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Kulturnachrichten

Montag, 28. August 2017

Gerhard Richter unterstützt Gedenkstätte

In Großschweidnitz starb auch seine Tante

Der Maler Gerhard Richter unterstützt den Aufbau einer Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde im Nationalsozialismus im sächsischen Großschweidnitz. Er stellt der Einrichtung eine Fotofassung seines berühmten Gemäldes "Tante Marianne" als Dauerleihgabe zur Verfügung. Dietmar Elger, Leiter des Gerhard Richter Archivs Dresden sagte, dass dies eine Herzensangelegenheit für Richter sei. Denn Richters Tante, Marianne Schönfelder, war ein Euthanasie-Opfer in der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt und starb 1945 an den Folgen von Medikamentenüberdosierung, systematischer Mangelernährung und unzureichender Pflege.

Reporter ohne Grenzen kritisiert "indymedia"-Verbot

Pressefreihalt gelte auch für schwer erträgliche Veröffentlichungen

Reporter ohne Grenzen (ROG) kritisiert das Verbot der als linksextremistisch eingestuften Website "linksunten.indymedia.org". Die Organisation, die sich für Pressefreiheit weltweit einsetzt, sieht im Vorgehen des Bundesinnenministeriums eine "rechtsstaatlich gefährliche Entwicklung". Aufrufe zu Gewalt seien inakzeptabel, sie müssten gelöscht und ihre Urheber bestraft werden, erklärte ROG am Montag. "Aber Pressefreiheit gilt auch für unbequeme, ja selbst für schwer erträgliche Veröffentlichungen", so ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. "Um gegen strafbare Inhalte auf "linksunten.indymedia" vorzugehen, hätte es weniger einschneidende Mittel gegeben."

Regisseure fordern Freilassung Serebrennikows

Petition u.a von Cate Blanchet und Volker Schlöndorff unterzeichnet

Die beiden deutschen Theaterregisseure Thomas Ostermeier und Marius von Mayenburg fordern in einer Petition, die Ermittlungen gegen ihren russischen Kollegen Kirill Serebrennikow einzustellen. Serebrennikow steht unter Hausarrest, ihm wird Veruntreuung von Staatsgeldern vorgeworfen. Zugleich riefen sie die Bundesregierung auf sicherzustellen, dass Serebrennikow nicht das Opfer politisch motivierter Diffamierung werde und im Gefängnis lande. Zu den Erstunterzeichnern gehören unter anderem die deutsche Schauspielerin Nina Hoss und ihre australische Kollegin Cate Blanchett, Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, die Regisseure Volker Schlöndorff und Maren Ade, der britische Theaterregisseur Simon McBurney und der russisch-deutsche Pianist Igor Levit.

Französische Schauspielerin Mireille Darc gestorben

Filmstar der 1960er Jahre spielte in rund 50 Kinofilmen mit

Die französische Schauspielerin Mireille Darc ist tot. Sie wurde 79 Jahre alt, wie der französische Radiosender RTL berichtete. Bekannt durch Filme wie "Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh", "Ein Mädchen wie das Meer" und "Borsalino" an der Seite von Alain Delon war sie eine der bekanntesten französischen Schauspielerinnen der 60er und 1970er Jahre. Mit dem französischen Starschauspieler Delon war sie viele Jahre liiert. Erfolge feierte sie auch im Fernsehen, unter anderem in der erfolgreichen Familiensaga "Les Coeurs brulés" von 1992. Zeitlebens litt sie unter gesundheitlichen Problemen und musste mehrfach am Herzen operiert werden; zuletzt erlitt sie mehrere Hirnblutungen. Mireille Darc starb in Paris.

Kendrick Lamar gewinnt MTV-Award für bestes Video

Politische Töne bei der Preisverleihung in Los Angeles

Bei den „MTV Video Music Awards" in Los Angeles hat der US-Rapper Kendrick Lamar den Preis für das beste Video des Jahres gewonnen. In „Humble" thematisiert der 30-Jährige Ruhm und Reichtum und übernimmt dabei zahlreiche Rollen – von Jesus bis zum Papst. Zudem wurde der Clip für seine technische Umsetzung und als bestes Hip-Hop-Video ausgezeichnet. Lamar hatte die MTV-Show mit einer aufwendigen Performance eingeläutet, bei der seine Tänzer ein brennendes Drahtgitter erklimmten. Im Kampf um den Titel als bester Künstler musste sich Lamar dem Briten Ed Sheeran geschlagen geben. Bester neuer Künstler wurde der R&B-Sänger Khalid. Die US-Sängerin Pink bekam den Michael-Jackson-Vanguard-Award für ihre inzwischen bereits 15 Jahre dauernde Karriere. Viele Stars nutzten die dreistündige Show für politische Aussagen und persönliche Ansprachen. Moderatorin Katy Perry kritisierte gleich zu Beginn mit mehreren Gags US-Präsident Donald Trump.

Goethepreis geht an Ariane Mnouchkine

Die französische Regisseurin gründete das Théatre du Soleil

Die französische Regisseurin Ariane Mnouchkine hat den Goethepreis der Stadt Frankfurt erhalten. Sie habe mit dem Théatre du Soleil eine Institution von internationaler Bedeutung geschaffen, hieß es zur Begründung. Mnouchkine konnte den Preis nicht persönlich entgegen nehmen, Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann überreichte die Urkunde stellvertretend an einen Freund der Regisseurin. Die Auszeichnung ist mit 50 000 Euro dotiert und wird alle drei Jahre am 28. August, dem Geburtstag Johann Wolfgang von Goethes, in der Frankfurter Paulskirche verliehen. Zu den letzten Preisträgern zählten Kritiker Marcel Reich-Ranicki, Autor Amos Oz, Choreographin Pina Bausch, der Dichter Adonis und der Publizist Peter von Matt.

Yayoi Kusama eröffnet eigenes Museum in Tokio

Japans bedeutende Avantgarde-Künstlerin lässt sich von Halluzinationen inspirieren

"Polka Dots", farbige Punkte auf Leinwänden, Skulpturen und Menschen sind das Markenzeichen von Yayoi Kusama, Japans berühmtester Avantgarde-Künstlerin der Nachkriegszeit. Ab Oktober will die 88-Jährige ein eigenes Museum in Tokio eröffnen. Im fünfstöckigen Yayoi Kusama Museum sollen dann Malereien und interaktive Werke der Künstlerin zu sehen sein, berichtet die Zeitung "Asahi Shimbun". Die erste Ausstellung wird jüngste Werke von Kusamas Serie "My Eternal Soul" zeigen. Jährlich sollen zwei Ausstellung stattfinden. Kusamas Inspirationen und ihre Vorliebe für grelle bunte Farben, Punkte und Muster haben ihren Ursprung in Halluzinationen, unter denen die Japanerin seit ihrer Kindheit leidet. 2006 wurde sie mit dem Praemium Imperiale, dem japanischen „Nobelpreis der Künste“ in der Sparte Malerei ausgezeichnet.

Bayreuth: "Götterdämmerung" zum Finale

Ende einer ruhigen Spielzeit

Mit der "Götterdämmerung" in der Regie von Frank Castorf gehen die Bayreuther Wagner-Festspiele zu Ende. Während jahrelang Schlagzeilen und Aufreger fast schon traditionell zu Bayreuth gehörten, verlief die Spielzeit in diesem Jahr ruhig und unaufgeregt. Wagner-Fans aus fast 80 Ländern konnten sich auf den Kunstgenuss am Grünen Hügel konzentrieren. Im kommenden Jahr werden werden die Festspiele mit einer Neuinszenierung von "Lohengrin" unter der Regie von Yuval Sharon eröffnet, das Bühnenbild schafft der Künstler Neo Rauch.

Goethe-Medaillen in diesem Jahr für drei Frauen

Preisträgerinnen beziehen Stellung zu "Tabuthemen in ihren Gesellschaften"

Das Goethe-Institut ehrte in diesem Jahr in Weimar die indische Verlegerin und Frauenrechtlerin Urvashi Butalia, die libanesische Schriftstellerin Emily Nasrallah sowie die russische Historikerin und Bürgerrechtlerin Irina Scherbakowa. Mit der undotierten Ehrung würdigt das deutsche Kulturinstitut Persönlichkeiten, die sich um den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht haben. Für das Goethe-Institut sind die diesjährigen Preisträgerinnen Persönlichkeiten, "die Stellung beziehen zu Tabuthemen in ihren Gesellschaften - von Gewalt gegen Frauen bis zur Erinnerungspolitik".

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