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Donnerstag, 14.12.2017

Im Gespräch | Beitrag vom 18.09.2017

Schauspielerin Christiane PaulAus der Chirurgie zum Filmset

Christiane Paul im Gespräch mit Matthias Hanselmann

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Die Schauspielerin Christiane Paul mit ihrem International Emmy (picture alliance / dpa  / Andrew Gombert)
Die Schauspielerin Christiane Paul mit ihrem International Emmy (picture alliance / dpa / Andrew Gombert)

Vor knapp einem Jahr erhielt Christiane Paul eine Auszeichnung, die vor ihr noch keiner anderen deutschen Schauspielerin zuteil geworden war: den Emmy. Warum die studierte Ärztin Schauspielerin wurde, erzählt sie "Im Gespräch".

Knapp ein Jahr ist es her, da erhielt Christiane Paul eine Auszeichnung, die vor ihr noch keiner anderen deutschen Schauspielerin zuteil geworden ist: In New York wurde sie mit dem Emmy geehrt.

"Die ganzen Tage in New York waren toll, weil ich mit so netten Leuten zusammen war. Mein Produzent Fritjof Hohagen war dabei und ich habe so viel Unterstützung bekommen von der deutschen Gruppe und insofern waren die Tage alle schön. Ich konnte New York auch nochmal genießen und der Abend selbst wird natürlich unvergessen bleiben, vor allem, weil ich so wahnsinnige Angst hatte auf eine Art und auch tatsächlich nicht damit gerechnet habe. Ich habe mir eigentlich nur vorgenommen, dass ich das verkrafte, wenn ich da leer ausgehe, was ja ziemlich wahrscheinlich war, und habe versucht, mich innerlich zu stärken (…). Umso überraschender war es dann, dass da mein Name verlesen worden ist."

Erst "perioperative Morbidität", dann "unterm Radar"

Den wichtigsten Fernsehpreis der Vereinigten Staaten erhielt die gebürtige Ost-Berlinerin für ihre Rolle in dem Thriller "Unterm Radar". Schon als Jugendliche modelte die heute 43-Jährige, 1997 gelang ihr dann mit "Das Leben ist eine Baustelle" der Durchbruch als Schauspielerin. Parallel zu ihrer Filmkarriere hat Christiane Paul aber auch einen weiteren Beruf gelernt: 2002 promovierte sie in Medizin über "Einflussfaktoren auf die perioperative Morbidität und Mortalität in der primären Hüftendoprothetik".

"Ich war der Medizin schon sehr nahe, besonders der Chirurgie – das hat mich sehr fasziniert und war eine große Leidenschaft bei mir. Aber es war irgendwann wichtig, sich zu entscheiden, weil ich beides nicht auf hohem Niveau machen konnte."

Entscheidung zugunsten des Schauspiels

Spätestens, nachdem sie ihr praktisches Jahr an der Berliner Charité für einen Filmdreh unterbrochen hatte und anschließend das Angebot bekam, mit Ulrich Mühe Theater zu spielen, war klar, dass sich die beiden Berufe nur begrenzt vereinbaren ließen. Ihre Entscheidung fiel am Ende zugunsten des Schauspiels.

"Es gab natürlich Jahre, die nicht sensationell gut liefen. Ich habe immer gearbeitet, ich habe immer gut zu tun gehabt, aber man ist manchmal unzufrieden, man weiß nicht, man ist in einem anderen Alter – und trotzdem habe ich das nie bereut. Ich habe auch nach der Entscheidung nicht nochmal gezögert innerlich oder war unzufrieden. Sondern ich habe die Entscheidung gefällt, das hat auch lang genug gedauert, und dann bin ich voll den Weg für mich innerlich gegangen. Und ich glaube, dass es auch nur so geht."

Über dankbare Rollen, das Altern und warum sie das Schauspiel der Medizin am Ende doch vorgezogen hat, hat Matthias Hanselmann mit Christiane Paul in der Sendung "Im Gespräch" gesprochen:

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(Deutschlandfunk Kultur, Aktuell, 22.11.2016)

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