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Lesart / Archiv | Beitrag vom 14.02.2015

SachbuchHeimkehr ins Land der Täter

Andrea von Treuenfeld im Gespräch mit Ernst Rommeney

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Eine Frau steht zwischen den Stelen des Holocaust-Mahnmals in Berlin. (picture alliance / dpa / Teresa Fischer )
Eine Frau steht zwischen den Stelen des Holocaust-Mahnmals in Berlin. (picture alliance / dpa / Teresa Fischer )

Die Journalistin Andrea von Treuenfeld lässt in ihrem Buch 16 Jüdinnen zu Wort kommen, die aus Deutschland flohen –und zurückkehrten. Im Interview berichtet sie von ihren Beweggründen und Vorurteilen, mit denen sie sich bei ihrer Rückkehr konfrontiert sahen.

Cover - Andrea von Treuenfeld: "Zurück in das Land, das uns töten wollte" (Gütersloher Verlagshaus)Cover - Andrea von Treuenfeld: "Zurück in das Land, das uns töten wollte" (Gütersloher Verlagshaus)

Warum zurückkehren ins Land der Täter? Weshalb kehren Juden nach Deutschland zurück, die ihre ganze Familie im Holocaust verloren haben, deren Eltern, Geschwister und Kinder von den Deutschen deportiert, geschunden und getötet wurden?

Berichte von Hass, liebevoller Freundschaft und Gleichgültigkeit

Andrea von Treuenfeld hat Jüdinnen getroffen, die vor den Nazis geflohen sind, nach Asien, Südamerika, später Israel und die trotzdem später nach Deutschland zurückkehrten. In der Lesart erzählt die Journalistin von ihrer Recherche, von den persönlichen, beinahe intimen Gesprächen. Und von den Beweggründen der Frauen, die manchmal selbstbewusst, manchmal voller Zweifel zurückkehrten. Und die auch lange nach dem Zweiten Weltkrieg immer wieder mit antisemitischen Vorurteilen konfrontiert sind – gekleidet in scheinbar freundliche Worte: "Na, wenn alle so wären wie Du, dann wäre ja nie was passiert."

Andrea von Treuenfeld lässt die Frauen in 16 Portraits selbst zu Wort kommen. Zu lesen sind Berichte manchmal von Hass, von liebevoller Freundschaft, oft von alltäglicher Ausgrenzung und Gleichgültigkeit.

Andrea von Treuenfeld: Zurück in das Land, das uns töten wollte. Jüdische Remigrantinnen erzählen ihr Leben
Mit einem Vorwort von Christian Berkel
Gütersloher Verlagshaus, 2015
272 Seiten, 24,99 Euro (als Ebook 19,99 Euro)

 

Mehr zum Thema:

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