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Donnerstag, 24.05.2018
 
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Konzert / Archiv | Beitrag vom 11.02.2018

Robin Ticciati mit seinem DSO BerlinHohe Stimme und Bruckners Sechste

Live aus der Philharmonie Berlin

(Fabian Frinzel / Ayzit Bostan)
Robin Ticciati, der Chefdirigent des DSO Berlin (Fabian Frinzel / Ayzit Bostan)

Robin Ticciati liebt Bruckner. Beim DSO Berlin widmet er sich jetzt der eher selten gespielten 6. Sinfonie. Karen Cargill singt Sieben Frühe Lieder Alban Bergs. Am Anfang steht Magnus Lindbergs "Chorale".

Anton Bruckner war ein zutiefst selbstkritischer Komponist - ja er ließ sich im hohen Maße verunsichern von Kollegen, Freunden und Musikexperten. Die allermeisten seiner Sinfonien existieren in mehreren Varianten, in einer Urfassung und in Überarbeitungen, in die Bruckner kritische Anmerkungen hineingearbeitet hat, zum Vor-, aber auch zum Nachteil der Musik. Von seiner A-Dur Sinfonie, der Sechsten, gibt es nur eine Version. Und sie ist kein Zeugnis vorauseilenden Gehorsams Bruckners oder etwa Zeichen einer Schere im Kopf des Komponisten, sondern sie ist echter Bruckner, kompromisslose musikalische Vollwertkost sozusagen.

Aus seiner Zeit als Student bei Arnold Schönberg stammen die frühen Lieder, die Alban Berg als reiferer Komponist zu einem Zyklus zusammengefasst hat. Die Liebeslieder ganz verschiedener Dichter von Lenau über Storm bis Rilke ergeben eine Art Erzählung und konservieren die Vor-Weltuntergangsstimmung des frühen 20. Jahrhunderts. Gleichzeitig spiegeln sie auch das junge Stadium des Stils Alban Bergs, der stets frei mit den Gesetzen der Zweiten Wiener Schule umgehen sollte.

Magnus Lindberg schrieb sein kurzes schillerndes Vorspiel für großes Orchester mit Material des Chorals "Es ist genug" von Johann Sebastian Bach. Gedacht war "Chorale" eigentlich als Vorspiel zu Alban Bergs Violinkonzert, das ebenfalls diesen Choral beinhaltet. Doch das Werk des erfolgreichen finnischen Komponisten eignet sich auch sehr gut als Einleitung zu einem Programm, das Lieder Alban Bergs und die Sechste Sinfonie des katholischen Wagnerianers Anton Bruckner enthält.

Die Mezzosopranistin Karen Cargill ist kurzfristig für die erkrankte Sopranistin Genia Kühmeier eingesprungen. Sie war zuletzt im vergangenen November beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin zu Gast.

Live aus der Philharmonie Berlin

Magnus Lindberg
"Chorale" für Orchester

Alban Berg
Sieben Frühe Lieder für hohe Stimme und Orchester

ca. 20.40 Uhr Konzertpause, darin: Julia Kaiser berichtet über das Kammermusikprojekt von DSO-Mitgliedern mit Schülerinnen und Schülern von Berliner Schulen, außerdem: Robin Ticciati im Gespräch mit Volker Michael 

Anton Bruckner
Sinfonie Nr. 6 A-Dur WAB 106

Karen Cargill, Mezzosopran
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Leitung: Robin Ticciati

Surround Sound - Dolby Digital 5.1

Konzert

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