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Kulturnachrichten

Freitag, 18. August 2017

Rom zeigt Solidarität mit Barcelona

Kolosseum bleibt dunkel

Als Reaktion auf die Anschläge in Spanien schaltet das römische Kolosseum um 22.00 Uhr für eine halbe Stunde seine Beleuchtung aus. Das kündigte Italiens Kulturminister Dario Franceschini an. IEr sprach von einem "Zeichen der Solidarität mit der Stadt Barcelona und der Trauer über die Opfer des Terroranschlags". Roms antikes Amphitheater zählt mit jährlich rund 6,5 Millionen Touristen zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Italiens.

ZDF-Intendanten-Wahl muss nicht wiederholt werden

Thomas Bellut bleibt an der Spitze des ZDF

Die Wahl von Thomas Bellut für eine zweite Amtszeit als ZDF-Intendant muss nicht wiederholt werden. Das Verwaltungsgericht Mainz wies die Klage des Stuttgarter Journalisten Varujan Hanamirian ab, dessen Bewerbung vom Fernsehrat nicht berücksichtigt worden war. Er hatte bemängelt, die Fernsehratsmitglieder hätten ihm die Möglichkeit einräumen müssen, bei der Sitzung im September 2015 für sich und seine Kandidatur zu werben. Bellut war damals als einziger zur Wahl zugelassener Kandidat mit den Stimmen von 64 der 70 anwesenden Gremienmitglieder wiedergewählt worden. Der Anwalt des Klägers, Reinhard Löffler, hatte erklärt, die Bewerbung seines Mandaten sei von dem FDP-Politiker und Fernsehratsmitglied Christian Lindner unterstützt worden und hätte somit angenommen werden müssen. Lindners Büro dementierte die Aussage. Die Gerichtspräsidentin Bettina Freimund-Holler hatte der Klage kaum Erfolgschancen eingeräumt. Am Tag der Sitzung sei seine Eigenbewerbung noch an alle Gremienmitglieder ausgeteilt worden, aber niemand habe den Kläger zur Wahl vorgeschlagen.

Versteigerung des Oberammergauer Bühnenbildes

Schiff ist nicht seetauglich

Das Schiff aus der diesjährigen Opernproduktion "Der fliegende Holländer" im Passionsspielhaus Oberammergau wird für einen wohltätigen Zweck versteigert. Vom 25. August an soll es bei "eBay" zugunsten des Mukoviszidose Fördervereins Oberland versteigert werden. Dieser unterstützt Kinder, Jugendliche und Erwachsene bei der Therapie der Erkrankung und die damit verbundene Forschung. Der in blaugrünen Tönen gehaltene Dreimaster hat die vollen Segel gesetzt. Das Schiff besteht hauptsächlich aus Holz, teilweise aus Styropor und Gips - schwimmfähig ist es aber nicht. Das Bühnenbild für die romantische Wagner-Oper hatte Stefan Hageneier entworfen. Für die Inszenierung war Christian Stückl verantwortlich.

Berliner Schloss-Eröffnung in Etappen

Grütters reagiert auf Spekulationen

Das Berliner Schloss könnte entgegen der bisherigen Planung womöglich in Etappen eröffnet werden. Kulturstaatsministerin Monika Grütters sagte, das Großprojekt sei nach wie vor im Kosten- und Zeitrahmen. "Die Frage stellt sich aber, ob es didaktisch wirklich sinnvoll ist, alles auf einen Schlag zu eröffnen oder ob man die Inhalte in vertretbaren Phasen präsentiert." Das unter dem Namen Humboldt Forum im Schloss geplante Museumszentrum sollte eigentlich Ende 2019 eröffnen. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete heute, unter den Verantwortlichen glaube niemand mehr an den Termin. Allenfalls werde ein Teil der Geschosse für das Publikum fertig sein.

Kunstmuseum Bern restauriert Gurlitt-Nachlass

Kampf gegen Staub, Schimmel und Klebstoff

Das Kunstmuseum Bern lässt das Publikum bei der Restaurierung von Kunstwerken aus der Gurlitt-Sammlung zuschauen. Seit heute können Besucher die Restauratorinnen durch ein Fenster in der eigens gebauten Werkstatt beobachten. Das Museum bietet auch Führungen direkt in der Werkstatt an.
Cornelius Gurlitt, Sohn eines Kunsthändlers von Adolf Hitler, hortete Jahrzehnte lang eine umfangreiche Sammlung, darunter Raubkunst und Werke, die die Nazis als "entartet" gebrandmarkt hatten. Als er 2014 starb, vermachte er den Nachlass dem Kunstmuseum Bern. Die Wiederherstellung der durch Staub, Schimmel, Kleberückstände und Knickstellen beschädigten Werke erfordert höchste Sicherheitsmaßnahmen. Ein Teil des Ateliers ist mit Plastikfolien abgeklebt. "Das Zelt hat Quarantäne-Charakter", sagt Nathalie Bäschlin, Leiterin der Konservierung und Restaurierung. Das Kunstmuseum hat zunächst 200 Werke in der Werkstatt, die im November ausgestellt werden sollen. Darunter sind Arbeiten von Macke, Dix, Nolde, Kirchner und Liebermann.

Neues Denkmal erinnert an AWO-Gründerin

Herausragende Sozialpolitikerin Marie Juchacz

Die Gründerin der Arbeiterwohlfahrt, Marie Juchacz (1879-1956), wird jetzt mit einem Denkmal in Berlin gewürdigt. Die Stahlkonstruktion des Künstlers Gerd Winner wurde am Mehringplatz in Kreuzberg im Beisein von SPD-Chef Martin Schulz enthüllt. Schulz würdigte die einstige SPD-Sozialpolitikerin Juchacz als herausragende Persönlichkeit: Sie habe sich für die Schwächsten eingesetzt sowie für die Gleichstellung von Mann und Frau. "Ohne diese Frau wäre Deutschland heute ein anderes Land", sagte er. Viele ihrer Themen seien noch immer aktuell: So verdienten Frauen noch immer weniger als Männer. Juchacz gründete die Arbeiterwohlfahrt (AWO) 1919 nach den Schrecken des Ersten Weltkriegs und blieb bis zur Machtübernahme der Nazis Vorsitzende des Sozialverbandes. Sie war Abgeordnete der Weimarer Nationalversammlung und des Reichstages und hielt am 19. Februar 1919 als erste Frau eine Rede in einem gewählten deutschen Parlament.

Dresden kauft Wigman-Villa

Räume für die freie Tanzszene

Der Dresdner Stadtrat hat entschieden, die ehmalige Villa der Tänzerin Mary Wigman für rund 300.000 Euro vom Freistaat Sachsen zu kaufen. Wigman nutzte das Gebäude von 1920 bis 1942 als Tanzschule und Wohnhaus. Bis vor einigen Jahren betrieb die Sächsische Staatsoper Dresden es als Aufführungsstätte für Tanz und Kindertheater. Derzeit steht das Haus leer. Ein Verein möchte die Villa künftig für die freie Tanzszene der Stadt nutzen. Die Pionierin des modernen Ausdruckstanzes Mary Wigman lebte und arbeitete 22 Jahre lang in Dresden.

Zukunft von Schlössern in Brandenburg ungewiss

Gebäude könnten an Dritte gehen

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wird sich möglicherweise von ihren zehn Schlössern in Brandenburg trennen. Das Land Brandenburg müsse entscheiden, ob es die Immobilien der Brandenburgischen Schlösser GmbH übernehme, andernfalls könnten die Gebäude auch an Dritte gehen, erklärte Stiftungssprecherin Ursula Schirmer. Die Schlösser GmbH war vor 25 Jahren von Stiftung und Land zur Rettung der historischen Bauwerke gegründet worden. Inzwischen ist eine grundhafte Sanierung fast überall abgeschlossen. Das Potsdamer Kulturministerium sieht keine einfache Lösung nahen. Nach Angaben der Stiftung sind seit der Gründung von den Gesellschaftern insgesamt 90 Millionen Euro investiert worden, hinzu kamen Fördergelder unter anderem der EU.

Documenta- Performance sorgt für Empörung

"Auschwitz on the beach" in Kassel

Die für Ende August angekündigte documenta-Performance "Auschwitz on the beach" des Italieners Franco Bifo Berardi sorgt in Kassel für Empörung. Die documenta relativiere mit diesem Titel die nationalsozialistische Judenverfolgung, sagte Martin Sehmisch, Leiter der Informationsstelle Antisemitismus in Kassel der "Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen". Zudem werde die europäische Migrationspolitik, die in der Performance thematisiert werden soll, mit Vokabeln belegt, die aus dem Kontext des nationalsozialistischen Massenmordes an den europäischen Juden stammten. In der offiziellen Ankündigung der Veranstaltung bezichtigt der Autor und Aktivist Berardi die Europäer, "Konzentrationslager" auf ihren eigenen Territorien einzurichten und "Gauleiter" in der Türkei, Libyen und Ägypten dafür zu bezahlen, die "Drecksarbeit" entlang ihrer Küsten zu erledigen. "Das Salzwasser hat mittlerweile Zyklon B ersetzt", heißt es unter anderem. Berardi rechtfertigte seine Wortwahl mit der Begründung, dass der Name Auschwitz für das stünde, was gänzlich unmenschlich sei. Er habe lange gezögert, solche Worte zu schreiben. "Am Ende entschied ich, dass wir sagen müssen, was wir sehen: Das Unmenschliche ist zurück", sagte Berardi mit Blick auf das Flüchtlingselend im Mittelmeer. Die geplante einstündige Performance soll am 24. August auch als Livestream verfügbar sein.

Apple produziert eigene Serien

Eine Milliarde Dollar für neue Produktionen

Nach HBO, Netflix und Amazon will nun auch Apple eigene Fernsehserien produzieren. Das „Wall Street Journal“ berichtet, Apple habe dafür ein Budget von einer Milliarde Dollar bereitgestellt. Im ersten Schritt sollen bis zu zehn Serien produziert werden. Apples Content-Chef Eddy Cue schweben qualitativ hochwertige Produktionen vor, die mit den Stücken der Konkurrenz mithalten können. Man habe mit Jamie Erlicht und Zack van Amburg erfahrene Serienmacher engagiert. Beide kommen von Sony Pictures und arbeiteten in der Vergangenheit unter anderem an der Serie „Breaking Bad“ mit.

Nach Terroranschlag - Katzenbilder fluten Twitter

Aktion gegen weiteren Terror im Netz

Nach dem Terroranschlag in Barcelona haben viele Social-Media-Nutzer auf besondere Weise reagiert. Beim Kurznachrichtendienst Twitter wurden unter den Hashtags #Ramblas oder #Barcelona unzählige Katzenbilder und Katzenvideos veröffentlicht. Möglicherweise wollten die User dem Terror auf der Plattform keinen Platz einräumen. Das Phänomen ist bekannt: Bei einem Anti-Terror-Einsatz im November 2015 Brüssel hatte die belgische Polizei um Zurückhaltung in den sozialen Netzwerken gebeten. Unter dem Hashtag #BrusselsLockdown war Twitter damals mit Katzenbilder geflutet worden. Die belgische Polizei hatte sich später bei den Nutzern für die Aktion bedankt.

Ägypten sperrt Islam-Portal der Deutschen Welle

Online-Magazin "Quantara" abgeschaltet

Die Behörden in Ägypten haben ohne vorherige Ankündigung den Zugang zum arabischen Portal "Qantara" der Deutschen Welle (DW) gesperrt. Das Online-Magazin publiziert auf Deutsch, Englisch und Arabisch. "Diese Maßnahme der Regierung in Kairo ist offensichtlich Teil einer fortgesetzten Kampagne gegen die Presse- und Meinungsfreiheit", sagte ein Sprecher der DW. In Zeitungsartikeln und Fernsehsendungen seien "wiederholt absolut haltlose Vorwürfe gegen den deutschen Auslandssender erhoben und sogar einzelne seiner Mitarbeiter diffamiert" worden, hieß es. Die ägyptische Regierung habe seit Mai 2017 mittlerweile über 120 kritische Internetportale gesperrt. Das Wort "Quantara" kommt aus dem Arabischen und bedeutet "Brücke". Das Internetportal will den Dialog mit der islamischen Welt fördern. Träger des Online-Portals sind die Deutschen Welle, das Goethe-Institut, das Institut für Auslandsbeziehungen und die Bundeszentrale für politische Bildung.

Debussy-Oper eröffnet Ruhrtriennale

Festival im Ruhrgebiet bis Ende September

Die Ruhrtriennale beginnt am heutigen Freitag in der Bochumer Jahrhunderthalle mit der Debussy-Oper "Pelléas et Mélisande". Die Eröffnungsrede hält die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller. Bis zum 30. September gibt es im ganzen Ruhrgebiet Schauspiel-, Opern- und Musikaufführungen sowie Installationen.
Spielorte sind häufig Industriedenkmäler, etwa in Bochum, Dinslaken, Dortmund, Duisburg und Essen. Es ist die letzte Ruhrtriennale-Spielzeit von Intendant Johan Simons.

3800 Besucher in Ausstellung zum Reformationsjubiläum

Viel Zuspruch für Ökumene-Schau zu Bischof Pflug

Rund 3800 Menschen haben nach Angaben der Veranstalter bisher die zentrale kulturhistorische Ausstellung in Deutschland zum Thema Ökumene angesehen. Die Schau unter dem Motto "Dialog der Konfessionen" in Zeitz (Burgenlandkreis) ist speziell dem in Vergessenheit geratenen katholischen Bischof Julius Pflug (1499-1564) gewidmet. 250 Exponate aus Deutschland, Frankreich, Österreich und Tschechien sind seit Anfang Juni zu sehen. Bischof Pflug aus Zeitz und Naumburg war im 16. Jahrhundert ein Diplomat im Dienste der Kirche, der für die Zusammenarbeit der Konfessionen warb. Die Austellung ist bis zum 1. November zu sehen.

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