Seit 05:07 Uhr Studio 9
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 05:07 Uhr Studio 9
 
 

Kompressor | Beitrag vom 07.04.2017

Schwarzer Superheld CyborgKritisches Tanztheater über Comicfigur

Enno Park im Gespräch mit Max Oppel

Beitrag hören Podcast abonnieren
(picture alliance/dpa/Daniel Karmann)
Hunderte von Comic-Heften voll mit Superhelden - aber alle sind weiß. (picture alliance/dpa/Daniel Karmann)

Superhelden sind fast immer weiß. Bis auf eine Ausnahme: Cyborg. Aber selbst der sei rassistisch dargestellt, meinen die Theatermacher Christoph Winkler und Zen Jefferson. Ihr Stück "Black Cyborg" nimmt dies aufs Korn. Cyber-Experte Enno Park hat es sich in Berlin angesehen.

Superhelden sind fast immer weiß. Eine Ausnahme ist "Cyborg", ein Charakter, den DC Comics bereits 1980 entwickelt und  herausgebracht hat, um eine Identifikationsfigur für schwarze Leser zu schaffen.

Victor Stone aka Cyborg ist einer der wenigen schwarzen Superhelden im DC Comics Superheldenuniversum. Neben der rassistischen Diskursen, die sich in der Figur  des Victor Stone zeigen, trägt er aber auch ein gewisses utopisches Potential in sich – die Möglichkeit einer neuen, technisch-optimierten Menschheit.

Latent rassistisch

Die Theatermacher Christoph Winkler und Zen Jefferson haben Cyborg nun in Berlin  auf die Bühne gebracht. In ihrem Stück "Black Cyborg"  kritisieren sie diese Figur des schwarzen Superhelden: Denn Cyborg ist seinen Kollegen wie Superman oder Batman unterlegen, ein Schwarzer wie Weiße ihn sich offen oder latent rassistisch vorstellen. Eine Dienerfigur, ein Mann ohne Unterleib. Enno Park hat sich die Premiere von "Black Cyborg" in den Berliner Uferstudios angeschaut. Er sagt:

Das Stück sei mehr Tanztheater und künstlerische Performance als ein Theaterstück. Vor allem aber: Diskurse über Transhumanismus oder Digitalisierung und Technologiesierung – "die sind durch und durch weiß. Und wer auch mal eine schwarze Perspektive dazu mitkriegen möchte bis hin auch zum Afrofuturismus – der sollte sich das definitv anschauen."

Mehr zum Thema

Neue Filme - Alte Superhelden, eine Glaubenskrise und das Opium des Volkes
(Deutschlandfunk, Corso, 01.03.2017)

Neuer Comic von Brian Vaughan - "Paper Girls" mit Walkie-Talkies
(Deutschlandfunk, Corso, 16.03.2017)

Afrofuturismus - Widerstand gegen eine weiße Zukunft
(Deutschlandradio Kultur, Zeitfragen, 25.01.2017)

Neuer Sammelband - Der beste Einstieg in die Superman-Saga
(Deutschlandradio Kultur, Buchkritik, 10.01.2017)

Fazit

Ausstellung "Im Spielrausch" in KölnDer spielende Mensch
Ein selbstgebautes "Mensch ärgere Dich nicht!" Brettspiel von 1950 ist am 25.06.2015 im Spielzeugmuseum in Nürnberg (Bayern) zu  sehen. (picture alliance / dpa / Daniel Karmann)

Anfang der Woche eröffnet die Spielemesse Gamescom in Köln, parallel dazu wird im Museum für Angewandte Kunst die Ausstellung "Im Spielrausch" gezeigt. Dabei geht es nicht darum, Computerspiele zu musealisieren, sondern Computer- und Brettspiele mit dem Spiel im Theater zu vergleichen. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur