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Fazit / Archiv | Beitrag vom 23.03.2011

"Sascha"

Jörg Taszman über eine Coming-Out-Tragikomödie

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Sascha ist schwul, und er ist in seinen Klavierlehrer verknallt. Und das, obwohl sein Vater eigentlich einen "echten Kerl" aus ihm machen wollte.

Deutschland 2010; Buch + Regie: Dennis Todorovic; Darsteller: Sascha Kekez, Tim Bergmann, Zeljka Preksavec; FSK ab 12 Jahre; Länge: 101 Minuten

Sascha ist 19 und kauft sich auf der Heimfahrt aus den Ferien in der Heimat seiner Eltern in Montenegro in einem Zeitungskiosk eine schwule Männerzeitung. Aber bevor der schüchterene junge Mann sich traut, dieses Magazin aus dem Regal zu nehmen und damit zur Kasse zu gehen, leidet er Seelenqualen. Zurück in Köln erwartet den introvertierten jungen Mann ein Schock.

Sein Klavierlehrer, in den er sich so verknallt hat, wird nach Wien gehen. Ungeschickt vertraut er seinen Liebeskummer ausgerechnet Jiao an, seiner besten Freundin, die wiederum in Sascha verliebt ist. Immerhin konnte Sascha endlich einmal die Worte Ich bin schwul aussprechen, aber damit sind seine Probleme nicht gelöst. Seine Mutter sieht in ihm einen zukünftigen Vladimir Horowitz und sein Vater Vlado ist ein sportbegeisterter Jugo-Macho, der sich seinen Sohn mehr als Draufgänger wünscht. Und so fällt Sascha das Coming Out sehr schwer …

Regisseur Denis Todorovic setzt mal auf klamottig-derbe Komik, dann leise, tragikomische Momente. Dabei stimmt vor allem die Zeichnung des immer noch sehr homophoben ex-jugoslawischen Milieus. Gute Darsteller tun ein Übriges, das dieser sehenswerte Film über die Nöte eines Jungen, der über sich herauswachsen muss, nicht nur unterhält, sondern auch anhaltende Wirkung zeigt.

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