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Thema / Archiv | Beitrag vom 07.11.2007

Schulen ohne Bücher

Der Zustand der Schulbibliotheken ist oft armselig

Von Anja Herr

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Bibliotheksbenutzerin (AP)
Bibliotheksbenutzerin (AP)

Nur wenige Schulen (etwa 15 Prozent) haben Bibliotheken, und nicht alle davon verdienen den Namen. Die Bücher sind meist zu alt, und Neuanschaffungen gibt es kaum noch. Die Schüler müssen dann auf andere Bibliotheken ausweichen. Wertvolle Techniken des Lernens drohen so zu verschwinden.

Eine 1-Euro-Jobberin beaufsichtigt die Kinder, sortiert Bücher ein oder verleiht sie. Mittlerweile gibt es aktuelle Kinder- und Sachbücher, gespendet von Eltern und Lehrern. Je spannender der Lesestoff, desto lieber greifen die Kinder zum Buch - das gilt auch für die vielen Migrantenkinder der Kreuzberger Grundschule.

Thomas Zado: "Wir erleben es auch, dass viele Kinder zu Hause nicht ein deutsches Buch haben, und dass es für sie ganz wichtig ist, hier Bücher mal in der Hand zu halten, zu lesen, sich die deutsche Sprache in der Beziehung auch noch mal anders anzueignen."

Während sich die Grundschüler noch im Umgang mit der Sprache üben, suchen die Gymnasiasten in der Bibliothek der Neuköllner Clay-Schule nach Fachliteratur. Nur finden sie oft keine. Der 19-jährige Tan-Qui brauchte zum Beispiel mal Infos für ein Referat über den Vietnamkrieg.

"Die Bücher sind teilweise relativ alt, bekrakelt, beschrieben, nicht detailliert genug, um ein gutes Referat halten zu können. Da musste ich zu 'ner anderen Bibliothek, um mir ein spezielles Buch auszuleihen über den Vietnamkrieg."

Die Schulbibliothek der Clay-Schule ist in die Stadtteilbibliothek Rudow integriert. Solche Kombinationen gibt es immer häufiger, weiß Hans-Joachim Graeber, Leiter der Bibliothek.

"In Neukölln gibt's keine einzige reine Schulbibliothek mehr. Es kann sein, dass einzelne Schulen so kleine Schulbüchereien eingerichtet haben - aber keine dieser großen Schulbibliotheken, wie sie Mitte der 70er Jahre eingerichtet wurden."

Stadtteil- und Schulbibliothek wurden Anfang der 90-er Jahre zusammengelegt - damals gab es noch ein pralles Angebot an Büchern.

Hans-Joachim Graeber: "Was jetzt bei uns noch übrig geblieben ist an reinen Schulbuchbeständen, das ist bis auf den Fachbereich Deutsch und Französisch - wo immer wieder nachgekauft wurde - schon sehr veraltet und wird auch kaum noch genutzt."

Mangelhaft auch das Angebot an audiovisuellen Medien, die Schüler für Präsentationen bräuchten.

"Sie wollen 'ne DVD, wo zum Beispiel das Thema 'Alte Ritter' bildmäßig aufbereitet ist, dass sie da was zum Präsentieren haben."

Wenn Schüler danach fragen, muss Hans-Joachim Graeber jedes Mal passen. Das findet er schade.

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