Seit 10:05 Uhr Lesart

Dienstag, 22.05.2018
 
Seit 10:05 Uhr Lesart

Im Gespräch | Beitrag vom 15.02.2018

Schauspielerin Paula BeerZwischen Historiendrama und Banken-Thriller

Paula Beer im Gespräch mit Britta Bürger

Beitrag hören Podcast abonnieren
Die Schauspielerin Paula Beer schaut am 16.01.2018 in Hamburg bei einem Fototermin zum ZDF-Mehrteiler "Bad Banks" in die Kamera. Foto: Daniel Reinhardt/dpa | Verwendung weltweit (dpa)
Paula Beer: Von einer Agentin an der Schule entdeckt (dpa)

Paula Beer hat mit 14 ihren ersten Kinofilm gedreht, nun ist sie 22 und stand auch in Frankreich schon vor der Kamera. Auf dieser Berlinale ist sie gleich mit zwei Werken dabei. Im Gespräch erzählt sie, wie schnell es gehen kann und warum sie auf der Straße kaum erkannt wird.

Eine junge, talentierte deutsche Schauspielerin, die auch in Frankreich erfolgreich Filme dreht – die Parallele zwischen Paula Beer und der berühmten Romy Schneider erscheint auf den ersten Blick naheliegend. Dabei geht Paula Beer doch sichtbar und planvoll ihren ganz eigenen Weg. Bei der Berlinale ist sie mit dem Kinofilm "Transit" und dem ZDF-Mehrteiler im Milieu der Finanzwelt "Bad Banks" dabei.

An der Schule entdeckt

Schon als Kind spielte die heute 22-Jährige Theater, wurde schließlich von einer Schauspielagentin in ihrer Schule entdeckt, setzte sich gegenüber 2000 anderen Bewerberinnen durch und drehte als Vierzehnjährige mit Chris Kraus‘ "Poll" ihren ersten Kinofilm.

Für ihre Rolle der jungen Witwe Anna in François Ozons Erfolgsfilm "Frantz" erhielt sie vor zwei Jahren den Nachwuchsdarstellerpreis der Filmfestspiele von Venedig. Zu dieser Rolle kam sie überraschend schnell, wie sie berichtet:

"Wenn man mich fragen würde, was planen Sie, dann wäre ich komplett überfragt. Zum Beispiel bei 'Frantz', da habe ich den Anruf Mittwoch bekommen, Donnerstag sollte ich zum Casting gehen und zwei Wochen später war ich besetzt. Manchmal geht das wirklich von heute auf morgen, manche Projekte ziehen sich allerdings auch monatelang und werden dann doch nicht finanziert."

Mit Petzold-Film "Transit" auf der Berlinale 

Auf der diesjährigen Berlinale ist sie nun in Christian Petzolds Wettbewerbsfilm "Transit" zu sehen – ein Stoff, der sowohl historisch als auch aktuell gesehen werden kann. Auf das Historische scheint Beer schon beinahe abonniert zu sein:

"Ich glaube es passiert halt schnell, dass man in so eine Schublade gesteckt wird – ich habe ja auch sehr, sehr früh angefangen. Und wenn man mich so mit 14 gesehen hat, ‚die hat in einem historischen Film mitgespielt‘ …. Mir passiert es auch nicht oft, dass ich auf der Straße erkannt werde, weil man durch Kostüm und Maske so verändert wird, dass man den Bezug zum Modernen gar nicht so hat."

Mehr zum Thema

"Frantz" von Francois Ozon - Ein Drama über Liebe und Vergebung
(Deutschlandfunk Kultur, Vollbild, 01.10.2016)

"Ich versuche, in die Psyche einer einzigen Figur zu kriechen"

"Poll"
(Deutschlandfunk Kultur, Filme der Woche, 02.02.2011)

Im Gespräch

AlltagsrassismusWie rassistisch bin ich selbst?
Negativ-Print des Fotografen Jean-Luc Dubin, zu sehen in der Ausstellung "Rassismus. Die Erfindung der Menschenrassen" im Deutschen Hygienemuseum in Dresden, 19.5.2018 bis 6.1. 2019. (Jean-Luc Dubin. Musée de l´Homme)

Wenn hierzulande von Rassismus die Rede ist, denken die meisten an Neonazis, die AfD oder Stammtischrunden. Rassistisch sind die anderen. Doch stimmt das? Oder ist nicht jeder von uns rassistisch – ohne sich dessen bewusst zu sein? Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur