale gegen Fabian Navarro und Yannick Sellmann in der ausverkauften Staatsoper in Hannover durch. Das Teamfinale hatte zuvor das Duo "Heun und Söhne" mit Julian Heun und David Friedrich aus Berlin und Hamburg für sich entschieden. Zwischen den beiden Endrunden machte der letztjährige Sieger im Einzelwettbewerb, Philipp Scharrenberg, einen Gastauftritt. Auch der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil ließ sich den wortgewaltigen Schlagabtausch der besten deutschen Bühnendichter nicht entgehen. Insgesamt waren seit Dienstag rund 300 Wortakrobaten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Hannover bei der 21. Auflage des Poetry Slam zu Gast. Den fünftägigen Wettbewerb verfolgten nach Angaben der Veranstalter rund 10 000 Zuschauer.

Neues Gutachten zur Loveparade sieht Planungsmängel

Prozess zum Loveparade-Unglück beginnt am 8. Dezember

Planungschaos und falsche Erwartungen: Ein für die Staatsanwaltschaft wichtiges Gutachten stützt vor dem Prozess um die Duisburger Loveparade-Katastrophe die wesentlichen Vorwürfe der Opfer und der Anklage gegen die Veranstalter. Nach einem Bericht der "Rheinischen Post" soll unter anderem die Gefahr von Stockungen unterschätzt worden sein, außerdem habe man die Risiken durch mögliche Besucherstaus im Zugangstunnel zum Gelände nicht ausreichend bedacht. Bei der Loveparade am 24. Juli 2010 waren bei einem Gedränge an der Zugangsrampe zum Partygelände 21 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 650 wurden verletzt. Die Anklagebehörde erklärte, eine abschließende Bewertung sei erst möglich, wenn das Gesamtgutachten vorliege. Der Mammut-Prozess gegen sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier Beschäftigte des Veranstalters beginnt am 8. Dezember vor dem Landgericht Duisburg.

Annabella Sciorra wirft Weinstein Vergewaltigung vor

Auch Schauspielerin Daryl Hannah äußert sich in Artikel des "The New Yorker"

Die "Sopranos"-Schauspielerin Annabella Sciorra hat dem US-Filmproduzenten Harvey Weinstein Vergewaltigung vorgeworfen. Weinstein habe sie in den frühen 90er Jahren in ihrer Wohnung angegriffen, sagte Sciorra dem US-Magazin "The New Yorker". Er habe sie auch in den folgenden Jahren weiter belästigt. Die Schauspielerin hat nach eigenen Angaben noch immer soviel Angst vor Weinstein, dass sie mit einem Baseball-Schläger neben dem Bett schläft. Nach dem Vorfall habe sie von 1992 bis 1995 nicht gearbeitet. Seit einem Bericht der «New York Times» Anfang Oktober über Vorwürfe von sexuellem Missbrauch gegen Weinstein haben sich mehr als 50 Frauen zu Wort gemeldet, um ihre Erfahrungen mit dem Hollywood-Mogul zu teilen. Weinstein hat die Vorwürfe zurückgewiesen. In dem Beitrag des "New Yorker" äußerte sich auch die Schauspielerin Daryl Hannah. Die heute 56-Jährige sagte, sie habe mehrmals vor Weinsteins Annäherungsversuchen fliehen müssen. So habe sie etwa einmal in Cannes ihr Hotelzimmer durch einen Hintereingang verlassen müssen, als er an ihre Tür gehämmert habe.

Echo-Klassik-Gala in der Elbphilharmonie

Ausgezeichnet werden u. a. Jonas Kaufmann und Daniel Hope

Erstmals präsentiert Moderator Thomas Gottschalk die Verleihung des Echo Klassik in der Hamburger Elbphilharmonie. Ausgezeichnet werden unter anderem Tenor Jonas Kaufmann als "Bestseller des Jahres", die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker und der Geiger Daniel Hope. Zu den großen Stimmen, die live zu erleben sind, gehören außerdem die Mezzosopranistin Joyce DiDonato und der Bariton Matthias Goerne. Hamburgs Generalmusikdirektor Kent Nagano, der als "Dirigent des Jahres" geehrt wird, leitet das Philharmonische Staatsorchester Hamburg. Das ZDF überträgt die Gala abends ab 22.00 Uhr.

Zehnte Auflage der Filmmusiktage Sachsen-Anhalt

Deutscher Filmmusikpreis wird am Ende des Festivals verliehen

Mit dem Audrey Hepburn-Klassiker "Frühstück bei Tiffany" beginnen am Sonntag abend im Puschkino Halle die zehnten Filmmusiktage Sachsen-Anhalt. Der Film gehört zur Reihe "Die Ohren sehen mit", in deren Zusammenhang auch "La La Land" oder "Der Pianist" präsentiert werden. Bis 4. November kommen internationale Filmemacher, Musiker und Medienexperten in Halle zusammen. Angekündigt sind unter anderen der Filmmusikpianist Jean-Michel Bernard, die Sängerin Judy Winter, der Klarinettist Rolf Kühn und der mit einem Oscar ausgezeichnete Regisseur Jochen Alexander Freydank. Es stehen Konzerte, Workshops und ein Kongress auf dem Programm. Höhepunkte sind die Verleihung des Deutschen Filmmusikpreises am 3. November und die Festgala anlässlich des zehnten Festivalgeburtstags am 4. November in der Oper Halle.

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