Seit 11:05 Uhr Tonart

Donnerstag, 22.02.2018
 
Seit 11:05 Uhr Tonart

Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 31.03.2016

SexualitätWie es ist, heute jung - und lesbisch, schwul, bisexuell oder trans* zu sein

Von Lydia Heller und Tim Wiese

Podcast abonnieren
Gegen Homophobie und Transphobie: Regenbogenfahne in Berlin (dpa / picture alliance / Gregor Fischer)
Wie ist die Lebenssituation von lesbischen, schwulen, bisexuellen und trans*-Jugendlichen? (dpa / picture alliance / Gregor Fischer)

"Mama, Papa - ich bin homosexuell." So einfach und klar dieser Satz klingt, so schwer fällt es vielen Jugendlichen, ihn auszusprechen. Wer ihn sagt, hat nicht selten jahrelang mit sich gerungen. Wer ihn sagt, ahnt in der Regel auch: Das Ringen ist noch nicht vorbei.

Fast alle Jugendlichen, die sich als lesbisch oder schwul, oder auch als bisexuell, trans- oder intergeschlechtlich outen, befürchten, damit bei Eltern und Lehrern, Freunden und Mitschülern auf Ablehnung zu stoßen. Und ihre Sorge ist berechtigt: Nicht heterosexuell sein ist auch heute noch alles andere als selbstverständlich. Acht von zehn LSBT*-Kindern und Jugendlichen haben einer Studie des Deutschen Jugendinstituts zufolge Diskriminierung erlebt - wurden nicht ernstgenommen oder ausgegrenzt, beschimpft oder verprügelt.

Und auch, wenn es inzwischen eine ganze Reihe Beratungsangebote und Jugendclubs für LSBT*-Jugendliche gibt und in Schulen Workshops zu sexueller Vielfalt organisiert werden; auch wenn Teenie-Stars wie Miley Cyrus sich als pansexuell definieren oder wie Jaden Smith im Rock für die Vogue posieren: Dort, wo sich der Alltag der meisten Kinder und Jugendlichen abspielt, halten sich die Vorbehalte gegen Homo- und Bisexualität, Trans*- und Intergeschlechtlichkeit besonders hartnäckig: Schwuchtel und Transe gehören noch immer zu den gängigen Schimpfwörtern in Kitas und Schulen, Sportvereinen und Ausbildungsstätten. Wie also ist es, erwachsen zu werden mit dem Gefühl anders zu sein als Mitschüler und Freunde? Mit der Angst, dass mit einem etwas nicht stimmt? Wann verwandelt sich so ein Gefühl überhaupt erst in Angst, wer und was trägt dazu bei - und was macht das mit einem Menschen, der gerade auf dem Weg ins Leben ist? Und: Wer und was wiederum hilft, letztlich zu sich stehen und den eigenen Weg gehen zu können? Wie ist sie: Die Lebenssituation von lesbischen, schwulen, bisexuellen und trans*-Jugendlichen in Deutschland 2016?

Manuskript zur Sendung als PDF:

Ich bin. Ich liebe. Ich muss dafür kämpfen.

Mehr zum Thema

Toleranz im Baltikum - Estlands holpriger Weg zu mehr Homorechten
(Deutschlandradio Kultur, Weltzeit, 02.02.2016)

Berlinale-Kurator Wieland Speck - Kann schwul-lesbisches Kino noch verstören?
(Deutschlandradio Kultur, Im Gespräch, 12.02.2016)

Berlinale: Queerer Filmpreis - Österreichischer Film "Kater" gewinnt Teddy
(Deutschlandradio Kultur, Fazit, 19.02.2016)

Protokoll eines Wandels - Remco, der Transmann
(Deutschlandfunk, Das Feature, 18.12.2015)

Zeitfragen

KunstgeschichteNeuer Blick auf Kunst im Kalten Krieg
Ein Teil des Wandmosaiks "Produktion im Frieden" aus dem Jahr 1965 von Walter Womacka. Es wurde 2013 in der Lindenallee im Zentrum von Eisenhüttenstadt (Brandenburg). (picture alliance / dpa / Bernd Settnik)

Kosmopolitische Moderne oder sozialistischer Realismus? Es gab mehr als diese beiden Lager in der Nachkriegskunst der 40er- und 50er-Jahre. Ein Tübinger Forschungsprojekt zeigt: Die Situation nach der "Stunde Null" ist viel offener gewesen.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur