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Hörspiel / Archiv | Beitrag vom 07.08.2011

Schallgestalten in bilderlosen Räumen

Vor 50 Jahren (Ursendung) Oder: Wie Friedrich Knilli den Deutschen das Hörspiel aus dem Kopf schlug

Von Jochen Meißner

Das traditionelle "Worthörspiel" wurde durch die Synthese aller Schallkünste weiterentwickelt. (Stock.XCHNG)
Das traditionelle "Worthörspiel" wurde durch die Synthese aller Schallkünste weiterentwickelt. (Stock.XCHNG)

Eine Unzahl von Erzählern, von "Reportern, Berichterstattern, Conferenciers, Blindenführern, Chronisten", dominierte das Hörspiel bis in die 60er Jahre und täte es wohl noch, hätte nicht Friedrich Knilli in seinem Standardwerk "Das Hörspiel" (1961) "Mittel und Möglichkeiten des totalen Schallspiels" beschrieben.

Statt die metaphysische Anregung der Hörerseele durch den Äther im traditionellen "Worthörspiel" zu feiern - wie vor ihm der Hörspielpapst Heinz Schwitzke - plädierte der Medienwissenschaftler für eine Synthese aller Schallkünste im sogenannten "Totalhörspiel", "das den Illusionismus des herkömmlichen Hörspiels überwindet und die Bühne aus der Phantasie des Hörers in das Zimmer des Zuhörers verlegt".

Rollen/Mitwirkende:
Sprecher 1 Wolfgang Condrus
Sprecherin 2 Britta Steffenhagen
Zitatorin 1 Uta Hallant
Zitator 2 Thomas Fränzel


Jochen Meißner, geboren 1966, Hörspielkritiker und Feature-Autor.
"Knallfunken oder der Missbrauch von Heeresgerät. Krieg im Hörspiel" (DKultur 2009).



Regie: der Autor
Produktion: DKultur 2011
Länge: ca. 60"

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