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Freitag, 22.06.2018
 
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Konzert zum Nachhören | Beitrag vom 31.05.2018

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin live in der Philharmonie BerlinPastoral. Von Sternschnuppen im Sommerwind

Moderation: Stefan Lang

Matthias Pintscher - als Dirigent und Komponist auf Landflucht (DSO/Andrea Medici)
Matthias Pintscher - als Dirigent und Komponist auf Landflucht (DSO/Andrea Medici)

Die Entstehungsgeschichten der Werke in diesem Programm liegen Jahrhunderte auseinander, aber die pastorale Sehnsucht obliegt allen dreien - jeder Komponist begibt sich auf eine Art Flucht aus seinem städtischen Alltags-Getriebe, jeder auf seine Weise.

Weberns Sommeridyll

Anton Weberns sinfonische Dichtung geht auf einen seiner Lieblingsautoren zurück: Bruno Willes. Etwa hundert Verszeilen aus dem Roman "Offenbarungen des Wacholderbaums" bilden die literarische natur-schwelgende Vorlage zu seinem Frühwerk, das er in den Sommermonaten 1904 auf dem Familiengut in Kärnten beendete. Der 21jährige Komponist ist vertieft in die Natur, wie Willes sie beschreibt: "O du sausender, brausender Wogenwind!/ Nun ebbst du – so weich, so lind…"

Pintschers Sommernacht

"Chute d’Étoiles" – "Sternschnuppe" ist inspiriert von Anselm Kiefer. Seine Installation mit gleichem Namen war 2007 in Paris zu sehen. Pintscher faszinierten daran die riesigen Bleiobjekte und –platten, die miteinander verschmolzen sind: "Dieser Widerspruch einer extremen Formbarkeit in einer unglaublichen Schwere, diese wirklich physikalische Qualität, hat mich zuallererst inspiriert zu versuchen, eine Entsprechungim Klang zu finden. Das Bleierne wird in seinem Stück von zwei Trompeten symbolisiert: "Wenn Sie sich den Klangraum des Orchesters als das Schwere – das Bleierne – vorstellen, dann haben die zwei Trompeten gleichsam die Funktion von Ventilen, die sich außerhalb dieses Raums befinden; sie bestimmen, wie die darin enthaltene Energie freigesetzt wird." Pintscher will in der Wucht seines Werkes, das zerstörerische und gewaltige Momente hat, auch immer jene Schönheit zeigen, die für ihn auch immer "die Schönheit des Anbeginns" birgt.

Mendelssohns Regensommer

Wind und Gewitterstimmung hat Felix Mendelssohn Bartholdy in Schottland zur Genüge erlebt und nicht genug davon bekommen. Schließlich hat er die Erlebnisse in seiner dritten Sinfonie musikalisch eingefangen. Zumindest im ersten Satz, denn im folgenden, zweiten wechseln wir auf ein Volksfest, um dann einen Streifzug durch die englische Literatur zu unternehmen.

Live aus der Philharmonie Berlin

Anton Webern
"Im Sommerwind"
Idyll für großes Orchester nach Bruno Wille

Matthias Pintscher
"Chute d’Étoiles"
Homage an Anselm Kiefer für zwei Solotrompeten und Orchester

-Pause um ca. 20:50 Uhr-

Felix Mendelssohn Bartholdy
Sinfonie Nr. 3 a-Moll, op. 56 – "Schottische"

Clément Saunier, Trompete
Simon Höfele, Trompete

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Leitung: Matthias Pintscher

Konzert

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