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Kalenderblatt / Archiv | Beitrag vom 14.04.2009

Schlusskomponist des Barock

Vor 250 Jahren starb Georg Friedrich Händel

Von Michael Stegemann

Musiker vor dem Händel-Denkmal auf dem Marktplatz von Halle (AP-Archiv)
Musiker vor dem Händel-Denkmal auf dem Marktplatz von Halle (AP-Archiv)

Er war der mit Abstand erfolgreichste Komponist seiner Zeit: ein barockes "Urviech", gefeiert in ganz Europa und mit zahllosen "Greatest Hits" schon zu Lebzeiten unsterblich, von der "Feuerwerksmusik" bis zum "Hallelujah": Georg Friedrich Händel.

Bühne frei - da kommt er, der siegreiche Held!

Georg Friedrich Händel – "der hervorragendste Musiker, der je gelebt hat", wie es in einem anonymen Grabspruch heißt...

"... dessen Kompositionen eine Sprache des Gefühls waren, mehr als reiner Klang, und die Macht des Wortes darin übertrafen, die sich wandelnden Leidenschaften der menschlichen Seele darzustellen."

Georg Friedrich Händel, "Superstar".
Anders als der nur einen Monat jüngere Johann Sebastian Bach, ist Händel durchaus nicht zum Musiker bestimmt. Geboren am 23. Februar 1685 in Halle an der Saale als Sohn eines Barbiers und Chirurgen, soll er eigentlich Jurist werden; doch mit der Berufung des 17-Jährigen an die Hallenser Domkirche beginnt eine der glänzendsten Musiker-Karrieren des 18. Jahrhunderts – zunächst als Organist und Cembalist, dem der Ruf eines Ausnahme-Virtuosen vorauseilt.

Händel triumphiert, wo immer er auftritt: In Hamburg (wo der 19-Jährige seine erste Oper herausbringt), in Florenz und Rom (wo er als Kirchen-Komponist brilliert und die Kardinals-Kurie mit italienischen Kantaten beglückt), in Venedig (wo das Publikum dem "caro Sassone" – dem "lieben Sachsen" – und seiner Oper "Agrippina" geradezu hysterisch zujubelt.). Die Ernennung zum Kapellmeister des Hannoveraner Kurfürsten Georg Ludwig scheint der 25-Jährige nur als Durchgangsstation angesehen zu haben; der Weg führt ihn nach London, wo er 1711 mit "Rinaldo" seinen ersten Bühnen-Triumph in England feiert.

Händel bleibt in England, im Umfeld des Hofes und des Adels. Eine Geburtstagsode für Queen Anne, Anthems für den Herzog von Chandos, ein "Te Deum" für Queen Caroline – die Gemahlin seines Hannoveraner Dienstherrn, der 1714 als King George I. den englischen Thron besteigt –, die Krönungsmusik für King George II., und immer wieder Opern. Mehr als 40 sind es bis 1740, viele davon für die "Royal Academy of Music", die er jahrelang als Impresario leitet. Er holt die größten Sänger seiner Zeit nach London und komponiert ihnen die herrlichsten Arien "in die Kehle".

Und als das Londoner Publikum der Opern müde ist, wendet sich Händel Mitte der 1730er-Jahre einer neuen Gattung zu – bis 1751 entstehen mehr als zwei Dutzend Oratorien. Auch seine Erblindung kann die Schaffenskraft des mittlerweile 67-Jährigen nicht brechen.
Der Mensch Händel verschwindet fast vollständig hinter seinem Werk. Als "groß und sehr stattlich" wird er von einem Zeitgenossen beschrieben, mit einer "sträflichen Leidenschaft für die Genüsse des Tisches."

"Sein Gang war immer schlendernd und recht schwerfällig, seine Gesichtszüge fein."

Ein Choleriker –

""... zufahrend, rau und entschieden in seinem Umgang und Betragen, aber ohne alle Bösartigkeit und Tücke". "

Nie verheiratet; angebliche Affären mit diversen Sängerinnen sind ebenso wenig zu beweisen wie homoerotische Neigungen. Seit 1727 englischer Staatsbürger: George Frederic Handel. Mit seinem Tod am 14. April 1759 endet das Barockzeitalter.

Kalenderblatt

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