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Kulturnachrichten

Dienstag, 21. März 2017

Roman Polanski will Missbrauchsverfahren beilegen

Anwälte wollen Einreise des Regisseurs in die USA ermöglichen

Das fast 40 Jahre altes Missbrauchsverfahren gegen Regisseur Roman Polanski ("Der Pianist", "Tanz der Vampire") ist in Kalifornien wieder vor Gericht. Polanskis Anwalt Harland Braun führte in Los Angeles aus, dass sein Mandant den langjährigen Fall hinter sich bringen wolle, auch um wieder in die USA reisen zu können. Braun argumentierte, dass Polanski schon 1978 eine Strafe in den USA verbüßt und 2009 und 2010 zudem weitere Monate unter Hausarrest in der Schweiz verbracht habe. Der Anwalt dringt auf eine Garantie, dass Polanski im Falle seiner Rückkehr in die USA keine weitere Haftstrafe absitzen müsse. Die Staatsanwaltschaft hielt dagegen, dass der Regisseur persönlich vor Gericht erscheinen müsse, so dass dort das Strafmaß gegen ihn verkündet werden könne. Der Richter hat nun 90 Tage Zeit, seine Entscheidung bekanntzugeben. Der Fall geht auf das Jahr 1977 zurück, als der polnisch-französische Filmemacher eine 13jährige missbrauchte. Polanskis damaliges Opfer, die heute 53-jährige Samantha Geimer, hat sich wiederholt für die Einstellung des Verfahrens ausgesprochen.

Geburtshaus von Brigitte Reimann wird abgerissen

Akut einsturzgefährdet

Das Geburtshaus der Schriftstellerin Brigitte Reimann (1933-1973) in Burg bei Magdeburg soll abgerissen werden. Weil das Gebäude akut einsturzgefährdet sei, gebe es keine andere Möglichkeit, teilte das zuständige Landratsamt am Dienstag mit. Der Landkreis müsse zum Schutz von Passanten handeln. Der Abriss werde in den nächsten Tagen erfolgen. Weil die Eigentumsverhältnisse nicht geklärt seien, trage der Landkreis die Kosten. Diskutiert wird, ob es in Burg künftig eine Gedenkstätte für die 1973 gestorbene Schriftstellerin geben soll. Es gebe Gespräche mit der Brigitte Reimann Gesellschaft und der Kommune, hieß es. Zunächst müsse geklärt werden, wem das Grundstück gehöre. Nur dann könne die Stadt dort neue Konzepte umsetzen. Erste Ideen habe man bereits ausgetauscht. Anfang April sollen die Gespräche fortgesetzt werden.

Ermäßigter Steuersatz für E-Books

Zeitpunkt steht noch nicht fest

Für digitale Bücher und Zeitschriften soll in Deutschland künftig die ermäßigte Umsatzsteuer von sieben Prozent gelten. "Wir wollen natürlich, dass E-Publikationen mit dem selben Mehrwertsteuersatz behandelt werden wie gedruckte Bücher und Zeitungen", sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am Dienstag in Brüssel nach Beratungen mit seinen EU-Kollegen. Darüber habe unter den EU-Finanzministern breiter Konsens geherrscht. Für Deutschland bedeute das, dass für E-Books und E-Zeitschriften der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent statt wie bisher 19 Prozent gelten werde. Einen genauen Zeitpunkt nannte Schäuble nicht. Nötig ist dafür zunächst ein noch ausstehender, formaler Beschluss der EU-Gesetzgeber, um die geltende EU-Regelung zu ändern.

Erster NRW-Kulturbericht vorgelegt

Jeder Dritte in NRW besucht Theater

Erstmals ist ein Landeskulturbericht für Nordrhein-Westfalen vorgelegt worden. Kulturministerin Christina Kampmann (SPD) sagte am Dienstag in Düsseldorf, der 268 Seiten-Report biete eine breite Datenbasis für eine kulturpolitische Debatte unter Kommunen, Kreisen, privatwirtschaftlichen und gemeinnützigen Anbietern. Dazu gehörten auch die Kirchen und andere religiöse Organisationen als bedeutende Akteure der Kultur. Laut dem Bericht besucht etwa jeder Dritte in NRW mindestens einmal im Jahr ein Theater, 37 Prozent ein Museum und 31 Prozent mindestens eine Opern-, Ballett- oder Tanzaufführung. Die Zahl der Schüler an öffentlichen Musikschulen stieg seit 2010 von 223.624 auf 327.000 im Jahr 2014, ein Plus von gut 46 Prozent. Das Publikum in öffentlichen Theatern wuchs in diesem Zeitraum von 3,2 auf 3,4 Millionen an. Demgegenüber sank die Zahl der Buchhandlungen von 1.100 auf 846 Läden (gut 20 Prozent). Der Landeskulturbericht NRW soll künftig immer zum Ende der Legislaturperiode veröffentlicht werden. Die neue Regierung erarbeitet auf seiner Basis einen Kulturförderplan für fünf Jahre.

Jane Austen stellte sich selbst zwei Eheurkunden aus

Englische Schriftstellerin des 19. Jahrhunderts blieb zeitlebens unverheiratet

Die britische Schriftstellerin Jane Austen, die zeitlebens unverheiratet blieb, hat sich neuen Forschungen zufolge selbst Heiratsurkunden mit zwei verschiedenen Männern ausgestellt. Die beiden Eheurkunden seien in Austens Handschrift verfasst, teilten die Archive der Grafschaft Hampshire mit, die die Dokumente anlässlich des 200. Todestags der Autorin von Romanen wie "Stolz und Vorurteil" ausstellen wollen. Zu dem Register in Steventon hatte Jane Austen leichten Zugang, da ihr Vater dort Pastor war. Bei den beiden Ehemännern handelte es sich womöglich um erfundene Personen. Die Dokumente "offenbaren einen anderen Aspekt von Janes Charakter", erklärte der Kulturberater von Hampshire, Andrew Gibson, auf der Website der Grafschaft. "Sie muss eine Jugendliche gewesen sein, als sie diese gefälschten Zertifikate verfasste, die eine maliziöse Seite erkennen lassen." Austens Romane gehören zu den Klassikern der englischen Literatur. SIhre Heldinnen suchen ihr Seelenheil, aber auch ihre soziale Absicherung in der Ehe.

Krimiautor Colin Dexter ist tot

Inspector Morse-Krimis und die TV-Serie waren in der ganzen Welt erfolgreich

Der britische Autor Colin Dexter ist tot, das meldeten britische Zeitungen. Er starb 86jährig in Oxford, der Stadt, in der auch seine Figur Inspector Morse ermittelte. Insgesamt 13 Morse-Krimis, erschienen zwischen 1975 und 2000. Den ersten schrieb er aus Langeweile in einem verregneten Urlaub in Wales. Colin Dexters Mordgeschichten waren auf der ganzen Welt erfolgreich, ebenso die Fernsehfassung, die von den USA bis in die DDR in über 50 Ländern ausgestrahlt wurde. Colin Dexter wurde 1930 in Lincolnshire geboren. Ab 1966 unterrichtete er Latein und Griechisch in Oxford.

Babylonischer Schutzdämon künftig auf Trafalgar Square

Seit 1999 wird dort Gegenwartskunst ausgestellt

Ein babylonischer Schutzdämon und eine Schlagsahne-Skulptur mit einer Kirsche und Parasiten oben drauf werden künftig den Trafalgar Square in London zieren. Die Kunstwerke werden nacheinander 2018 und 2020 auf dem vierten Sockel des berühmten Platzes ausgestellt, wie Londons Bürgermeister Sadiq Khan am bekanntgab. Dort wird seit 1999 Gegenwartskunst gezeigt. Der US-Künstler Michael Rakowitz wird eine Lamassu-Replik aus Sirupdosen aufstellen. Ein Lamassu ist ein babylonischer Schutzdämon mit Stierkörper, Flügeln und menschlichem Kopf. Das Original war - wie viele andere Kulturgüter - von der Terrormiliz Islamischer Staat im Irak zerstört worden. Das Projekt heißt "The Invisible Enemy Should Not Exist" (Der unsichtbare Feind sollte nicht existieren). Heather Phillipson will mit ihrer Sahne-Fliege-Kirsche-Skulptur "The End" die Extreme geteilter Erfahrungen ausdrücken, von Gedenkfeiern bis hin zu Massenprotesten. Das Werk wird von einer Drohne gekrönt.

Rad-Skulptur vor der Volksbühne wird abgebaut

Seit 1994 stand sie auf dem Platz vor dem Theater

Die Berliner Volksbühne verliert ihr Logo. Die Rad-Skulptur, die seit 1994 auf dem Platz vor dem Theater stand, wird abgebaut. Die Idee für das Speichenrad mit den Beinen stammte damals vom Bühnenbildner Bert Neumann, der das Rad zum Logo für die Volksbühne machte. Es ist auch auf Programmheften und den beliebten Streichholzschachteln zu sehen. Gebaut hatte die Metallskulptur Designer Rainer Haußmann. Spätestens zum Ende der Spielzeit im Juli und damit zum Ende der Intendanz von Frank Castorf wird er die Skulptur auf Wunsch von Castorf und vieler Mitarbeiter der Volksbühne abbauen. „Wenn das Rad stehen bleiben würde, würde das eine Kontinuität suggerieren, die es nicht gibt, erklärte Volksbühnen-Chefdramaturg Carl Hegemann der dpa. Und: „Wir sollen das Haus ja auch besenrein verlassen. Nach einem Vierteljahrhundert wird Castorf die Volksbühne im Sommer verlassen und seinem umstrittenen Nachfolger, dem Museum-Experten Chris Dercon, Platz machen. Von Dercon hieß es zuletzt, dass er das Rad nicht entfernen lassen wollte.

Handschrift mit Matthäuspassion wird versteigert

Partitur von Felix Mendelssohn Bartholdy

Eine wiederentdeckte Musikhandschrift mit Stücken aus Bachs Matthäuspassion wird nächste Woche in Zürich versteigert. Es ist eine Partitur von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 - 1847). Aus einer handschriftlichen Anmerkung im Innendeckel des Einbandes gehe hervor, dass Mendelssohn dies als 21-Jähriger für die Schwester seines Freundes Julius Schubring aufschrieb, so das Auktionshaus Koller. Das Manuskript gehöre einer Familie in den neuen deutschen Bundesländern. Koller schätzt den Wert auf bis zu 160 000 Franken (rund 150 000 Euro). Es kommt mit anderen seltenen Manuskripten am 1. April unter den Hammer. Mendelssohn hatte sich schon als Teenager für die 1727 uraufgeführte und dann in Vergessenheit geratene Matthäuspassion begeistert und für eine Wiederaufführung eingesetzt. Damit begann im 19. Jahrhundert die Bach-Renaissance.

Vertrag von Dirigent Andrew Manze verlängert

Chef der NDR Radiophilharmonie in Hannover

Andrew Manze bleibt bis zum Sommer 2021 Chefdirigent der NDR Radiophilharmonie in Hannover. NDR-Intendant Lutz Marmor und der 52-jährige Brite unterzeichneten eine entsprechende Vereinbarung. Manze stammt aus London, er ist seit Sommer 2014 Chef des Orchesters. Der Musiker sagte, er fühle sich geehrt, dass man ihn gebeten habe, seine Zeit als Chefdirigent zu verlängern. Für dieses Jahr seien Gastspiele in London und Paris geplant. Der 52-Jährige arbeitet als Gastdirigent zudem regelmäßig mit internationalen Ensembles zusammen, etwa mit dem London Philharmonic Orchestra oder dem Orchester der Königlichen Philharmonie Stockholm. NDR-Intendant Marmor sagte: "Inspiration, Kommunikation und überragende musikalische Begabung zeichnen Andrew Manze aus." Die frühzeitige Verlängerung der Zusammenarbeit schaffe Planungssicherheit und sei ein großer Gewinn für die Radiophilharmonie sowie für die Musikstadt Hannover.

Van-Gogh-Bilder zurück in Amsterdam

Gemälde sind leicht beschädigt

Mehr als 14 Jahre nach einem spektakulären Diebstahl sind zwei Gemälde des Malers Vincent Van Gogh nach Amsterdam zurückgekehrt. Der Direktor des Van Gogh Museums, Axel Rüger, sagte bei der Präsentation der Bilder: "Sie sind wieder da. Ich hätte nie gedacht, dass ich das noch einmal sagen könnte." Die kostbaren Gemälde "Zeegezicht bij Scheveningen" (Meeressicht bei Scheveningen, 1882) und "Het uitgaan van de Hervormde Kerk te Nuenen" (Die Kirche von Nuenen mit Kirchgängern, 1884/1885) waren im Dezember 2002 aus dem Museum gestohlen worden. Erst im vergangenen September hatte die italienische Polizei sie bei einem Mafiaboss der Camorra südlich von Neapel entdeckt. Die Gemälde sind leicht beschädigt. Sie sind zunächst bis zum 15. Mai im Museum zu sehen, bevor sie restauriert werden.

Erster Teil der Werkausgabe von Uwe Johnson erscheint

"Rostocker Ausgabe" soll insgesamt 40 Bände haben

Unter dem Titel "Rostocker Ausgabe" erscheint heute eine Uwe-Johnson-Werkausgabe. Der erste Band der historisch-kritischen und auf Vollständigkeit angelegten Ausgabe ist der Roman "Mutmassungen über Jakob", wie die Universität Rostock mitteilte. Die Werkausgabe sei auf mehr als 40 Bände angelegt und erscheine beim Suhrkamp-Verlag in gedruckter und digitaler Form. Sie wurde an der Universität Rostock erarbeitet, an der 2008 eine Uwe-Johnson-Stiftungsprofessur unter Leitung von Professor Holger Helbig eingerichtet wurde. Der Zusammenhang mit der Hansestadt Rostock sei im biografischen Bezug zum Leben des Autors Uwe Johnson (1934-1984) zu finden, der in Rostock studiert hatte. Die Werkausgaben mehrer Autoren tragen die Namen deutscher Städte.

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Fazit

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