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Samstag, 20.01.2018

Sonntagmorgen | Beitrag vom 14.01.2018

SchokoladeEssbares Glück

Von Olga Hochweis

(picture-alliance/ dpa)
Belgische Schokolade (picture-alliance/ dpa)

Schokolade ist mehr als ein Lebensmittel – sie ist Genuss. Schokolade bildet die Lieblingsspeise der Götter, vieler Kinder und nicht weniger Erwachsener. Es ist die Nahrung von Verliebten und nicht zuletzt derer, die Trost suchen. Denn Schokolade ist vor allem Seelennahrung.

Es gibt viele Mythen rund um die Schokolade: Sie soll glücklich machen, sie soll leistungssteigernd sein, sogar aphrodisierend wirken. Fest steht, dass die Schokolade viele potentiell wirksame Substanzen erhält, die etwa das sogenannte Glückshormon Seronotin freisetzen können. Aber die Substanzen sind zu niedrig dosiert, um wirklich Einfluss auf den Körper zu nehmen. Die positive psychologische Wirkung des Schokolade-Essens steht allerdings außer Frage. Vorausgesetzt, die Sucht danach wird nicht zu groß.

Speise der Götter

Verschiedene Zuckerarten und Kakao bilden die Grundzutaten der Schokolade. Schon 1500 v. Ch. nutzten die Olmeken im Tiefland der mexikanischen Golfküste den Kakaobaum. Theobroma cacao lautet seine lateinische Bezeichnung, wobei Theobroma wörtlich bedeutet: die Speise der Götter. Das Wort Schokolade kommt vom aztekischen ersten Kakao-Getränk "xocolatl", in dem semantisch die Begriffe für "bittermachen" und "Wasser" drinstecken. Nach Überlieferung der Maya war die Kakaopflanze göttlichen Ursprungs, sogar ein Kakao-Gott wurde angebetet.

Christoph Kolumbus brachte die Kakaobohne nach Europa

Nach Europa kam die Kakaobohne erst mit Christoph Kolumbus. Die Schokolade blieb wegen der teuren Zutaten (Kakao, Honig und Zucker) zunächst viele Jahrhunderte eine Speise für die Reichen. Erst ab dem 19. Jahrhundert wurde sie allmählich zum Massenprodukt - nicht zuletzt aufgrund kolonialer Ausbeutung. "Fair trade" bleibt im großen Rahmen leider auch heute noch ein Wunschtraum.

Doch an der Kulturgeschichte der Schokolade wird bis heute weitergeschrieben. In dem gefeierten Roman "Das achte Leben (für Brilka)" der deutsch-georgischen Schriftstellerin Nino Haratischwili von 2014 liefert die Zubereitung einer heißen Schokolade ein wichtiges wiederkehrendes Motiv. So wird darin ihre faszinierende Wirkung beschrieben:

"Der Geschmack war unvergleichlich, der Genuss glich einer geistigen Ekstase, einer überirdischen Erfahrung. Man verschmolz mit der süßen Masse, man wurde eins mit dieser köstlichen Entdeckung, man vergaß die Welt um sich und verspürte ein einmaliges Glücksgefühl. Alles war, wie es sein sollte, wenn man diese Schokolade aß."


Musikalische Histörchen

Caterina Germaine Maria Valente, am 14. Januar 1931 in Paris geboren, gehörte in den 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts zu den absoluten Weltstars. Nach einem etwas holperigen Start mit dem damals noch unbekannten Gilbert Becaud (1947) startete Valente Anfang der 50er Jahre durch, ihr Förderer wurde Kurt Edelhagen, Chef des Tanzorchesters vom Südwestfunk Baden-Baden. Der gemeinsame Auftritt beim 2. Deutschen Jazzfestival in Frankfurt am Main 1955 wurde zu einem Triumph. Die breite Maße allerdings wurde durch ihre Schlageraufnahmen in den Bann gezogen. Die Nachkriegs-Bundesdeutschen träumten von fernen Ländern und die brachte ihnen Caterina Valente – oft zusammen mit ihrem Bruder Silvio Francesco – in die Wohnstuben. Ob nun ganz Paris von der Liebe träumte, man die "Fiesta Cubana" feierte oder mit ihr dem "Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu-Strand-Bikini" trug, Valente sang sich in die Herzen der Deutschen.

Daneben aber war sie – jedenfalls in den USA – auch eine gefragte Entertainerin und Jazzsängerin. Mit Chet Baker nahm sie u.a. "I'll Remember April" auf, ist zu Gast in den Shows von Bing Crosby, Dean Martin und Danny Kaye. Daneben tourt Valente durch die Welt. Die Deutsch-Italienerin singt in zwölf Sprachen und kann sich in sechs Sprachen fließend verständigen, ist in Südamerika ebenso auf der Bühne zu erleben wie in Japan, Australien oder Südafrika.

Für ihr Lebenswerk wurde sie 2002 mit dem Echo ausgezeichnet, bereits 1966 konnte sie die Goldene Kamera in den Händen halten, 1968 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse angesteckt und das Bambi trabte 1990 in den Trophäenschrank. 1995 dann zum zweiten Mal, diesmal zusammen mit Vico Torriani und Helmut Zacharia als "Lifetime-Award" und ein drittes Mal 2005 als Ehren-Bambi fürs Lebenswerk.

Rätsel: Aus welchem Film stammen diese Ausschnitte?

Lösung: "Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück"

Das "Sonntagmorgen"-Team erreichen Sie per E-Mail: sonntagmorgen@deutschlandfunkkultur.de.
Oder per Post: Deutschlandfunk Kultur, Hans-Rosenthal-Platz, 10825 Berlin;
Stichwort: Sonntagmorgen

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