Seit 17:30 Uhr Tacheles
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 17:30 Uhr Tacheles
 
 

Kulturnachrichten

Donnerstag, 6. November 2014

Schlagzeuger von AC/DC wegen Mordkomplotts festgenommen

Phil Rudd wollte offenbar zwei Männer ermorden lassen

Der Schlagzeuger der legendären Rockband AC/DC ist heute in Neuseeland wegen eines mutmaßlichen Mordkomplotts festgenommen worden. Nach Angaben der Polizei muss sich Phil Rudd wegen der Planung eines Mordes, Todesdrohungen und Drogenbesitzes verantworten. Der Justiz zufolge wurden bei der Durchsuchung seines Hauses in Tauranga illegale Drogen gefunden, der 60-jährige Musiker wurde aber auf Kaution vorläufig freigelassen. Die Polizei durchsuchte Rudds Haus in der Stadt Tauranga auf der Nordinsel Neuseelands. Dabei wurden Metamphetamine und Cannabis entdeckt. Nach seiner Festnahme wurde Rudd einem Richter vorgeführt. Bei dem kurzen Auftritt vor Gericht wirkte Rudd müde und ungekämmt, er trug einen grauen Pullover und war barfuß. Sein Anwalt bat, den Medien den Zutritt zur Verhandlung zu versagen, doch lehnte der Richter dies ab. Laut den Gerichtsdokumenten soll Rudd Ende September versucht haben, einen Auftragskiller für die Ermordung zweier Männer anzuheuern. Um wen es sich handelte, blieb zunächst unbekannt. Dem in Australien geborenen Musiker drohen wegen der Mordpläne zehn Jahre Haft. Der Schlagzeuger, der Hits wie "Highway to Hell" und "Dirty Deeds Done Dirty Cheap" spielte, wurde auf Kaution freigelassen. Nächste Anhörung ist am 27. November. Rudd war der Rockgruppe AC/DC im Jahr 1975 beigetreten. 1983 stieg er wegen eines Streits mit Gründungsmitglied Malcolm Young aus, kehrte aber 1994 wieder zurück. Rudds Festnahme ist der zweite schwere Schlag für die Heavy-Metall-Band in wenigen Wochen. Erst im September hatten australische Medien berichtet, dass der 61-jährige Young an Demenz leide und in ein Pflegeheim in Sydney eingeliefert worden sei.

Salzburger Festspiele müssen sparen

Im nächsten Jahr soll es nur noch drei Opern-Neuinszenierungen sowie insgesamt vier Wiederaufnahmen und Übernahmen geben

"Wir kehren damit zu der Praxis zurück, Sachen wieder zu bringen, die sich künstlerisch bewährt haben", sagte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler am Donnerstag bei der Vorstellung des Programms der Saison 2015. Interimsintendant Sven-Eric Bechtolf, der bisher die Schauspielsparte des Festivals leitete, wird Mozarts "Le Nozze di Figaro" inszenieren und damit seinen Mozart/DaPonte-Zyklus komplettieren. Darüber hinaus soll es Neuproduktionen von Beethovens "Fidelio" und Wolfgang Rihms Oper "Die Eroberung von Mexico" geben. Das Schauspiel bringt neben dem "Jedermann" Werke von Goethe, Shakespeare und eine "musikalische Neuadaption" der "Dreigroschenoper" von Brecht und Weill heraus. Insgesamt präsentieren die Salzburger Festspiele in der nächsten Saison an zwölf Spielorten 188 Konzerte in 44 Tagen.

Erster bundesweiter Aktionstag der Lehrbeauftragten an Hochschulen

An vielen Hochschulen in ganz Deutschland machen Lehrbeauftragte in den nächsten Tagen auf ihre prekäre Situation aufmerksam

Mit ihren Aktionen wollen die Betroffenen die Politik und die Hochschulen zum Handeln bewegen, sagte Gerald Mertens, Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung e.V. (DOV). In einer gemeinsamen Resolution, die am Aktionstag bundesweit verbreitet wird, fordern die Lehrbeauftragten die Schaffung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse, die Anpassung der Stundensätze für Lehrbeauftragte an die Tarifentwicklung im öffentlichen Dienst sowie mehr Wahl- und Mitbestimmungsrechte. Darüber hinaus muss die Grundfinanzierung der Hochschulen entsprechend aufgestockt werden. Die Aktionen reichen von Kundgebungen, zum Beispiel in Schwerin, bis zur Übergabe von Forderungen an die zuständigen Landespolitiker und Landespolitikerinnen. In der Hauptstadt wird die "Berliner Resolution" heute an die Senatswissenschaftsverwaltung übergeben. Die bundesweit mehr als 85.000 Lehrbeauftragten leisten in der Lehre die gleiche Arbeit wie ihre fest angestellten Kollegen und Kolleginnen, erzielen jedoch nur einen Bruchteil von deren Einkommen. „Ohne Lehrbeauftragte würde der Lehrbetrieb an vielen Hochschulen zusammenbrechen. Es ist ein Skandal, dass Länder und Hochschulen zum Teil über die Hälfte des regulären Lehrangebots durch Lehrbeauftragte zum Billigtarif und ohne jeden arbeitsrechtlichen Schutz erbringen lassen. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit muss auch an den Hochschulen gelten", erklärte David Bowskill, der Vorsitzende der Abteilung Wissenschaft der GEW Berlin.

Kultur- und Kreativwirtschaft weiter auf Wachstumskurs

Der Umsatz der Branche nahm um 1,4 Prozent auf 145 Milliarden Euro zu, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg auf über 790 000 (plus 3,3 Prozent)

Das geht aus dem Monitoringbericht der Bundesregierung hervor, den Wirtschaftsstaatssekretärin Brigitte Zypries (SPD) und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) bei der Jahreskonferenz der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft in Berlin vorstellten. Künstler und Kreative trügen weiterhin erfolgreich zum internationalen Ansehen Deutschlands und seiner Wettbewerbsfähigkeit bei, erklärte Grütters. Die Initiative soll auf die Bedeutung der Branche für Innovationen hinweisen.

Flamenco-Legende Manitas de Plata gestorben

Manitas de Plata - das "Silberhändchen" - hatte den Flamenco weltweit populär gemacht

Im Alter von 93 Jahren ist einer der größten Flamenco-Musiker Frankreichs gestorben: Der Gitarrist Manitas de Plata verstarb im Kreise seiner Angehörigen in einem Altenheim im südfranzösischen Montpellier, wie seine Tochter Françoise am Donnerstag mitteilte. Er hinterlässt ein Werk von mehr als 80 Alben. Manitas de Plata (eigentlich Ricardo Baliardo) spielte schon mit neun Jahren meisterhaft Gitarre, obwohl er keine Noten lesen konnte. Der Zigeunerjunge spielte zunächst in Terrassencafés an der Côte d'Azur. Dort traf er den französischen Schriftsteller Jean Cocteau, die Maler Pablo Picasso und Salvador Dalí, die seine Freunde wurden, sowie die Schauspielerin Brigitte Bardot. US-Produzenten holten ihn später zu Auftritten nach New York, wo er Triumphe feierte. Der Liebhaber schöner Frauen und großer Autos gab einen Großteil seiner Einkünfte für den Unterhalt seines "Clans" aus. Bis zu 80 Menschen lebten von seinem Geld - Frauen, Kinder, Onkel, Neffen - am Ende seines Lebens blieb ihm nichts mehr übrig. Manitas de Plata konnte nicht genau sagen, wie viele Kinder er am Ende mit verschiedenen Frauen hatte: zwischen 24 und 28. Mindestens 13 erkannte er als seine Kinder an.

Benedikt von Peter neuer Intendant in Luzern

Der 37-Jährige setzte sich unter rund 80 Bewerbern durch

Der Opernregisseur Benedikt von Peter wird im Sommer 2016 neuer Intendant des Luzerner Theaters. Der gebürtige Kölner erhalte einen Fünf-Jahres-Vertrag, teilte der Theater-Stiftungsrat am Donnerstag mit. Von Peter leitet seit 2012 die Sparte Musiktheater des Theaters Bremen. Er tritt die Nachfolge von Dominique Mentha an, der 2016 nach zwölf Spielzeiten das Haus in der Schweiz verlässt. Die Entscheidung der siebenköpfigen Findungskommission sei einstimmig gefallen. Mit Benedikt von Peter komme einer der gefragtesten Opernregisseure des deutschsprachigen Raums nach Luzern, hieß es zur Begründung. Benedikt von Peter inszenierte unter anderem am Theater in Basel, an der Oper Frankfurt, am Staatstheater Hannover und der Deutschen Oper Berlin. Ausgezeichnet wurde er unter anderem mit dem Götz Friedrich-Preis und dem Theaterpreis "Der Faust".

Gewandhausorchester gibt Konzert mitten in New York

Gespielt wird ein Stück des britischen Komponisten Michael Nyman

Das Leipziger Gewandhausorchester wird zum 25. Jahrestag des Mauerfalls mitten in New York spielen. Man wolle den historischen Termin für eine einmalige Aktion nutzen, teilte die sächsische Staatskanzlei heute mit. New York stehe wie kaum eine andere Stadt für Freiheit, Unabhängigkeit und ein friedliches interkulturelles Miteinander und bilde somit die perfekte Kulisse für das Spontankonzert. Die Musiker wollen am Sonntag das Stück "Manhatta" des britischen Komponisten Michael Nyman draußen an der bekannten Fifth Avenue spielen. Das Orchester ist derzeit für mehrere Konzerte auf einer USA-Tournee.

Degas-Ausstellung zeigt unbekannte Seiten des französischen Künstlers

Rund 120 Werke zeigten weit mehr als Degas' Balletttänzerinnen und Badende, sagte Kurator Alexander Eiling

Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe präsentiert eine Ausstellung über den Künstler Edgar Degas. Die Exponate mit Leihgaben von internationalen Museen und Privatsammlungen aus den USA, Kanada und Europa zeigten unterschiedliche Facetten des vielfältigen Künstlers. Vom Samstag bis 1. Februar 2015 ist die Ausstellung "Degas. Klassik und Experiment" zu sehen. Die Ausstellung wolle Einblicke geben in die klassischen Grundlagen seiner Werke und in seine technisch experimentelle Arbeitsweise, sagte Eiling. Erstmals könnten in Deutschland Besucher Degas' nach klassischem Vorbild komponierten Historienbilder und Porträts seines Frühwerks mit den bekannten zeitgenössischen Darstellungen von Oper, Ballett und Pferderennen vergleichen.

Experten warnen vor Kommerzialisierung von Denkmälern

Zur Zeit findet in Leipzig die Internationale Messe für Denkmalpflege "denkmal" statt

Das "Forum für Baukultur" hat vor einer Kommerzialisierung von Baudenkmalen gewarnt. "Die wirtschaftliche Rentabilität kann nicht das alleinige Kriterium für den Erhalt und die Förderung von Denkmälernsein", sagte der Vorstandsvorsitzende des Forums, Sebastian Storz. Zu dem dreitägigen europäischen Branchentreffen erwarten die Veranstalter rund 13.000 Besucher. Baudenkmäler hätten nicht nur einen Erinnerungswert, sondern auch einen hohen Bildungswert, so der Bauhistoriker. Dieser Aspekt werde von der Politik bei der Förderungzu wenig berücksichtigt. Storz erläuterte, dass die barocke Frauenkirche in Dresden nicht als Denkmal im eigentlichen Sinne gelten könne, da ihr durch den Wiederaufbau mit überwiegend nicht ursprünglichem Material die historische Authentizität fehle. Der Monumentalbau am Dresdner Neumarkt war 1945 im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig zerstört worden. In der DDR galt die Ruine als Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung. 1994 bis 2004 wurde der Sakralbau möglichst naturgetreu wieder aufgebaut.

Manet-Meisterwerk bringt in New York 65 Millionen Dollar ein

Damit ist "Der Frühling" das teuerste Bild von Manet

Ein Gemälde des französischen Ausnahmemalers Édouard Manet ist in New York für eine Rekordsumme versteigert worden. "Der Frühling", ein Porträt einer Pariser Schauspielerin, kam im Auktionshaus Christie's für 65 Millionen Dollar (rund 52 Millionen Euro) unter den Hammer. Das bedeutende Werk des Impressionisten brachte damit fast die doppelte Summe der 33,2 Millionen Dollar ein, die bislang maximal für einen Manet gezahlt worden waren. "Der Frühling" gilt als eines von Manets Meisterwerken. Ein Jahr vor dem Tod des Malers war es 1882 im Salon de Paris präsentiert worden. Es zeigt die Schauspielerin Jeanne Demarsy mit Haube und in einem geblümten Kleid und weckt - wie der Name des Bildes bereits vermuten lässt - Erinnerungen an den Frühling. Manet hatte beabsichtigt, Werke zu allen vier Jahreszeiten anzufertigen - fertigstellen konnte er allerdings nur seine Gemälde zum Frühling und zum Herbst. Manet starb im Jahr 1883 im Alter von 51 Jahren. "Der Frühling" befand sich seit 1909 in einer amerikanischen Privatsammlung. In den vergangenen zwei Jahrzehnten war das Bild an die nationale Kunstgalerie in den USA ausgeliehen worden.

Reporter ohne Grenzen ehrt Journalistin aus Mexiko

Ausserdem wurden eine liberianische Tageszeitung und ein saudischer Blogger ausgezeichnet

Der Preis für Pressefreiheit der Organisation "Reporter ohne Grenzen" ("Reporters sans frontières" - RSF) geht in diesem Jahr an die mexikanische Journalistin Sanjuana Martinez. Sie nahm die mit 2500 Euro dotierte Ehrung gestern in Straßburg persönlich entgegen, wie RSF mitteilte. Die Mitarbeiterin der Tageszeitung "La Jornada" engagiert sich in ihrer Heimat für misshandelte Frauen und Kinder und hat dafür Todesdrohungen erhalten. Der Preis in der Kategorie "Medien" ging an die liberianische Tageszeitung "Frontpage Africa", die nach Angaben von RSF trotz der Einschüchterung der Regierung in Monrovia an einem investigativen Qualitätsjournalismus festhält. Die aktuelle Berichterstattung über die Ebola-Epidemie im Land sei ein gutes Beispiel für die sorgfältige Arbeit der Zeitung. Der in seiner Heimat inhaftierte saudische Blogger Raef Badawi wurde ebenfalls ausgezeichnet. Der 32-Jährige ist Mitbegründer des Internet-Diskussionsforums "Liberal Saudi Network" für politische, religiöse und soziale Debatten. Die Behörden des autoritären Königreichs haben das Forum mittlerweile geschlossen. Im Mai war Badawi wegen "Beleidigung des Islams" zu zehn Jahren Haft ohne Bewährung, 1000 Peitschenhieben und etwa 200 000 Euro Geldstrafe verurteilt worden.

Ermittlungen gegen Kabarettisten Nuhr werden eingestellt

Die Äußerungen Nuhrs seien als Satire erkennbar, so das Gericht

Das Ermittlungsverfahren gegen den Kabarettisten Dieter Nuhr wegen angeblicher Islam-Hetze wird eingestellt. Die Staatsanwaltschaft habe die Kunstfreiheit gegen den Schutz von Religionsgemeinschaften abgewogen und sei dann zu dieser Entscheidung gekommen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück, Alexander Retemeyer. Zuvor hatte der Radiosender NDR Info darüber berichtet. Ein Sprecher des Norddeutschen Rundfunks teilte mit, die Staatsanwaltschaft habe die Einstellung damit begründet, dass es für die Erfüllung des Volksverhetzungsparagrafen in den Werken von Nuhr an der "fremdenfeindlichen Gesinnung" fehle. Auch das Kriterium der Beschimpfung einer Religionsgemeinschaft sei nicht erfüllt, da es sich erkennbar um Satire handele. Ein Muslim aus Osnabrück hatte Nuhr angezeigt. Der 54-Jährige hat sich wiederholt kritisch mit dem Islam auseinandergesetzt.

Kulturnachrichten hören

November 2014
MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 31 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur